Insektenstich-Schwellung: Vorsicht, Allergie!

Redaktion PraxisVITA

Stärker als früher reagieren heutzutage immer mehr Menschen mit einer Insektenstich-Schwellung. Was viele nicht wissen: Viele von ihnen sind allergisch auf das Insektengift. Warum das lebensgefährlich werden kann.

Der Organismus reagiert auf die winzige Menge Gift so stark, dass im schlimmsten Fall der Kreislauf zusammenbricht. Mediziner sprechen dann von einem anaphylaktischen Schock. Jedes Jahr sterben daran mindestens 40 Menschen. Und: Eine Insektengiftallergie haben mehr als zwei Millionen Deutsche.

 

Insektenstich-Schwellung: Extremfall „Schock“

Sticht das Insekt zu, wehrt sich der Körper gegen das Gift mit einer Extraportion Histamin. Die Blutgefäße weiten sich, der Blutdruck sackt ab, und lebenswichtige Organe werden nicht mehr richtig durchblutet. Ohnmacht und Kreislauf-Kollaps können die Folgen sein. Die Schock-Symptome treten meist in der ersten halben Stunde nach der Insektenstich-Schwellung auf. Es beginnt mit Kribbeln in Händen und Füßen, dann rötet sich am gesamten Körper die Haut, und Hitze breitet sich aus. Oft kommen Luftnot, Herzrasen und Übelkeit dazu.

 

Insektenstich-Schwellung: Allergieverdacht

Der erste Stich ist meist noch nicht gefährlich, jedoch wird das Immunsystem bei jedem weiteren Stich anfälliger für eine Allergie. Ein Allergieverdacht besteht allerdings nur dann, wenn die Insektenstich-Schwellung größer als 10 cm ist und länger als 24 h anhält. Manchmal bessern sich die Beschwerden von allein wieder, es kommt nicht in jedem Fall zum Schock. Doch eine Allergie kann sich verschlimmern, das heißt, bei jedem neuen Stich reagiert der Körper immer extremer. Weil es bei einem anaphylaktischen Schock um Minuten gehen kann, sollten Allergiker bei einem Wespen- oder Bienenstich sofort zum Arzt gehen. Noch sicherer ist ein Notfall-Set. Wer das eigene Risiko abschätzen will, kann einen Bluttest machen lassen, bei dem die sogenannte Serumtryptase-Konzentration bestimmt wird. Je höher der Serumwert, desto größer ist die Schock-Gefahr. Eventuell wird der Hausarzt dann zu einer Immuntherapie raten: Dabei wird drei Jahre lang alle vier bis sechs Wochen Insektengift verabreicht. Die Erfolgsquote ist sehr hoch.

Junges Mädchen schaut sich ihren Insektenstich am Arm an
Sogar Mückenstiche können eine allergische Reaktion auslösen.  © iStock/dorioconnell
 

Insektenstichen vorbeugen

Beste Vorbeugung ist die Vermeidung von Stichen. Wespen lassen sich nicht nur durch süße Speisen und Getränke anlocken, sondern auch von bunter Kleidung, Parfüm- und Kosmetikdüften. Dafür verabscheuen sie Weihrauchpflanzen, Basilikum, Teebaum- und Nelkenöl. Manchmal reicht es schon, die Tischdecke mit Haarspray einzusprühen, um sie fernzuhalten.

 

Das Notfall-Set gegen die Insektenstich-Schwellung

Drei Medikamente sollten Allergiker griffbereit haben, um die Insektenstich-Schwellung zu behandeln und die Zeit bis zum Krankenhaus zu überbrücken oder wenn auf die Schnelle kein Arzt erreichbar ist, beispielsweise bei Wanderungen:

  • Antihistamin-Tropfen: Die 50-ml-Flasche wird zur Hälfte ausgetrunken, sobald erste Symptome wie etwa größere Schwellungen auftreten.
  • Kortison-Tropfen: Die ganze Flasche einnehmen, wenn Kribbeln, Unruhe und Hitzegefühl dazukommen.
  • Adrenalin-Spritze: Wird in den Oberschenkel gespritzt, wenn die beiden ersten Medikamente keine Wirkung zeigen und Atemnot und Herzrasen einsetzen. Die drei Präparate verordnet der Hausarzt. Achtung: Die bisher häufig verordnete Notfall-Spritze „Anapen" gilt nicht mehr als zuverlässig. Unbedingt ein anderes Präparat verschreiben lassen.
 

 

 
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