Impotenz - was ist das eigentlich?

Redaktion PraxisVITA

Bei einer erektilen Dysfunktion, umgangssprachlich auch Impotenz genannt, wird der Penis entweder gar nicht mehr steif oder erschlafft nach kurzer Zeit wieder. Neben körperlichen Ursachen kommen auch psychische Faktoren als Auslöser infrage.

Paar liegt auf dem Bett
Häufig spielt der Kopf bei Impotenz eine entscheidende Rolle Foto:  South_agency/iStock
Inhalt
  1. Was ist Impotenz?
  2. Symptome
  3. Ursachen
  4. Diagnose
  5. Behandlung
  6. Lässt sich Impotenz vorbeugen?
 

Was bedeutet Impotenz?

„Impotenz“ ist eine Sammelbezeichnung für die Unfähigkeit zur Fortpflanzung (Impotentia generandi, Infertilität, Sterilität) und für Störungen der Sexualfunktion des Mannes (z. B. das Ausbleiben des Samenergusses trotz Orgasmus = Impotentia ejaculandi). Wegen der begrifflichen Ungenauigkeit verwenden Mediziner die Bezeichnung „Impotenz“ eigentlich nicht mehr. Laien, die von Impotenz oder Potenzstörung sprechen, meinen damit meist die sogenannte erektile Dysfunktion (Impotentia coeundi). Bei dieser sexuellen Funktionsstörung wird der Penis entweder gar nicht mehr steif oder erschlafft nach kurzer Zeit wieder. Ein befriedigender Geschlechtsverkehr mit dem Partner ist dadurch nicht mehr möglich. 

Warum wird man impotent?

Es gibt viele verschiedene Ursachen für eine Impotenz. Neben organischen Auslösern wie Durchblutungsstörungen, Verletzungen, Hormonstörungen oder Nervenerkrankungen spielen auch psychische Faktoren eine Rolle. Während organische Ursachen eher ältere Männer ab 50 Jahren betreffen, leiden vor allem jüngere Männer an einer rein psychisch bedingten Impotenz. In vielen Fällen sind körperliche und seelische Ursachen auch nicht voneinander zu trennen. So kann der Leidensdruck, der durch körperlich bedingte Erektionsstörungen entsteht, auch zu psychischen Problemen führen, die wiederum am Entstehen einer Impotenz beteiligt sind.

Was kann man gegen Impotenz tun?

Viele Männer mit Impotenz schämen sich, zum Arzt zu gehen. Je früher aber die Therapie beginnt, desto größer sind die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung. Für den Fall, dass die Ursache unbekannt oder nicht zu behandeln ist, stehen mehrere therapeutische Maßnahmen wie zum Beispiel Medikamente oder Hilfsmittel zur Verfügung. Auch von einer Sexualtherapie können die Patienten profitieren, selbst wenn ausschließlich organische Ursachen zugrunde liegen.

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Was kann man selbst tun?

In vielen Fällen sind Durchblutungsstörungen die Ursache für eine erektile Dysfunktion oder Impotenz. Eine gesunde Lebensweise mit wenig Alkohol, ohne Zigaretten, bewusster Ernährung und Bewegung hält daher nicht nur die Gefäße gesund, sondern kann auch das Risiko für Impotenz verringern.

 

Was sind die Symptome von Impotenz?

Erektile Dysfunktion oder umgangssprachlich Impotenz bedeutet, dass der Penis der betroffenen Männer entweder gar nicht mehr steif wird oder frühzeitig wieder erschlafft. Ein befriedigendes Sexualleben ist damit nicht mehr möglich.

Wie sich eine Impotenz äußert

Männer, die an erektiler Dysfunktion (umgangssprachlich Impotenz) leiden, können entweder gar keine Erektion mehr bekommen oder sie nicht lange genug halten, um einen befriedigenden Geschlechtsverkehr zu haben. Das heißt, der Penis des betroffenen Mannes wird trotz sexueller Erregung gar nicht mehr steif oder erschlafft frühzeitig wieder. Gelegentliche Erektionsstörungen, zum Beispiel in Verbindung mit zu viel Alkohol, kennt wahrscheinlich jeder Mann. Von einer erektilen Dysfunktion sprechen Mediziner aber dann, wenn die Probleme mindestens sechs Monate anhalten und eine zum Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion in ungefähr 70 Prozent der Versuche ausbleibt oder nicht bis zum Orgasmus gehalten werden kann.

