Intertrigo: Was tun, wenn man sich einen Wolf gelaufen hat?

Redaktion PraxisVITA
Lauf wolfen beim Joggen
Weite Laufbekleidung oder falsche Materialien können die Haut wundscheuern. Eng anliegende, elastische und atmungsaktive Lauftights und Shirts verhindern hingegen eine sogenannte Intertrigo © Fotolia

Bei sehr intensivem Lauftraining oder langen Wanderungen besteht die Gefahr, sich wunde Körperstellen zuzuziehen. Im Volksmund spricht man auch davon, sich einen Wolf zu laufen. Was in diesem Fall zu tun ist und wie Sie einer sogenannten Intertrigo vorbeugen können, lesen Sie hier.

Bei Volksläufen kann man hin und wieder Läufer und Läuferinnen beobachten, deren Füße unnatürlich weit voneinander auf dem Boden aufsetzen. Warum ist das so? Vermutlich haben sie sich einen Wolf in den Leistenbeugen und an den Oberschenkeln gelaufen. Experten bezeichnen dieses Phänomen als Intertrigo oder intertriginöses Syndrom. Gemeint ist damit eine geschwollene, schmerzende und häufig nässende Hautveränderung, die hauptsächlich in Hautfalten entsteht.

 

So läuft man sich einen Wolf

Der sogenannte Hautwolf kann überall da auftreten, wo Hautflächen aneinander reiben – wie es etwa unter den Achseln, im Schritt und an der Innenseite der Oberschenkel häufig vorkommt – oder die Kleidung an der Haut scheuert. Wenn die Oberschenkel etwas kräftiger sind und bei Hitze, wenn viel geschwitzt wird, kommt dies besonders oft vor, da die Haut durch den Schweiß allmählich aufweicht und die Salzkristalle des Schweißes die Reibungen noch verschlimmern. Die Ursache einer Intertrigo kann aber auch in minderwertiger Laufbekleidung und nicht optimal passenden Laufschuhen liegen.

Hinzu kommen weitere Risikofaktoren:

Werden diese nicht behoben, kann eine Intertrigo immer wiederkehrend auftreten.

 

Durch welche Symptome äußert sich die Intertrigo?

Bevorzugte Körperstellen sind die Leistengegend, die Analfalte, der Damm, die innenliegende Seite der Oberschenkel und die Haut unter der Brust. Typisch bei einer Intertrigo ist eine leichte bis starke Rötung, die sich spiegelbildlich auf beiden Seiten der Hautfalte zeigt. Begleitet wird sie von einem Juckreiz, einem Brennen, einem Hautausschlag und Schmerzen.

 

Welche Folgen kann eine unbehandelte Intertrigo haben?

Unbehandelt führt eine Intertrigo in vielen Fällen zu einer bakteriellen Superinfektion. Ist die Haut erst einmal aufgeweicht, haben Krankheitserreger leichten Zugang und die Haut entzündet sich erst recht. Besonders Langstreckenläufer und Sportler mit empfindlicher Haut sollten daher bei der Kleidung hohe Ansprüche stellen und die Haut vorsorglich schützen.

Joggen
Beim Laufen können schmerzhafte Reibungen entstehen – Mediziner sprechen von Intertrigo, was auf Deutsch „wund gerieben“ bedeutet © Fotolia
 

Wie kann ich  einer Intertrigo vorbeugen?

Das Wichtigste ist die richtige Kleidung. Sie sollte eng anliegen und nicht verrutschen. Läufertights – am besten ohne störende Nähte und mit abgedeckten Reißverschlüssen – und Laufshirts sind daher für jeden Läufer ein Muss. Jogginghosen und T-Shirts aus Baumwolle haben hingegen beim Lauf nichts zu suchen. Wichtig ist auch, dass die Kleidung aus einem atmungsaktiven Funktionsstoff besteht. Er verhindert, dass die Kleidung sich nicht mit Schweiß vollsaugen und auf der Haut kleben kann. Vielmehr leitet er den Schweiß nach außen ab und sorgt so für eine gute Durchlüftung. Frauen sollten einen speziellen Sport-BH tragen, der vor Reibungen schützt und die Brust optimal stützt. Vor dem Sport sollten die gefährdeten Stellen mit einem Pflaster abgeklebt oder mit Vaseline eingerieben werden. Das gilt besonders für die Innenseiten der Oberschenkel und die Brustwarzen. Um sich davon zu überzeugen, dass auch bei längeren Läufen keine Gefahr besteht, dass die Haut aufreißt, ist es ratsam, die Sportbekleidung vorher einmal zu testen. Wenn Sie die Kleidung auch nach zwei Kilometern überhaupt nicht spüren, haben Sie die passende Laufrüstung gefunden.

 

Was kann ich gegen einen „Lauf-Wolf“ tun?

Die entsprechenden Hautpartien sollten mit Vaseline oder Talkum (Puder) behandelt werden. Auch entsprechende Wundsalben (z.B. die Hametum-Salbe mit Wirkstoffen aus der Zaubernuss) oder kortisonhaltige Salben können rasch helfen und müssen nicht lange angewendet werden. Hilfreich sind auch antiseptische Bäder mit Betaisodona-Lösung (keimtötendes Mittel). Wenn aus der geschwollenen Stelle bereits eine offene Wunde geworden ist, sollte unbedingt ein Pflaster oder ein Verband angelegt werden, um sich vor Krankheitserregern zu schützen. Im Falle einer bakteriellen Superinfektion werden Antibiotika verschrieben, bei einer Pilzinfektion kommt ein sogenanntes Antimykotikum zum Einsatz. Wichtig: Ohne Behandlung breitet sich die Infektion rasant aus. Sobald erste Symptome wie rötliche feuchte Flecken auf den Hautfalten erscheinen, sollte daher ein Arzt aufgesucht werden.

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