Inkontinenz: Die Ursachen sind vielfältig

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Je nach der Art der Inkontinenz können die Ursachen für die Blasen- und die Darmschwäche sehr unterschiedlich sein. Es kommt allerdings in allen Fällen zu einem Ungleichgewicht zwischen den verschiedenen Muskelgruppen, welche die Entleerung von Darm und Blase kontrollieren, oder zu einer fehlerhaften Signalübertragung zwischen Schließmuskulatur und Gehirn.

 

Die Harninkontinenz hat verschiedene Ursachen

  • Eine Beckenbodenschwäche, Östrogenmangel oder Operationen (Gebärmutter- oder Prostata-Entfernung) führen zu einer Absenkung der inneren Organe und dadurch zu einer Verlagerung des Schließapparats von Blase oder Darm (Belastungsinkontinenz, Dranginkontinenz).
  • Wiederholte oder chronische Entzündungen der Harnwege reizen die Blase (Dranginkontinenz).
  • Mechanische Hindernisse wie eine vergrößerte Prostata, Tumoren oder Harnsteine behindern den Abfluss des Urins (Dranginkontinenz, Überlaufinkontinenz).
  • Nervenschäden infolge einer Querschnittslähmung, eines Schlaganfalls oder neurologischer Erkrankungen (zum Beispiel Multiple Sklerose, Parkinson, Demenz oder Diabetes mellitus) stören die Signalübertragung zwischen Gehirn und Schließmuskeln (Dranginkontinenz, Überlaufinkontinenz, Reflexinkontinenz).
  • Durch angeborene oder erworbene Fehlbildungen der Harnwege fließt der Urin unkontrolliert über Scheide oder Darm ab (extraurethrale Inkontinenz).
  • Seelische Faktoren und bestimmte Medikamente, zum Beispiel harntreibende Medikamente oder Antidepressiva, begünstigen eine Inkontinenz.
 

Mögliche Ursachen der Stuhlinkontinenz

  • Schäden am Schließmuskel oder am After – vor allem durch Verletzungen während der Geburt, aber auch durch Tumoren, Darmvorfälle oder operative Eingriffe
  • Schwäche des Beckenbodens und Absenkung der inneren Organe
  • entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Nervenschäden, zum Beispiel bei neurologischen Erkrankungen, nach Schlaganfällen oder bei Querschnittslähmung
  • Tumoren
  • Verstopfungen
  • bestimmte Medikamente (zum Beispiel Abführmittel oder Antidepressiva)
  • seelische Faktoren

Eine der wichtigsten Inkontinenz-Ursachen ist die Beckenbodenschwäche. Sie kann sowohl eine Harn- als auch eine Stuhlinkontinenz auslösen. Die Beckenbodenmuskulatur schließt den Bauchraum nach unten ab und trägt die inneren Organe. Außerdem unterstützt die Beckenbodenmuskulatur den Schließmuskel der Blase bei seiner Arbeit. Durch Schwangerschaften und Geburten, hormonelle Umstellungen während der Wechseljahre, Operationen oder durch den normalen Alterungsprozess verliert die Beckenbodenmuskulatur zunehmend an Elastizität und Stärke und erschlafft. Dies schwächt den Schließmechanismus der Blase und führt außerdem dazu, dass sich die inneren Organe im Bauchraum absenken. Sie üben nun zusätzlichen Druck auf das komplizierte Verschlusssystem von Blase und Darm aus. Durch Verlagerungen der Harnwege und der Schließmuskulatur kann eine Harn- und Darminkontinenz entstehen.

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