Irisdiagnose hilft dabei Störungen der Organe zu erkennen

Mithilfe einer Irisdiagnose lassen sich Krankheiten diagnostizieren
Mithilfe einer Irisdiagnose lassen sich Krankheiten oder Störungen der Organe des Patienten erkennen © shutterstock

Ein Blick sagt mehr als 1000 Worte: Wie Augenärzte Diabetes oder Bluthochdruck erkennen können und einen Sehsturz vorhersagen können.

Eigentlich hatte Karin Bucher nur ihren Augen-Innendruck prüfen lassen wollen. „Das soll man ja in meinem Alter regelmäßig machen", sagt die 69-Jährige, „um dem gefährlichen grünen Star vorzubeugen." Doch als ihr Augenarzt dann zusätzlich noch die Netzhaut untersuchte, riet er ihr: „Lassen Sie Ihren Blutzucker überprüfen." Der Grund: Er hatte feine Einblutungen auf der Netzhaut entdeckt – ein typisches Zeichen für Diabetes.

 

Warnsignal der Netzhaut

Die Krankheit hat nämlich zur Folge, dass die Gefäße brüchig werden. Am Auge sind dabei die kleinsten Blutgefäße der Netzhaut betroffen: die Kapillaren. Es kommt dann einerseits zu Verschlüssen. Andererseits werden die Wände der Blutgefäße durchlässiger. „Das ist wie bei einem Wasserleitungsrohr, das verstopft und teilweise durchgerostet ist", sagt der Augenarzt Dr. Dirk Werdermann aus Ochsenfurt.

Diese Gefäßprobleme führen zu Ablagerungen und Einblutungen auf der Netzhaut – was schlimmstenfalls eine Erblindung zur Folge haben kann.

Doch zum Glück wurde Karin Buchers Diabetes auf diese Weise frühzeitig entdeckt. Ihr Hausarzt verordnete ihr ein gezieltes Ernährungs- und Bewegungsprogramm, das den Blutzucker senkte. Die am Auge entstandenen Schäden konnten durch eine Laser-Therapie behandelt werden.

 

Was nur Augenärzte sehen

Nicht nur für Diabetes, auch für andere Erkrankungen gilt das Sprichwort: Die Augen lügen nicht. Denn unsere Sehorgane sind „die einzige Stelle im Körper, an der man den Zustand der feinsten Blutgefäße begutachten kann", erklärt Dr. Werdermann. Hilfreich ist hierbei auch, dass mit modernen Untersuchungs-Methoden sämtliche Schichten der Netzhaut und auch der Zustand der Nervenfasern beurteilt werden können. Der Augenarzt gewinnt so einen sehr genauen Eindruck vom Zustand der Blutgefäße. So genau, dass er oft der Erste ist, der Hinweise auf Bluthochdruck, Herzkrankheiten oder sogar einen drohenden Schlaganfall entdeckt.

Sogar Nervenleiden wie multiple Sklerose oder Alzheimer hinterlassen offenbar frühzeitig Spuren im Auge. Solche Details werden jedoch erst mithilfe von Spezialgeräten sichtbar wie etwa dem sogenannten Laser-Scanner. Dabei wird ein Laserstrahl durch die Pupille ins Augeninnere gesendet, was völlig schmerzfrei und ungefährlich ist. Eine solche Untersuchung kostet etwa 40 Euro (keine Kassenleistung).

 

Eine Landkarte der Organe

Schon in der Antike blickten Ärzte Patienten tief in die Augen. Allerdings betrachteten sie nicht den Augenhintergrund, sondern die Iris. Das ist der farbige Teil des Auges inklusive der Pupille. Er wird auch Regenbogenhaut genannt. An ihren Veränderungen glaubte man damals, Krankheiten erkennen zu können. Nach diesem Prinzip arbeiten Heilpraktiker noch heute mit der Irisdiagnose. Diese Methode beruht auf der Vorstellung, dass von allen Körperteilen und Organen eine Nervenverbindung zum Auge besteht. Krankheiten oder Störungen der Organe sind daher an Flecken oder Ringen auf der Regenbogenhaut erkennbar. Wissenschaftlich anerkannt ist das allerdings nicht.