Die erektile Dysfunktion kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein und sich nicht nur beim Geschlechtsverkehr mit dem Partner äußern. Sie tritt zum Beispiel auch bei der Selbstbefriedigung auf. Zudem können die nächtlichen Erektionen, die bei jedem gesunden Mann in bestimmten Schlafphasen vorkommen, ausbleiben. Mitunter kommt es nur in bestimmten Situationen zu einer Erektionsstörung. Das Unvermögen, eine Erektion zu bekommen oder ausreichend lange zu halten, kann mit Partnerschaftsproblemen, Libidoverlust sowie mit psychischen Probleme wie Ängsten oder einer Depression einhergehen. Impotenz kann demnach nicht nur die Lebensqualität und das Wohlbefinden der Betroffenen selbst verringern, sondern auch des Lebenspartners.

 

Ursachen von Impotenz

Für eine Impotenz gibt es verschiedene Ursachen. Neben bestimmten Krankheiten können auch Medikamente, eine ungesunde Lebensweise oder psychische Faktoren als Auslöser infrage kommen.

Durchblutungsstörungen

Die weitaus häufigste organische Ursache für eine Erektionsstörung oder Impotenz sind Durchblutungsstörungen, durch die in den Schwellkörpern des Penis nicht ausreichend Blut für eine Erektion vorhanden ist. Entweder kommt zu wenig Blut im Penis an, da die Arterien (also Gefäße, die das sauerstoffreiche Blut vom Herz im Körper verteilen) verkalkt sind. Oder das Blut fließt vorzeitig wieder aus dem Penis ab. Manchmal liegen auch beide Formen der Durchblutungsstörung vor. 
Verschiedene Krankheiten gehen mit Durchblutungsstörungen einher und können so zu einer Impotenz beitragen. Neben einer Arterienverkalkung sind das zum Beispiel Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, Zuckerkrankheit (Diabetes) oder Fettstoffwechselstörungen. Aber auch eine ungesunde Lebensweise mit zu viel Alkohol, Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht und einseitiger Ernährung mit einem hohen Anteil an tierischen Fetten, Zucker und Weißmehl schadet den Gefäßen und kann dadurch das Entstehen einer Impotenz fördern.

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Hormonstörungen 

Auch Hormonstörungen können Ursache für eine Impotenz sein. Sie kommen zum Beispiel bei Funktionsstörungen der Schilddrüse oder Erkrankungen der Hirnanhangdrüse vor. Mit zunehmendem Lebensalter lässt die Hodenfunktion des Mannes nach und der Testosteronspiegel im Blut sinkt. Auch das kann zu Impotenz führen. Der sogenannte Hypogonadismus (Funktionsstörung der Keimdrüsen) tritt zudem im Rahmen bestimmter Krankheitssyndrome (z. B. Klinefelter-Syndrom) auf. 

Neurologische Auslöser

Für eine Erektion sind Nervensignale notwendig, die vom Gehirn über das Rückenmark an den Penis geschickt werden. Sind die dazu nötigen Nervenbahnen gestört, wird der Penis nicht steif. Bestimmte Krankheiten, die das zentrale Nervensystem beeinträchtigen, wie zum Beispiel Parkinson, Multiple Sklerose, Alzheimer oder ein Schlaganfall, können daher Erektionsstörungen und Impotenz auslösen. Aber auch Verletzungen, Bandscheibenvorfälle, Bestrahlungen oder Operationen im Becken oder am Rückenmark können die Signalweiterleitung blockieren. Zudem können Schäden, die Nerven außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks betreffen, Auslöser für eine Impotenz sein. Diese sogenannten Neuropathien treten zum Beispiel im Rahmen einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder bei chronischem Alkoholmissbrauch auf.

Wann die Psyche eine Rolle spielt

Vor allem bei jungen Männern ist eine Impotenz oft psychisch bedingt. Faktoren wie Partnerschaftsprobleme, Versagensängste, Mangel oder Verlust an sexuellem Verlangen, Stress, Depression oder Angsterkrankungen kommen als psychische Auslöser einer Impotenz infrage. Oft sind psychische Beschwerden allerdings nicht die alleinige Ursache, sondern treten zusammen mit organisch bedingten Erektionsstörungen auf. So kann eine mehrfach erlebte Erektionsschwäche zum Beispiel so großen seelischen Druck bei den betroffenen Männern auslösen, dass weitere Erektionsprobleme und Impotenz hinzukommen.

