Ist das Gehirn Schuld am Late-Night-Snacking?

Frau mit nächtlichem Heißhunger
Forscher haben jetzt entdeckt: Für das nächtliche Plündern des Kühlschranks ist nicht allein mangelnde Disziplin schuld © Fotolia

Viele Menschen wachen nachts auf und plündern mit Heißhunger ihren Kühlschrank. Forscher haben nun den Grund dahinter erkannt und herausgefunden: Es ist keineswegs nur eine schlechte Angewohnheit.

Es ist mitten in der Nacht, Sie greifen zum wiederholten Male in den Kühlschrank und haben immer noch nicht genug? Forscher an der Brigham Young University (BYU) haben jetzt entdeckt, dass nächtliches Essen weitaus mehr als eine schlechte Angewohnheit oder mangelnde Selbstdisziplin ist. Im Rahmen der Studie, die kürzlich in „Brain Imaging and Behavior“ veröffentlicht wurde, haben Wissenschaftler mittels Magnetresonanztomographie (MRT) untersucht, wie das Gehirn auf Food-Fotos zu unterschiedlichen Tageszeiten reagiert. Das Ergebnis: Die Bilder, insbesondere mit kalorienhaltigen Lebensmitteln, erzeugten tagsüber eine höhere Hirnaktivität als am Abend.

 

MRT zeigt je nach Tageszeit unterschiedliche neuronale Reaktionen

Die Forscher wollten verstehen, welchen Einfluss die Tageszeit auf neuronale Reaktionen hat. Dazu sahen sich die Probanden 360 Bilder in zwei getrennt voneinander stattfindenden Sitzungen im Abstand von einer Woche an – die ersten Sitzungen fanden am Vormittag, die anderen jeweils in den Abendstunden statt. Die Abbildungen zeigten sowohl kalorienarme Lebensmittel (Gemüse, Obst, Fisch, Getreide) als auch kalorienreiche (Süßigkeiten, Backwaren, Speiseeis, Fast Food). Die Wissenschaftler konnten beweisen, dass sich neuronale Reaktionen im Belohnungszentrum intensivieren, wenn die Food-Bilder am Tag gezeigt werden. Sie vermuten, dass das weniger aktive Belohungszentrum dazu führt, dass wir mehr essen müssen, um uns befriedigt zu fühlen. Autor Travis Martison betont: "Es kann nicht befriedigend sein, in der Nacht zu essen, so dass Sie immer mehr zu sich nehmen, um zufriedener zu werden."

 

So verhindern Sie Heißhungerattacken in der Nacht

Falls auch Sie zu den Menschen gehören, die der Heißhunger in der Nacht überfällt, haben wir hier Tipps für Sie, um den Attacken zu widerstehen:

  • Wenn Sie nachts hungrig aufwachen, hilft es, zunächst einen großen Becher Kräuter- oder Früchtetee zu trinken – am besten abends schon eine Kanne kochen und auf dem Nachttisch bereitstellen. Manchmal genügt nämlich schon die Schluckbewegung und das Gefühl, etwas im Magen zu haben, um den Hungerimpuls zu besänftigen.
  • Wer regelmäßig Sport treibt, baut Stress ab und schläft besser. Je tiefer Sie schlafen, desto unwahrscheinlicher ist es, vom Hungerimpuls geweckt zu werden.
  • Heißhunger kann auch auf einen Magnesiummangel hindeuten. Nehmen Sie zum Abendessen Magnesium ein und beobachten Sie, welchen Einfluss die Einnahme auf Ihre Heißhungerattacken hat.
     

Hamburg, 7. Mai 2015

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