Impfung in der Schwangerschaft – Was Mütter wissen sollten

Schlafendes Baby
Babys profitieren unmittelbar von einer Grippeimpfung während der Schwangerschaft © Fotalia

Es ist ein heiß umstrittenes Thema: Wann impft man während einer Schwangerschaft am besten und sollte man es überhaupt tun? Wenn es um eine Grippeimpfung geht, ist die Antwort relativ einfach: Ja! Denn die Impfung bewahrt nicht nur die werdende Mutter vor einer Grippe, sondern schützt auch das Baby im ersten halben Jahr nach der Geburt.

Eine Grippe-Impfung ist sinnvoll für Kinder unter fünf Jahren, Senioren über 65 und Schwangere. Diese Gruppen sind besonders gefährdet, Komplikationen bei einer Grippeinfektionen zu erleiden. Eine neue Studie der University of Utah School of Medicine hat nun gezeigt, dass Kleinkinder, deren Mütter während der Schwangerschaft gegen Grippe geimpft wurden, zu 70 Prozent seltener an einer Grippe erkrankten, als Kinder deren Mütter nicht immunisiert waren.

 

Über einen „Umweg“ Babys gegen Grippe impfen

Die Grippe, auch Influenza genannt, verursacht verschiedene Symptome wie Fieber, Übelkeit, Gliederschmerzen und Durchfall. Während erwachsene, körperlich fitte Patienten eine Grippe normalerweise gut verkraften, haben Babys und Kleinkinder ein höheres Risiko für tödliche Komplikationen. Allerdings können Kinder unter einem halben Jahr noch nicht gegen Grippe geimpft werden. Aber es gibt einen "Umweg":  „Babys können während der ersten sechs Monate ihres Lebens nicht geimpft werden, deshalb müssen sie auf einem anderen Weg vor der Grippe geschützt werden“, stellt Julie H. Shakib, die Hauptautorin der Studie fest. „Wenn schwangere Frauen gegen die Grippe geimpft werden, profitieren ihre Babys unmittelbar davon.“

Shakib und ihre Kollegen haben im Zeitraum von 2009 bis 2015, also während neun Grippe-Perioden, mehr als 245.000 Krankenakten von Schwangeren und mehr als 249.000 Krankenakten von Kleinkindern ausgewertet. 23.383, etwa zehn Prozent der Frauen wurden der Auswertung nach in der Schwangerschaft gegen Grippe geimpft, gegenüber 222.003 Frauen, welche sich nicht impfen ließen. Der Unterschied zwischen diesen beiden Gruppen ist den Forschern zufolge immens: Unter den 658 Kleinkindern, die nachgewiesen an Grippe erkrankten, waren 638, also 97 Prozent, Kinder von Müttern, die keinen Grippeschutz hatten.

 

Noch nicht genug Grippe-Impfungen bei Schwangeren

Carrie L. Byington, Expertin für ansteckende Krankheiten und Senior-Autorin der Studie, mahnt, dass die Impfrate unter schwangeren Frauen immer noch nicht hoch genug sei. Zwar sei die Anzahl der Impfungen während der H1N1-Pandemie zwischen Juni 2009 und September 2010 angestiegen, doch in der letzten Grippesaison hätten sich wieder weniger Schwangere impfen lassen.

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Hamburg, 03. Mai 2016

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