Medikamente als Auslöser

Auch bestimmte Medikamente können zu Impotenz führen. Hier spielen vor allem Mittel gegen Bluthochdruck, Antidepressiva, Antipsychotika sowie Wirkstoffe, welche die Wirkung der männlichen Sexualhormone hemmen, eine Rolle. Patienten, die ein solches Medikament einnehmen und an Impotenz leiden, können eventuell auf ein anderes Mittel umsteigen. Allerdings soll der Wechsel auf ein anderes Mittel nicht eigenmächtig, sondern immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. 
Neben bestimmten Medikamenten, die gegen Krankheiten eingenommen werden, können auch sogenannte Freizeitdrogen wie Alkohol, Marihuana oder Anabolika Erektionsprobleme auslösen.

 

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Diagnose Impotenz 

Um eine Impotenz festzustellen, führt der Arzt zuerst ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten. Danach folgt die körperliche Untersuchung.

Ausführliche Fragen nach dem Sexualleben

Zu Beginn der Diagnose Impotenz führt der Arzt ein ausführliches Gespräch mit dem betroffenen Mann. Dabei stellt er zum Beispiel Fragen nach
●    zugrunde liegenden Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck etc.,
●    eingenommenen Medikamenten,
●    Operationen oder Bestrahlungen an Becken oder Rückenmark oder
●    Verletzungen.
Zudem muss der Patient sehr persönliche Fragen, die sein Sexualleben betreffen, beantworten. Dafür stehen auch standardisierte Fragebögen zur Verfügung, die dem Arzt die Diagnosestellung erleichtern. Mitunter wird auch der Partner des Patienten befragt. 
Eine organisch bedingte Impotenz stellt sich meist allmählich ein und tritt sowohl beim Geschlechtsverkehr mit dem Partner als auch bei der Selbstbefriedigung auf. Zudem fehlen Spontanerektionen in der Nacht und am Morgen. Kommt es dagegen nur bei bestimmten Situationen oder bei bestimmten Partnern zu Erektionsstörungen oder tritt die Impotenz sehr plötzlich auf, spielen wahrscheinlich psychische Faktoren eine Rolle. Auch depressive Verstimmungen, Libidoverlust und ein vorzeitiger Samenerguss können auf eine psychische Ursache hindeuten. 

Das passiert bei der körperlichen Untersuchung

Nach dem Gespräch mit dem Patienten folgt die körperliche Untersuchung. Sie zielt darauf ab, organische Auslöser für die erektile Dysfunktion oder Impotenz zu finden. Dazu begutachtet der Arzt zuerst den Penis und die Hoden genau. Mithilfe einer Tastuntersuchung am Enddarm kann er feststellen, ob eine Prostatavergrößerung vorliegt. Zudem achtet der Arzt auf Merkmale einer Hormonstörung wie zum Beispiel fehlender Bartwuchs sowie eine ungewöhnliche Schambehaarung oder Fettverteilung.
Da sehr häufig Durchblutungsstörungen hinter Erektionsproblemen stecken, kontrolliert der Arzt den Blutdruck und misst den Puls. Die neurologische Untersuchung soll klären, ob es Hinweise auf eine Funktionsstörung des Rückenmarks oder der Nerven gibt. 

Darum ist eine Blutabnahme nötig

Bestimmte Laborwerte können Aufschluss darüber geben, ob gewisse Krankheiten als Ursache für die Impotenz infrage kommen. Dazu nimmt der Arzt dem Patienten Blut ab und lässt zum Beispiel den Blutzuckerwert, die Leberwerte, den Gehalt an Testosteron oder bestimmten Blutfetten bestimmen. 

