Impfungen wirken kürzer als gedacht

Ein Junge wird geimpft
Die Wirkung der Keuchhusten-Impfung lässt schneller nach, als bisher angenommen – das zeigt eine aktuelle US-Studie © Fotolia

Die Schutzwirkung der Keuchhusten-Impfung lässt deutlich schneller nach als bisher angenommen, zeigt eine aktuelle Studie – das sollten Eltern jetzt wissen.

Immer wieder treten Keuchhusten-Fälle bei Kindern und Jugendlichen auf, die gegen die Krankheit geimpft sind und eigentlich geschützt sein müssten. So erkrankten etwa 2012 während einer Keuchhusten-Epidemie im US-Bundesstaat 450 geimpfte Jugendliche. Darum wollten US-amerikanische Wissenschaftler nun herausfinden, wie lange die Schutzwirkung der Keuchhusten-Impfung eigentlich anhält.

 

Keuchhusten-Impfschutz lässt nach

Dazu werteten sie Daten von rund 1.700 Personen aus, darunter die der 2012 in Washington erkrankten Jugendlichen. Ihre Analysen ergaben: Im Schnitt lag die Wirkung der Keuchhusten-Impfung bei knapp 64 Prozent. Auffällig war, wie schnell der Impfschutz nachließ: Während er im ersten Jahr nach der Impfung noch bei 73 Prozent lag, war er nach zwei bis vier Jahren auf 34 Prozent gesunken.

Die Studienleiter sehen in dem nachlassenden Impfschutz die Ursache für die vermehrten Keuchhusten-Ausbrüche bei Jugendlichen.

 

So schützen Sie sich und Ihr Kind

Mediziner empfehlen die vier Keuchhusten-Impfdosen ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat, eine Auffrischung mit fünf bis sechs Jahren und eine weitere mit neun bis 17 Jahren. Die neuen Studienergebnisse werfen jetzt die Frage auf, ob diese Empfehlung ausreicht.

Experten betonen, dass besonders eine Zielgruppe im Erwachsenenalter noch einmal die Impfung auffrischen sollte: „Das Wichtigste ist, dass schwangere Frauen sich impfen lassen“, schreibt Dr. James Cherry in einem die Studie begleitenden Kommentar. Das könne nahezu alle durch Keuchhusten verursachten Todesfälle bei kleinen Kindern verhindern.

Eltern sollten sich außerdem bewusst sein: Wenn ihr Kind grippeähnliche Symptome und später einen starken, bellenden Husten entwickelt, kann die Ursache Keuchhusten sein – auch wenn alle empfohlenen Schutzimpfungen vorgenommen wurden.

Hamburg, 21. Mai 2015

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