Ingrid Steeger hatte Anämie: Sie wog nur noch 44 Kilo

Mittlerweile geht es ihr wieder gut: Die Schauspielerin Ingrid Steeger litt unter einer starken Anämie
Mittlerweile geht es ihr wieder gut: Die Schauspielerin Ingrid Steeger litt unter einer starken Anämie © Imago

Sie fühlte sich immer häufiger erschöpft und müde: Am Ende wog Ingrid Steeger nur noch 44 Kilo. Die aus der Comedy-Serie Klimbim bekannte Schauspielerin litt an Blutarmut, einer sogenannten Anämie. Praxisvita kennt die besten Tipps zur Vorbeugung.

Im Jahr 2010 wurde Ingrid Steeger mit ihrer Anämie ins Krankenhaus eingeliefert. Damals befand sie sich in einer schweren Lebenskrise. Sie bekam keine Rollenangebote mehr und musste sogar Hartz IV beantragen. Ihr Wunsch nach einer eigenen Familie hatte sich nie erfüllt, sie litt an depressiven Verstimmungen. Die Blutarmut setzte ihr deswegen umso mehr zu.

 

Wie kommt es zu einer Anämie?

Normalerweise enthalten die Zellen unseres Blutes ausreichend rote Blutkörperchen – Mediziner bezeichnen sie als Erythrozyten. Sie transportieren lebenswichtigen Sauerstoff und Kohlendioxid durch den Körper. Menschen, die an einer Anämie leiden, haben zu wenig Erythrozyten im Blut. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe: Entweder ist die Blutbildung gestört oder es wird vermehrt Blut abgebaut (z. B. aufgrund einer vergrößerten Milz oder einer chronisch entzündlichen Darmkrankheit). Folge einer Anämie ist, dass die Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Das kann lebensbedrohlich werden: Im schlimmsten Fall kommt es zum Herzinfarkt oder Schlaganfall.

 

Die häufigste Ursache einer Blutarmut

Damit die roten Blutkörperchen im Knochenmark entstehen und reifen können, braucht unser Körper die Nährstoffe Eisen, Folsäure und Vitamin B 12. Der häufigste Grund für eine Blutarmut ist Eisenmangel. Der entsteht meist aufgrund einer eisenarmen Ernährung. Frauen leiden öfter an Eisenmangel als Männer – wegen des Blutverlustes bei der monatlichen Regel. Aber auch chronische Krankheiten wie Nierenschwäche, Rheuma oder Krebs begünstigen einen Eisenmangel.

 

Symptome eines Eisenmangels

Haarausfall, vermehrtes Frieren und brüchige Fingernägel deuten auf einen Eisenmangel hin. Auch Kopfschmerzen und Müdigkeit sind typische Symptome der Eisenmangel-Anämie. Bei manchen Betroffenen wird die Haut dann deutlich blasser, andere klagen über ein Rauschen oder Pochen in den Ohren. Oft schlägt das Herz schneller, um Sauerstoff im Körper zu verteilen – weil der Transport über das Blut nicht mehr einwandfrei funktioniert. Daher kann es zu Herzrasen, Schwindel, Atemnot und Beklemmungsgefühlen kommen. Weitere mögliche Folgen sind Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Sie können so stark werden, dass die Blutarmut mit einer Alzheimer-Erkrankung verwechselt wird.

 

Diagnose bei Anämie

Betroffene, die an den oben beschriebenen Symptomen leiden, sollten ihr Blut vom Hausarzt untersuchen lassen. Anhand der Laborwerte kann der Arzt erkennen, ob eine Anämie vorliegt. Im zweiten Schritt wird er der Ursache auf den Grund gehen. Auch dabei helfen die Laborbefunde. Bei einem Eisenmangel sind die roten Blutkörperchen in der Regel verkleinert: Der sogenannte MCV-Wert ist dann niedrig. Ist dieser Wert dagegen erhöht, könnte ein Vitamin-B 12- oder Folsäuremangel Ursache der Blutarmut sein – aber auch eine Knochenmarkserkrankung. Tipp: Die Krankenkasse zahlt die Blutuntersuchung. Anämie kann auch als Nebeneffekt einer anderen Krankheit auftreten. Daher ist es wichtig, den Arzt über alle Beschwerden zu informieren.

 

Therapien bei Blutarmut

Die Behandlungsmethoden sollten immer mit dem Arzt abgesprochen werden. Hat dieser einen Eisenmangel nachgewiesen, kann eine Umstellung der Ernährung helfen, die Depots im Körper wieder aufzufüllen. Am besten verwertbar ist Eisen aus Fleisch. Doch auch pflanzliche Lebensmittel wie getrocknete Aprikosen, Nüsse, Hülsenfrüchte, Rote Bete, Blattsalate wie Feldsalat und Getreidesorten enthalten viel Eisen. Aber Vorsicht: Frei verkäufliche Eisenpräparate sollten niemals ohne Kontrolle der Blutwerte eingenommen werden – denn eine Überdosierung kann dem Körper schaden! Auch Ingrid Steeger wurde mithilfe einer Ernährungsumstellung gesund. Mittlerweile fühlt sich die 66-Jährige wieder richtig fit und tritt erfolgreich als Theaterschauspielerin auf – so wie früher.

 

Diese Werte sollten Sie prüfen lassen

Die Zahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten): Männer haben im Normalfall etwa 4,5 bis 5,9 Millionen pro Mikroliter (Mio/µl) Blut, Frauen circa 4,1 bis 5,2 Mio/µl. Zu niedrige Zahlen deuten auf Blutarmut hin. Wichtig ist auch der Hämoglobin (Hb)-Wert: Der rote Blutfarbstoff Hämoglobin ist für den Sauerstofftransport zuständig. Der Hb-Wert sollte bei Frauen über 12 g pro Deziliter (g/dl) Blut liegen, bei Männern über 13 g/dl. Über den Eisengehalt im Blut gibt der Ferritin-Wert Aufschluss. Die Richtwerte ändern sich im Laufe des Lebens: Fragen Sie Ihren Arzt.

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