Diese weiterführenden Untersuchungen gibt es

Bei unklaren Ergebnissen oder um einen bestimmten Verdacht zu bestätigen, muss der Arzt mitunter weitergehende Untersuchungen durchführen. Um den Blutfluss im Penis zu kontrollieren, steht zum Beispiel eine spezielle Ultraschalluntersuchung (Dopplersonografie) zur Verfügung. Manchmal spritzt der Arzt auch ein spezielles Medikament in den Penis, das eine Erektion auslöst. Durch diese künstlich erzeugte Erektion lässt sich die Funktionsfähigkeit des Penis beurteilen. Einige Patienten müssen mitunter ins Schlaflabor. Dort bekommen sie eine Manschette um den Penis gelegt. Damit lässt sich überprüfen, wie häufig spontane, nächtliche Erektionen auftreten und wie intensiv sie sind. Bei bestimmten Durchblutungsstörungen werden die Schwellkörper manchmal noch genauer untersucht (Kavernosografie = Kontrastuntersuchung der Schwellkörper des Penis, Kavernosometrie = Schwellkörper-Funktionsmessung).

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So wird Impotenz behandelt

Grundsätzlich richtet sich die Behandlung der Impotenz nach der zugrunde liegenden Ursache. Ist der Auslöser unbekannt oder kann man ihn nicht beseitigen, behandelt der Arzt die Symptome. Dafür stehen verschiedene Methoden zur Verfügung.

Medikamente

  • PDE-5-Hemmer: Bei den Medikamenten gegen Impotenz, die Betroffene als Tablette einnehmen können, haben sich die sogenannten PDE-5-Hemmer bewährt. Sie blockieren das Enzym Phosphodiesterase-5 (PDE-5). Dadurch weiten sich die Gefäße und die Schwellkörper füllen sich mit Blut, sodass Männer mit erektiler Dysfunktion oder Impotenz eine Erektion bekommen oder länger halten können. Es stehen verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung, die sich vor allem in ihrer Dosierung und  Wirkdauer unterscheiden. PDE-5-Hemmer steigern allerdings nicht die Lust, sie wirken nur, wenn der Mann bereits erregt ist. Mögliche Nebenwirkungen sind zum Beispiel Kopfschmerzen, Hautrötungen, Magenbeschwerden, Schnupfen und Sehstörungen. 
  • Für Patienten, die gleichzeitig Nitrate oder Molsidomin einnehmen, sind PDE-5-Hemmer nicht geeignet. Denn hier besteht die Gefahr, dass es zu einem lebensbedrohlichen Blutdruckabfall kommt. Auch wenn Patienten an bestimmten Krankheiten leiden (z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lebererkrankungen) oder einen Schlaganfall oder Herzinfarkt durchgemacht haben, sind PDE-5-Hemmer zur Therapie der Impotenz nicht geeignet. 
  • PDE-5-Hemmer sollte man nicht ohne einen vorangegangenen Arztbesuch einnehmen. Nur ein Experte kann über Nebenwirkungen und mögliche Risiken ausreichend informieren. PDE-5-Hemmer gegen Impotenz sind daher verschreibungspflichtig.

Achtung: Verschreibungspflichtige Medikamente gegen Impotenz, die bestimmte Anbieter zum Beispiel im Internet auch ohne Rezept liefern, können der Gesundheit schaden!

  • Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT) oder Medikamentöses Urethrales System zur Erektion (MUSE): Helfen die PDE-5-Hemmer nicht oder dürfen sie nicht eingenommen werden, kann man ein Medikament (Prostaglandin E1) auch direkt in die Schwellkörper des Penis einspritzen (SKAT) oder mithilfe eines Stäbchens in die Harnröhre einführen (MUSE). Wichtig bei diesen Verfahren ist die richtige Dosierung. Denn ein Zuviel des Wirkstoffes kann eine Dauererektion auslösen. Hält die Erektion länger als sechs Stunden an, sollten Betroffene schnell zum Arzt gehen, um bleibende Schäden an den Schwellkörpern zu vermeiden. Patienten, die gleichzeitig an einer Erkrankung leiden, die mit einer verlängerten Erektion einhergeht (z. B. Sichelzellenanämie, Leukämie), sollten SKAT und MUSE nicht anwenden. Wegen der Gefahr, dass sich Blutgerinnsel in den Schwellkörpern bilden, sprechen auch Gefäßkrankheiten oder Blutgerinnungsstörungen gegen diese Therapieoptionen.

