Wolf gelaufen: Die besten Hausmittel und Tipps!

Redaktion PraxisVITA

Bei intensivem Lauftraining oder langen Wanderungen besteht die Gefahr, sich wunde Körperstellen zuzuziehen. Im Volksmund spricht man auch davon, sich einen Wolf zu laufen. Wie entstehen die wunden Stellen und was kann ich tun, wenn ich mir einen Wolf gelaufen habe? Die besten Tipps!

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Bei Volksläufen kann man hin und wieder Läufer und Läuferinnen beobachten, deren Füße unnatürlich weit voneinander auf dem Boden aufsetzen. Warum ist das so? Vermutlich haben sie sich einen Wolf gelaufen – meist in den Leistenbeugen und an den Oberschenkeln. Experten bezeichnen dieses Phänomen als Intertrigo oder intertriginöses Syndrom. Gemeint ist damit eine geschwollene, schmerzende und häufig nässende Hautveränderung. Am häufigsten sind folgende Körperstellen betroffen:

 

Wund gelaufen: Wie entstehen die wunden Stellen?

Der sogenannte Hautwolf kann überall da auftreten, wo Hautflächen aneinander reibenwie es etwa im Schritt und an der Innenseite der Oberschenkel häufig vorkommt – oder die Kleidung an der Haut scheuert. Wenn die Oberschenkel etwas kräftiger sind und bei Hitze kommt dies besonders oft vor, da die Haut durch den Schweiß allmählich aufweicht und die Salzkristalle des Schweißes die Reibung noch verschlimmern. Die Ursache einer Intertrigo kann aber auch in minderwertiger Laufbekleidung und nicht optimal passenden Laufschuhen liegen.

Hinzu kommen weitere Risikofaktoren:

  • Übergewicht und Fettleibigkeit
  • Diabetes mellitus
  • Prothesen
  • Inkontinenz
 

Woran merke ich, dass ich mir einen Wolf gelaufen habe?

Typisch bei einer Intertrigo ist eine leichte bis starke Rötung, die sich spiegelbildlich auf beiden Seiten der Hautfalte zeigt. Begleitet wird sie von Juckreiz, Brennen, einem Hautausschlag und Schmerzen.

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Wolf gelaufen: Was hilft? Die 5 besten Intertrigo-Hausmittel

Die wundgelaufenen Stellen können in der Regel gut mit Hausmitteln behandelt werden – diese eignen sich besonders gut:

  1. Vaseline: Die Salbe verhindert Reibung an den wunden Stellen und ermöglicht so eine schnellere Heilung.
  2. Puder: Baby- oder Körperpuder saugt den Schweiß auf. Enthält es Zinkpartikel, wirkt es zudem entzündungshemmend. 
  3. Wundsalben: Zink-, kortisonhaltige oder pflanzliche Salben (z.B. mit Hamamelis) können rasch helfen und müssen nicht lange angewendet werden.
  4. Baden: Hilfreich sind antiseptische Bäder mit Betaisodona-Lösung (keimtötendes Mittel), Eichenrindenextrakt oder Kamille; je nach Körperstelle eignet sich auch ein Sitzbad.
  5. Schwarzer Tee: Die Gerbstoffe des Tees wirken antientzündlich – für eine entsprechende Wirkung die wunden Stellen mehrmals täglich mit einem in schwarzem Tee getränkten Tuch abtupfen. Der Tee sollte dafür zehn Minuten ziehen.

Wenn aus der geschwollenen Stelle bereits eine offene Wunde geworden ist, sollte unbedingt ein Pflaster oder ein Verband angelegt werden, um sich vor Krankheitserregern zu schützen. Im Falle einer bakteriellen Superinfektion werden Antibiotika verschrieben, bei einer Pilzinfektion kommt ein sogenanntes Antimykotikum zum Einsatz. Wichtig: Ohne Behandlung breitet sich die Infektion rasant aus. Sobald erste Symptome wie rötliche feuchte Flecken auf den Hautfalten erscheinen, sollte daher ein Arzt aufgesucht werden.

 

Welche Folgen kann eine unbehandelte Intertrigo haben?

Unbehandelt führt eine Intertrigo in vielen Fällen zu einer bakteriellen Superinfektion. Ist die Haut erst einmal aufgeweicht, haben Krankheitserreger leichten Zugang und die Haut entzündet sich erst recht. Besonders Langstreckenläufer und Sportler mit empfindlicher Haut sollten daher bei der Kleidung hohe Ansprüche stellen und die Haut vorsorglich schützen.

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Wunden Stellen mit der richtigen Kleidung vorbeugen

Um wunden Stellen vorzubeugen, sollte die Laufkleidung eng anliegen und nicht verrutschen. Die wichtigsten Tipps für die Laufausrüstung:

  • Läufertights – am besten ohne störende Nähte und mit abgedeckten Reißverschlüssen – und Laufshirts sind für jeden Läufer ein Muss. Jogginghosen und T-Shirts aus Baumwolle haben hingegen beim Lauf nichts zu suchen.
  • Die Laufkleidung sollte aus einem atmungsaktiven Funktionsstoff bestehen. Er verhindert, dass die Kleidung sich mit Schweiß vollsaugt und auf der Haut klebt. Stattdessen leitet er den Schweiß nach außen ab und sorgt so für eine gute Durchlüftung.
  • Frauen sollten einen speziellen Sport-BH tragen, der vor Reibungen schützt und die Brust optimal stützt.

Vor dem Sport sollten die gefährdeten Stellen zudem mit einem Pflaster abgeklebt oder mit Vaseline eingerieben werden. Das gilt besonders für die Innenseiten der Oberschenkel und die Brustwarzen. Um sich davon zu überzeugen, dass auch bei längeren Läufen keine Gefahr besteht, dass die Haut aufreißt, ist es ratsam, die Sportbekleidung vorher einmal zu testen. Wenn Sie die Kleidung auch nach zwei Kilometern überhaupt nicht spüren, haben Sie die passende Ausrüstung gefunden. Die eventuell höheren Kosten sollten dabei nicht abschrecken – wer sich einmal einen Wolf gelaufen hat, weiß, dass sich die Investition in eine geeignete Laufausrüstung lohnt.

 

 

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