Innere Unruhe: Wenn negative Gedanken krank machen

Negative Gedanken schlecht fürs Gemüt
Grübeln belastet auf die Dauer. Doch man kann lernen, negative Gedanken zu stoppen © Shutterstock

Studien zeigen, wie Überlastung, Ängste und negative Gedanken auf Dauer krank machen. Doch gegen die innere Unruhe kann jeder etwas tun.

 

Negative Gedanken belasten die Psyche

Ob zu Hause oder im Job: Immer mehr Menschen leiden zunehmend unter den Belastungen des Alltags. Wachsende Aufgabenberge, Sorgen um Kinder, finanzielle Schwierigkeiten und ähnliche negative Gedanken lassen uns abends nur schwer zur Ruhe kommen.

Und das ist gefährlich: Das ständige Grübeln belastet nicht nur die Psyche, sondern auch den Körper. Studien zeigen: Bis zu zwei Drittel aller Erkrankungen werden durch seelische Probleme verursacht. Mögliche Folgen sind Schlafstörungen, Schwindelgefühle oder Gewichtszunahme. Dazu drohen Langzeitschäden wie chronische Schmerzen (Kopf, Bauch bzw. Rücken) oder Herzinfarkt; mittelbar steigt auch das Risiko für Diabetes und Tumorerkrankungen.

Doch warum machen zu viele negative Gedanken krank? Psyche und Körper kommunizieren über das Gehirn miteinander. Es nimmt jede Stimmung auf und wandelt sie in Körpersignale um. Bei seelischem Stress werden vermehrt die Hormone Adrenalin und Kortisol ausgeschüttet. Das gibt uns kurzzeitig mehr Kraft, belastet jedoch auf Dauer die Organe und das Immunsystem. Unsere Abwehrkräfte nehmen ab, unsere Muskeln verspannen sich, und wir werden krank.

 

Wie man positive Gefühle erzeugen kann

Umso wichtiger ist es, den negativen Gedanken frühzeitig zu entkommen. Und dafür kann jeder selbst etwas tun. Hirnforschern zufolge gibt es nämlich ein Zentrum für positive Gedanken und Gefühle, das man schulen kann. Schon nach wenigen Tagen Training wächst dieses Areal, und die Glücksmomente werden häufiger und stärker. Nehmen Sie sich täglich nach dem Aufwachen drei Minuten Zeit und denken Sie nur an Ereignisse, auf die Sie sich freuen, z. B. ein gemeinsames Abendessen oder einen schönen Film. Verstärken können Sie den Trainingseffekt noch, indem Sie abends drei Dinge in ein Buch schreiben, die am Tag schön waren, überraschend oder besser als erwartet. Ebenso wichtig ist es, Stress zu reduzieren. Dabei hilft es, Prioritäten zu setzen, die wir z. B. auf einer To-do-Liste aufschreiben. Dadurch verzetteln wir uns nicht, sondern arbeiten eine Aufgabe nach der anderen ab. Wichtig: Achten Sie auf Pausen (ideal: fünf Minuten pro Stunde).

 

Radfahren & Spaziergänge machen den Kopf frei

Das einfachste Rezept gegen negative Gedanken ist Bewegung. Optimal sind täglich 30 Minuten – am besten auf dem Rad. Studien zufolge bauen wir durch die gleichmäßigen, weichen Bewegungen nach wenigen Minuten Stress ab.

Wer nicht gern Rad fährt, findet im Wald Erholung. Darüber hinaus stellten koreanische Forscher fest, dass Waldspaziergänge einen positiven Effekt auf die Herzfrequenz haben und der Blutdruck merklich abnimmt.

Aber was, wenn das alles nicht mehr hilft? Wenn man seit Jahren belastet ist, weil man z. B. einen Angehörigen pflegt oder sich um seinen Job sorgt? Hier kann der Arzt Medikamente (Anti-Depressiva) verschreiben. Sie lösen Ängste, verbessern die Stimmung und sorgen dafür, dass sich der Stoffwechsel im Gehirn erholt, der durch monate- und jahrelangen Kummer aus den Fugen geraten ist.

 

Lavendelblüten helfen bei innerer Unruhe sanft und effektiv

Wer negative Gedanken lieber auf sanfte Weise beruhigen möchte, kann es auch mit pflanzlichen Mitteln versuchen. Besonders effektiv sind die Inhaltsstoffe der Lavendelblüten. Studien belegen deren Wirksamkeit (Prüfpräparat: Lasea). Angstpatienten fühlen sich nach wenigen Tagen ausgeglichener, können nachts besser schlafen.

Langfristig kann eine Verhaltenstherapie helfen. Zusammen mit einem Psychologen werden negative Gedanken analysiert und Strukturen durchbrochen. Betroffene lernen so, mit Stress und Sorgen besser umzugehen (Kassenleistung). Experten empfehlen, neben der Therapie Entspannungstechniken wie autogenes Training und progressive Muskelentspannung zu lernen. Das fällt in Kursen leichter. Viele Krankenkassen zahlen einen Zuschuss.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.