Intelligenter Kühlschrank erkennt verdorbenes Essen

Eine Frau blickt in einen Kühlschrank und denkt nach
Eine laserbasierte Technologie könnte künftig im heimischen Kühlschrank auf verdorbene Lebensmittel aufmerksam machen © Fotolia

Ist der Aufschnitt von letzter Woche noch genießbar und sollte dieser Joghurt lieber entsorgt werden? Die Antworten auf diese Fragen könnte bald der Kühlschrank liefern – dank einer neuen Technologie, die südkoreanische Forscher entwickelt haben.

Die Erfindung von Physikern des Korea Advanced Institutes of Science and Technology könnte in Zukunft so manche Lebensmittelvergiftung verhindern und gleichzeitig dafür sorgen, dass weniger Essen weggeworfen wird.

 

Laserstrahlen scannen Lebensmittel auf Bakterien

Die neue Technologie basiert auf Laserstrahlen. Dringen diese in biologisches Gewebe wie Fleisch ein, werden sie gestreut, wobei ein bestimmtes Muster entsteht. Bakterien auf der Oberfläche des Lebensmittels bewegen sich mittels sogenannter Flagellen (fadenförmige Gebilde) fort und verändern damit das Muster des Laserlichts.

Mit einer speziellen Kamera werden die Veränderungen des Lichtstrahls aufgezeichnet und ein Computerprogramm wertet sie später aus. In einem Versuch erwies sich die Methode als erfolgreich: Anhand der Bewegungen ließen sich mit Bakterien belastete Hühnerbrüste eindeutig von nicht belastetem Fleisch unterscheiden.

 

Bakterienscanner für den heimischen Kühlschrank

Ein Schwachpunkt des Verfahrens: Es erkennt ausschließlich Bakterien. Viren (wie beispielsweise das Norovirus, das auf rohen Lebensmittel haften kann) werden genauso wenig erkannt wie Giftstoffe von bereits abgestorbenen Bakterien – diese können immer noch Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Bei Viren ist das allerdings auch nicht so schlimm, da diese sich innerhalb des Kühlschranks nicht noch weiter vermehren können.

Da die koreanische Methode kostengünstig und einfach umzusetzen ist – sie bedarf keines Labors oder ausgebildeten Fachpersonals – könnte sie aus Sicht der Forscher dennoch die Prävention von Lebensmittelvergiftungen weltweit verbessern. Die Forscher halten es sogar für möglich, entsprechende Geräte für heimische Kühlschränke zu entwickeln, die Alarm schlagen, wenn ein Lebensmittel nicht mehr verzehrt werden sollte.

Hamburg, 4. April 2016

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