Ischämie (Blutleere)

Ines Fedder Medizinredakteurin

Ischämie, auch Blutleere genannt, entsteht durch eine verminderte oder unterbrochene Blutzufuhr und führt im schlimmsten Fall zu einem Infarkt. Wie man einer Ischämie vorbeugt und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt? Alle Infos hier.

Ältere Mann fasst sich an die Brust
Wird die Durchblutung lebenswichtiger Organe unterbrochen oder erschwert, besteht schnell Lebensgefahr Foto:  istock/luminola
Inhalt
  1. Ischämie: Was ist das?
  2. Künstliche Ischämie
  3. Ursachen: Wie entsteht eine Ischämie?
  4. Was sind die Folgen von Ischämie?
  5. chronische ischämische Herzkrankheiten: Koronare Herzkrankheiten (KHK)
  6. Ischämie: Wie wird sie behandelt?
  7. Ischämie vorbeugen: Was kann man dagegen tun?
  8. Durchblutung auf natürliche Weise fördern

Schlaganfälle und Herzinfarkte zählen zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Ausgelöst werden sie meist durch eine Unterversorgung mit Blut, auch Ischämie genannt. Dabei wird verhindert, das lebenswichtige Organe wie das Hirn oder das Herz weiterhin ausreichend mit Blut (und Sauerstoff) versorgt werden. Aber was genau bedeutet das eigentlich?

 

Ischämie: Was ist das?

Das Wort „Ischämie“ leitet sich aus dem Griechischen ab und heißt übersetzt so viel wie „zurückhalten/hindern“. Spricht man im medizinischen Kontext von einer Ischämie, bezeichnet man „eine Verminderung oder Unterbrechung der Durchblutung eines Organs, eines Organteils oder Gewebes infolge mangelnder, arterieller Blutzufuhr.“ [1]

Sie kann entweder aufgrund einer krankhaften Veränderung der Organe entstehen oder künstlich herbeigeführt werden.

 

Künstliche Ischämie

Eine sogenannte „künstliche Ischämie“ wird häufig zum Stoppen starker Blutungen durch Abbinden oder Abschnüren des betroffenen Körperteils herbeigeführt.

 

Ursachen: Wie entsteht eine Ischämie?

Zwar kann eine Ischämie auch von außen durch eine starke Schwellung hervorgerufen werden, die Hauptursache der Unterbindung der Blutzufuhr sind jedoch arterielle Verschlusskrankheiten. Darunter zählen:

  • Arterielle Thrombose: Bildung eines Blutpfropfes, der die Arterie verstopft
  • Embolie: Verschluss eines Blutgefäßes durch ein körperfremdes Objekt
  • Gefäßspasmus: Krampfartige Gefäßverengung
  • Tumore: Krankhafte Anschwellung/Veränderung eines Organs
  • Arteriosklerose: Verengung der Arterien
  • Stenose: Gefäßverengung
 

Was sind die Folgen von Ischämie?

Ischämische Hypoxie

Die nicht ausreichende Versorgung mit Blut kann für Organe und Gewebe schwere Folgen haben. So kann es unter anderem zur sogenannten ischämischen „Hypoxie“, der Sauerstoffunterversorgung der einzelnen Organe oder gar des Gesamtorganismus kommen. Die Folge: Organe wie das Gehirn werden nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Es kommt zu irreversiblen Schäden.

Bei längerem Bestehen kann es im schlimmsten Fall zur sogenannten Nekrose von Zelle oder Gewebe kommen. Extremitäten sterben ab, es kommt zum Organversagen. Führt die Ischämie schlussendlich durch mangelnde Blutversorgung zum Zelltod, spricht man vom sogenannten Infarkt.[2]

Ischämischer Hirninfarkt (Schlaganfall)

Ist etwas „ischämisch“, bedeutet es, dass etwas durch mangelnde Durchblutung verursacht wurde. Der „ischämische Hirninfarkt“ entsteht folglich aufgrund einer mangelnden Durchblutung des Gehirns – genauer gesagt des Gehirngewebes. Das Gehirngewebe stirbt ab, da es nicht ausreichend mit Blut und somit auch nicht mit Sauerstoff versorgt wird. Der ischämische Hirninfarkt ist besser bekannt als sogenannter Schlaganfall. Er äußert sich unter anderem durch plötzliche Lähmung eines Arms oder Beins, Taubheitsgefühl in nur einer Körperhälfte, Sprach- und Seh-Störungen sowie herabhängende Mundwinkel und allgemeine Verwirrtheit. 

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chronische ischämische Herzkrankheiten: Koronare Herzkrankheiten (KHK)

Eine Verminderung oder Unterbrechung der Blutzufuhr wirkt sich auch auf das Herz aus. Ischämische Herzkrankheiten, auch koronale Herzkrankheiten (KHK) genannt, bezeichnen Erkrankungen der Herzkranzgefäße, die durch zum Beispiel Arteriosklerose entstehen. Folgen von ischämischen Herzkrankheiten sind Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche, aber auch Herzinfarkt und plötzlicher Herztod. 

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Ischämie: Wie wird sie behandelt?

Je nach Ursache der Ischämie gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. Ist die Blutversorgung aufgrund eines Blutgerinnsels entstanden, werden Medikamente zur Auflösung des Gerinnsels verabreicht (Blutgerinnungshemmer).

Ist die Blutzufuhr unterbrochen, kann ein Stent bei einem chirurgischen Eingriff eingesetzt werden. Ebenfalls helfen können Arzneimittel zur Stabilisierung des Blutdrucks.

Entstand die Ischämie aufgrund von Ablagerung von Fetten in den Arterien (Arterienverkalkung), können sogenannte Statine, cholesterinsenkende Arzneimittel, verabreicht werden.

 

Ischämie vorbeugen: Was kann man dagegen tun?

Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufgrund von ischämischen Herzkrankheiten und auch Schlaganfällen kann man mit der entsprechenden Behandlung gut vorbeugen. Im Vordergrund steht dabei zunächst, mögliche Risikofaktoren zu minimieren, sodass es gar nicht erst zu einer verminderten Blutversorgung kommen kann. Zu den häufigsten Risikofaktoren zählen unter anderem:

  • ein zu hoher Cholesterinspiegel
  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Adipositas (Übergewicht)
  • Rauchen

Eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und der Verzicht auf übermäßige Zufuhr von Genussmitteln wie Nikotin oder Alkohol können das Risiko einer Ischämie verringern. 

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Durchblutung auf natürliche Weise fördern

Um einer Ischämie vorzubeugen, kann die Durchblutung der Organe oder des Gewebes auch auf natürliche Weise gestärkt werden. So wirkt sich Weißdorn (Crataegus) nachweislich positiv auf die Durchblutung aus. Durch die in ihm enthaltenen Wirkstoffe wird die Produktion des gefäßerweiternden Botenstoffs Stickstoffmonoxid (NO) gefördert. Durch das NO werden die Blutgefäße erweitert und die Durchblutung dadurch verbessert. Auch Herzrhythmusstörungen können durch die regelmäßige Einnahme von Weißdorn-Präparaten nachweislich verbessert werden.


Quellen:

[1] Quelle: Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch (2002), Walter de Gruyter Verlag, Berlin

[2] Quelle: Dr. Schaenzler, Nicole/ Dr. med. Hoffbauer, Gabi (2001), Wörterbuch der Medizin, München, Econ Ullstein List Verlag GmbH & Co. KG

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