Intelligente Kleidung: Wenn der BH Medikamente dosiert

Frau öffnet BH
Medikamentengabe über den BH? Aktuelle Forschungen machen dies bald möglich © shutterstoc

Ein BH, der ein Krebs-Medikament sanft an die Haut abgibt? Laut einer aktuellen Studie soll das bald möglich sein. Welche neuen Technologien es außerdem gibt und was sie für den Nutzer bedeuten können, erfahren Sie hier.

In nächster Zeit können sich Neuerungen – gerade im Bekleidungsbereich durchsetzen, die nicht nur einen enormen Hi-Tech-Faktor, sondern auch einen hohen Gesundheitswert besitzen.

 

Wearable Technology – Kleidung überwacht unsere Gesundheit

Technologien, die man direkt am Körper trägt, kannte man bisher beispielsweise in Form von Funktionskleidung oder Fitness-Armbändern, die den Puls messen oder als Schrittzähler fungieren. Jetzt haben sich Unternehmen zur Aufgabe gemacht, alltagstaugliche Bekleidung, zu entwickeln, die unsere Vitalzeichen überwachen oder sogar Krankheiten behandeln können. Diese Form der technischen Neuerung wird auch als „wearable technology“ bezeichnet. Ein Beispiel dafür ist ein gerade in einer Studie vorgestellter BH, der über seine Körbchen das Krebsmedikament Tamoxifen über die Haut an den Körper abgibt.

 

Tragbarkeit ist eine große Herausforderung

Die große Herausforderung bei tragbaren Technologien ist, die Technik möglichst klein, leicht und wirksam zu entwerfen, damit der Träger nicht bei jedem Schritt merkt, dass sie in die Kleidung eingearbeitet sind.

Einige dieser tragbaren Technologien sind bereits erhältlich, andere sind noch in der Entwicklung. Wir stellen Ihnen fünf davon vor:

 

BH, der Krebsmedikamente überträgt

Der Foxleaf-BH wurde von der Master-Studentin Sarah Da Costa entwickelt und beinhaltet in seinen Körbchen weiche Kunststoffeinsätze, die mikroverkapselte „Blasen“ enthalten, die das Krebsmedikament Tamoxifen an die Brust abgeben. Es steckt die Idee dahinter, dass durch Körperwärme und Reibung die Beschichtung der Tamoxifen-Blasen, welche Östrogen enthalten und das Wachstum von Krebszellen blocken sollen, abgetragen und über den ganzen Tag verteilt über die Haut an den Körper abgegeben werden. Dieser BH könnte eine Lösung für alle Frauen sein, die unter den Nebenwirkungen von Tamoxifen leiden. Durch die Aufnahme über die Haut, müssen weniger Inhaltsstoffe von der Leber abgebaut werden. Nebenwirkungen wie Hitzewallungen, Krämpfe und Übelkeit könnten dadurch entfallen. In einer klinischen Studie wird zur Zeit erforscht, wie das Medikament tatsächlich vom Körper aufgenommen wird.

 

Armband schützt die Haut

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© netatmo

Dieses Armand hat einen Stein-ähnlichen Sensor, der das UV-Licht misst – die schädlichen, unsichtbaren Strahlen, die Sonnenbrand und Hautschäden verursachen. Dieser Sensor sendet Informationen über den aktuellen Hautschutz ans Smartphone des Nutzers (bislang nur mit dem IPhone nutzbar). Er kann feststellen, welcher Sonnenschutz-Faktor aufgetragen wurde und erinnert den Sensor-Träger daran, nachzucremen oder sogar einen höheren Sonnenschutzfaktor zu wählen. Erhältlich für etwa 110 Euro unter www.netatmo.com.

 

Broschenähnlicher Sensor verbannt Rückenschmerzen

Der sogenannte Lumo Lift hat die Größe eines 50-Cent-Stücks und soll dabei helfen, die Haltung zu verbessern und so Rückenschmerzen vorzubeugen. Er wird unter dem Schlüsselbein getragen. Zu Beginn stellt man sich möglichst gerade hin und aktiviert den Sensor, damit genau diese Körperhaltung gespeichert wird. Sobald der Sensor-Träger die gerade Haltung im Laufe des Tages vernachlässigt, vibriert der Lumo Lift und erinnert damit daran, den Körper wieder aufzurichten. Erhältlich ist dieser Sensor für etwa 115 Euro unter www.store.apple.com/uk

 

Shirt misst die Trainingsaktivität

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© Omsignal

Das Unternehmen Omsignal hat bereits ein Sport-Shirt auf den Markt gebracht, das die Herzfrequenz und die Atmung überwacht. Möglich macht dies ein auf Brusthöhe in den Stoff gewebter Sensor. Spezielle Fasern leiten die gesammelten Informationen an eine etwa Kreditkarten-große, abnehmbare und wasserdichte „Black Box“ weiter, die an dem Shirt befestigt ist. Diese Box sendet die Informationen an das Smartphone des Nutzers weiter, der so Anweisungen erhält, ob das Sport-Tempo beschleunigt oder verlangsamt werden soll. Mithilfe der Herz- und Atemfrequenz wird zudem abgeschätzt, wie viele Kalorien verbraucht wurden. Damit ist es viel genauer als Fitnessarmbänder, die nur auf Grundlage dessen eine Schätzung abgeben können, wie viel sich der Nutzer bewegt hat. Bislang ist dieses Kleidungsstück nur für Männer entwickelt worden. Es ist ab 120 Euro unter www.omsignal.com erhältlich. Ein Oberteil für Frauen ist bereits in Bearbeitung.

 

Den Kalorien die kalte Schulter zeigen

Der NASA-Wissenschaftler Dr. Wayne B. Hayes hat eine Weste erfunden, mit der der Körper angeregt werden soll schneller Kalorien zu verbrennen. Die Weste verfügt über Taschen am Rücken und auf den Schultern, in die Eisbeutel gesteckt werden können. Es ist auch möglich die ganze Weste in den Gefrierschrank zu legen. Durch das Tragen der eiskalten Weste soll der Körper angeregt werden, mehr Kalorien zu verbrennen, um möglichst warm zu bleiben. Nach Aussage von Dr. Wayne B. Hayes sollen so pro Tag etwa 500 Kalorien verbrannt werden. Erhältlich ist diese Weste für umgerechnet rund 125 € unter www.coldshoulderweightloss.com

Hamburg, 10. März 2015   

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