Inhalieren bei Corona: Wie wirksam ist das Hausmittel?

Daphne Sekertzi

Wenn man sich mit dem Coronavirus infiziert und nur leichte Erkältungssymptome hat, können Hausmittel den Heilungsprozess unterstützen – besonders Inhalieren kann bei Corona eine Wirkung zeigen. Wir erklären, wie genau dieses Hausmittel wirkt.

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Inhalt
  1. Was ist Inhalation und wie wirkt sie?
  2. Hilft Inhalieren als Haumittel gegen Corona?
  3. Wie funktioniert die Inhalation als Coronavirus-Hausmittel?
  4. Corona: Inhalieren von Wirkstoffen zur Behandlung von COVID-19

Es gibt eine Vielzahl von Hausmitteln, von denen man sich eine Wirkung gegen Corona erhofft – doch Inhalieren ist eines der Hausmittel, das bei einer Corona-Infektion tatsächlich wirkt, indem es trockenen Husten und Schnupfen abmildert.

Inhalieren ist fester Bestandteil in der Therapie von Atemwegserkrankungen, wie Bronchitis, COPD oder chronischer Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitis). Da Corona in seiner milden Form einer Atemwegserkrankung ähnelt, ist das Inhalieren geeignet, um die Beschwerden zu reduzieren.

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Was ist Inhalation und wie wirkt sie?

Mit Inhalation beschreibt man das gezielte Einatmen von Wasserdampf. Die Inhalationslösungen enthalten spezielle Wirkstoffe, wie Medikamente sowie Salz oder ätherische Öle, die entzündungshemmend und desinfizierend wirken. Diese gelangen durch das tiefe Einatmen bis tief in die Atemwege, wo sie ihre Wirkung entfalten.

Bei Infektionskrankheiten, die die Atemwege angreifen, kann regelmäßiges Inhalieren – besonders mit Salzlösungen – den Heilungsprozess beschleunigen. Das hat mehrere Gründe: Zum einen fördert die Inhalation die Durchblutung in den Atemwegen, wodurch die Abwehrkräfte der Schleimhäute mobilisiert werden.

Zum anderen befeuchtet der Wasserdampf die Atemwege, was die körpereigene Reinigungsfunktion aktiviert. Es kommt es zu einem vermehrten Schleimfluss, an dem feuchten Schutzfilm bleiben die Krankheitserreger haften, die schließlich in Richtung Rachen oder durch die Nase nach draußen abtransportiert werden. Auf diese Weise können Schleimhautentzündungen schneller abklingen.

 

Hilft Inhalieren als Haumittel gegen Corona?

Im Falle eines milden Verlaufs mit leichten, einer Erkältung ähnelnden Symptomen, unterscheidet sich eine Corona-Erkrankung nicht wesentlich von anderen Atemwegserkrankungen, einer Erkältung oder der Grippe. Leidet man lediglich unter trockenem Husten und Schnupfen, kann somit auch bei einer Infektion mit dem Coronavirus das Inhalieren mit einer Salzlösung die Beschwerden abmildern. Schädlich ist die Inhalation in keinem Fall, sodass man sie bedenkenlos regelmäßig durchführen kann. Eine solche Corona-Behandlung zuhause ist jedoch ausschließlich bei leichten Symptomen und einem guten Allgemeinzustand angezeigt.

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Wie funktioniert die Inhalation als Coronavirus-Hausmittel?

Als besonders effektiv für die Inhalation bei Atemwegserkrankungen haben sich isotonische Kochsalzlösungen und Meersalz erwiesen – beides ist in der Apotheke erhältlich. Damit sich die wohltuende Wirkung der Salzlösung auch in den tieferen Atemwegen entfalten kann, sind spezielle Vernebler ideal, die die Lösung in feinste Tröpfchen zerstäuben. Denn je kleiner die Tröpfchen sind, desto besser erreichen sie die Bronchien und die Lungen, in denen sich das Coronavirus leicht vermehren kann.

Für die Inhalation benötigt man jedoch nicht unbedingt einen Vernebler. Auch durch ein Dampfbad lassen sich die Schleimhäute mit der Kochsalzlösung benetzen. Dafür ein großes Gefäß mit heißem Wasser füllen und das Salz darin auflösen. Anschließend mit einem Handtuch über dem Kopf über das Gefäß beugen.  

So funktioniert die Inhalation: Zuerst entspannt ausatmen und den aufsteigenden Wasserdampf langsam über die Nase tief einatmen. Wichtig ist, den Atem für 5 bis 10 Sekunden anzuhalten, damit die Salzlösung auf die Schleimhaut einwirken kann. Anschließend langsam ausatmen. Dieser Vorgang (Ausatmen, Einatmen, Atem anhalten, Ausatmen), sollte frühestens nach einer Minute wiederholt werden, damit die Atemwege nicht belastet werden.

Wenn ein Vernebler für die Inhalation verwendet wird, sollte dieser nach jeder Anwendung gründlich gereinigt werden, um alle Rückstände – mitsamt der Viren – zu entfernen.

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Corona: Inhalieren von Wirkstoffen zur Behandlung von COVID-19

Die Inhalation bei Corona spielt auch in der Entwicklung neuer Wirkstoffe und Behandlungsmethoden für COVID-19-Erkrankung eine Rolle: Im August wurde an der Uniklinik Gießen-Marburg getestet, ob ein natürlich im Körper vorkommender Botenstoff namens Molgramostim in synthetisch hergestellter Form schwere Lungenentzündungen verhindern kann, wenn er inhaliert wird.

Der Botenstoff ist an der Bildung von Immunzellen und an der Regeneration geschädigtem Lungengewebes beteiligt. Noch bis Ende dieses Jahres soll eine klinische Studie folgen.

Auch eine Tochterfirma des Pharmakonzerns Biotech forscht an einem Wirkstoff zur Inhalation gegen Corona. Es soll eine Schutzschicht auf den Atemwegen bilden und so die Ausbreitung des Coronavirus im Körper verhindern können.

Hinweis: Inhalieren kann bei einer milde verlaufenden Corona-Infektion die Symptome schneller abklingen lassen – bei einer Verschlechterung des Allgemeinzustands sollten sich Betroffene jedoch unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben.

Quellen

Inhalieren. In: HNO Ärzte im Netz

Atemwegsinfektionen. In: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 

Allgemeine Hinweise zur Inhalation von Medikamenten, in: atemwegsliga.de

Marinomed Biotech AG: Carragelose in Zellkulturtests wirksam gegen SARS-CoV-2, in: marinomed.de

Kur für die Atemwege in den eigenen vier Wänden, in: lungenärzte-im-netz.de

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