Vakuumpumpe

Bei der Vakuumpumpe wird der Penis in einen Zylinder eingeführt und die Luft herausgepumpt. Dadurch entsteht ein Unterdruck. Dieser zieht das Blut in den Schwellkörper und es kommt zu einer Erektion. Ein spezieller Ring, der an der Penisbasis sitzt, drosselt den Rückfluss des Blutes, sodass die Erektion erhalten bleibt. Entfernt der Patient den Ring wieder, lässt die Erektion nach. Mitunter kann es bei diesem Verfahren zu vorübergehenden, kleinen Blutergüssen am Penis kommen. Nicht geeignet ist die Vakuumpumpe für Männer, die an Sichelzellenanämie, Leukämie oder an einer Blutgerinnungsstörung leiden. 

Operation

In einigen Fällen, wenn alle anderen Behandlungsmethoden bei Impotenz versagt haben, empfiehlt der Arzt eine Operation. Am erfolgreichsten ist der Einsatz von Silikon-Implantaten in die Schwellkörper. Es gibt verschiedene dieser sogenannten Schwellkörper-Implantate. Die halbstarren Implantate bestehen aus einem weicheren, flexiblen und einem steifen Teil. Der Nachteil dabei: Der Penis befindet sich je nach Prothesentyp in einem dauerhaften Zustand einer mehr oder weniger starken Erektion. Daneben gibt es noch aufblasbare oder befüllbare Implantate. Sie bestehen aus einem Flüssigkeitsreservoir, das in den Unterbauch eingepflanzt wird, aus einer Pumpe im Hodensack und aus den befüllbaren Implantaten in den Schwellkörpern. Möchte der Mann eine Erektion haben, kann er diese bei Bedarf selbst auslösen, indem er die Pumpe betätigt. 

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Sexualtherapie

Bei einer Impotenz spielen oft nicht nur körperliche Ursachen eine Rolle, sondern auch psychische Faktoren. Selbst wenn die Impotenz rein organische Auslöser hat, leiden betroffene Männer oft an Ängsten und Depressionen oder haben Probleme mit dem Partner. Sexualtherapeuten können in diesem Fall weiterhelfen, auch wenn es vielen Männern häufig unangenehm ist, über ihr Sexualleben und ihre Gefühle zu sprechen. In vielen Fällen ist es auch sinnvoll, den Partner in die Therapie miteinzubeziehen. 

Tipp: Betroffene der Erektilen Dysfunktion können sich auf selbsthilfe-impotenz.org anonym austauschen. Das Portal verfügt über eine große Datenbank mit Einträgen zu Kliniken, Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen. Ursache der Erektionsstörung, Alter oder sexuelle Orientierung spielen dabei keine Rolle.

 

Lässt sich Impotenz vorbeugen?

Impotenz kann man nur begrenzt vorbeugen. Dennoch gibt es einige Maßnahmen, die das Risiko für Erektionsprobleme senken können.

Da Impotenz oft aufgrund von Durchblutungsstörungen entsteht, sollte man generell darauf achten, sein Gefäßsystem gesund zu halten. Dabei hilft zum Beispiel
●    nur mäßig Alkohol zu trinken,
●    nicht zu rauchen,
●    Übergewicht abzubauen,
●    auf eine gesunde Ernährung zu achten und
●    sich regelmäßig zu bewegen.

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Viele Patienten schämen sich, wegen ihrer Potenzprobleme zum Arzt zu gehen. Impotenz kann aber nicht nur ein Anzeichen für eine andere mitunter gefährliche Erkrankung sein. Wer zu lange wartet, erhöht den Leidensdruck, der mit einer Impotenz einhergeht. Dadurch beeinträchtigt man nicht nur die eigene Lebensqualität, sondern auch die des Partners. 


Quellen: 

  1. Pschyrembel Online (Abruf 03.01.2019)
  2. AWMF-Leitlinie  „Diagnostik und Therapie der erektilen Dysfunktion“ Registernummer 030 – 112 (www.awmf.org, Abruf 03.01.2019)
  3. Leitlinien der European Association of Urology (EAU) „Guidelines on male sexual dysfunktion“ (Stand 2016) 
  4. Rieger H, Schoop W: Klinische Angiologie. Springer Verlag 2013
  5. Woolliscroft J: Diagnose- und Therapielexikon für den Hausarzt: Die wichtigsten Erkrankungen von A – Z. Springer Verlag 2013
  6. Paulus W, Reimers CD, Steinhoff BJ: Neurologie. Springer Verlag 2013
 
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