 

Die Irisdiagnose

Krankheiten erkennen:

Lassen sich mit einem Blick in die Iris Rückschlüsse auf unsere Gesundheit ziehen? Dies ist zumindest der Gedanke der sogenannten Irisdiagnose. Dabei arbeiten Heilpraktiker und Naturheilärzte mit einer Karte, auf der alle Organe und Körperteile ihren genau bestimmten Platz haben. Je nachdem, wo und wie eine Störung auf der Iriskarte sichtbar wird, meinen Therapeuten mithilfe einer Speziallampe Probleme der Organe „ablesen" zu können (Kosten: ca. 50 Euro).

 

Was ist mit mir, wenn ...?

... ich nachts oder in der Dämmerung immer schlechter sehe?

Viele ältere Menschen klagen darüber. Der Grund: Im Alter arbeiten die Zellen in den Augen langsamer, die das Hell-Dunkel-Sehen steuern. Sollte das Problem sich aber stark verschlimmern, besser zum Arzt: Ursache kann auch eine Trübung der Augenlinse sein, grauer Star genannt.

... sich ganz plötzlich meine Sehkraft verschlechtert?

Egal, ob Sie fehlsehen oder verschwommen: Bei einer plötzlichen Verschlechterung der Sehkraft sollten Sie unbedingt sofort zum Arzt gehen: Es kann eine Entzündung des Sehnervs vorliegen – aber auch der Vorbote eines Schlaganfalls oder einer Augen-Thrombose sein.

... ich plötzlich Lichtblitze oder helle Zick-Zack-Muster sehe?

Das kann auf Migräne hinweisen, aber auch erstes Anzeichen einer Netzhautablösung sein, wofür vor allem stark Kurzsichtige gefährdet sind. Also: auf jeden Fall zum Arzt gehen und abklären lassen! Im Frühstadium können brüchige Stellen in der Netzhaut noch gut mit Laser behandelt werden.

... schwarze Punkte vor meinen Augen tanzen?

Wandernde schwarze Punkte, auch „fliegende Mücken" genannt, sind meist harmlos und entstehen durch altersbedingte Veränderungen im Auge. Sollten die „Mücken" allerdings plötzlich in dichten Schwärmen auftreten: sofort zum Arzt! Grund kann dann eine Netzhautablösung sein.

... ich plötzlich alles doppelt sehe?

Auch das kann einen Schlaganfall ankündigen oder ein Problem der Augennerven. Vor allem wenn es sehr plötzlich auftritt, länger anhält oder Sie auch beim Schließen eines Auges Doppelbilder sehen, gilt daher: sofort zum Arzt! Haben Sie das Problem aber nur ganz kurz, sind Sie vielleicht einfach nur müde – und Ihre Augen ebenso.

... es vor meinen Augen flimmert?

Auch dies deutet auf Migräne hin – vor allem, wenn auch das Gesichtsfeld eingeschränkt ist. Die Einnahme von Medikamenten kann ebenfalls zu Augenflimmern führen. Besteht es länger und kommen einseitige Kopfschmerzen hinzu, Augen-Innendruck messen lassen. Dies kann ein Anzeichen für grünen Star sein.

Was hilft bei ...?

Trockene Augen:

Gut ist, was auch der gesamten Gesundheit dient: Bewegung an der frischen Luft und gesunde Ernährung. Darüber hinaus können künstliche Tränen helfen (aus der Apotheke). Es gibt auch homöopathische Alternativen z. B. Augentropfen mit Bestandteilen des Schöllkrauts (aus der Apotheke).

Grauer Star:

Mit zunehmendem Alter trübt sich die Augenlinse. Dann hilft nur eine Operation, bei der eine künstliche Linse eingesetzt wird.

Grüner Star:

Die Sehnervschädigung ist meist mit einem erhöhten Augendruck verbunden und kann unbehandelt zur Erblindung führen. Ab 40 deshalb alle zwei Jahre zur Vorsorge gehen! Arzneien können dann den Druck im Auge senken.

Bindehautentzündung:

Tropfen, die Augentrost beinhalten, lindern erste Beschwerden (aus der Apotheke). Hilfreich sind auch morgendliche Augenreinigungen. Dafür ein Wattepad mit abgekochtem, lauwarmem Wasser tränken und Lidränder und Wimpern vorsichtig von außen nach innen auswischen. Tritt nach drei Tagen keine Besserung ein, sollten Betroffene zum Augenarzt, der falls nötig ein Antibiotikum verordnet.

Quelle: Das Neue Blatt, 15/2013

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