Impfstoff-Mangel in zahlreichen Bundesländern!

In Deutschland erreichen die Corona-Zahlen immer neue Höchstwerte. Impfen, impfen, impfen heißt das Motto, das Politiker und Experten wiederholen. Doch nun herrscht in zahlreichen Bundesländern ein Impfstoff-Mangel, die Betroffenen sind schockiert. Wo nicht genug geimpft werden kann und welche Vorwürfe im Raum stehen!

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Ein akuter Impfstoff-Mangel könnte die dringend notwendige Impfkampagne gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus jetzt verzögern. Mehrere Bundesländer melden, dass sie weniger Impfdosen erhalten als vereinbart. Die Verantwortlichen zeigen sich schockiert und richten ihre Wut an den Bundesgesundheitsminister. Schuld ist offenbar nicht nur die umstrittene Deckelung der Biontech-Dosen: Anscheinend gibt es überraschende Lieferengpässe.

Impfstoff-Mangel von Bremen bis nach Bayern

Die Menschen sind empört, Politiker und Mediziner vor Ort entsetzt: In vielen Städten und Gemeinden können die Impfwilligen nicht geimpft werden, weil es zu wenig Vakzine gibt. Und das betrifft nicht nur die Booster-Impfungen, sondern auch erste und zweite Immunisierungen gegen das Coronavirus. 

Diese Bundesländer melden einen aktuellen Impfstoff-Mangel:

  • Bremen
  • Brandenburg
  • Berlin
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Baden-Württemberg 
  • Saarland 

Auch größere Gebiete und Städte sind betroffen, so Frankfurt oder Unterfranken. Würzburg beispielsweise erhält in der nächsten Woche statt der bestellten 5.000 Impfdosen des Vakzins von Biontech nur 150 Dosen. Und in Mecklenburg-Vorpommern wird die rationierte Menge von 48 Biontech-Dosen pro Arzt wohl nochmals um mindestens 50 Prozent niedriger ausfallen.

Zu geringere Liefermengen führen zu Impfstoff-Mangel

Zahlreiche Stellen beklagen, dass vom Bund viel zu wenig Impfstoff-Dosen geliefert werden. So melden Hausärzte und Impfteams in Brandenburg und Niedersachsen, dass die bestellten und zugesagten Dosen „nicht in vollem Umfang“ lieferbar seien. Die niedersächsische Gesundheitsministerin Daniela Behrens wirft Jens Spahn vor, wiederholt zugesichert zu haben, dass genug Impfstoff zur Verfügung stehe. Allerdings schienen die bisher veröffentlichten Lieferlisten des Bundesgesundheitsministeriums „nicht der Realität zu entsprechen.“ Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann wird deutlicher: „Ganz Frankfurt ist stinksauer auf Berlin.“ Auch andere Bundesländer werfen dem Bundesgesundheitsminister vor, die zugesagten Impfstofflieferungen nicht einzuhalten und fordern Transparenz über die Lieferkapazitäten des Bundes.

Zu wenig Impfstoff Rückschlag für die Impfkampagne

Deutschland wirft den Impfturbo an und bietet immer mehr Impfmöglichkeiten: in Arztpraxen und Apotheken, bei mobilen Impfteams in Fußgängerzonen, in Rathäusern, Einkaufszentren und an vielen anderen Orten. Doch der aktuelle Impfstoff-Mangel bremst die Kampagne aus und frustriert die Menschen. 

Nun müssen wahrscheinlich zahlreiche bereits vereinbarte Impftermine abgesagt werden. Auch der Start neuer Impfstellen muss vielerorts wegen der fehlenden Impfstoff-Dosen verschoben werden. „Ich erwarte, dass das Bundesgesundheitsministerium alle Hebel in Bewegung setzt, um die Auslieferung der fehlenden Impfstoffdosen noch in der kommenden Woche vollständig zu gewährleisten“, so Daniela Behrens.

Impfstoff-Mangel: Allein 2 Millionen Dosen Biontech fehlen

Nach Angaben des Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, seien für die Woche ab dem 5. Dezember 4,7 Millionen Dosen Biontech bestellt worden, es stünden aber nur 2,5 Millionen zur Verfügung. Er nannte den Impfstoff-Mangel „frustrierend und unverzeihlich“. Doch die Engpässe betreffen nicht nur Biontech: Auch beim Impfstoff von Moderna können es laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung regional zu Kürzungen kommen.

Jens Spahn weist Vorwürfe zurück

Laut Bundesgesundheitsministerium haben Ärzte und Impfstellen in der laufenden Woche allein zum Boostern über 7 Millionen Dosen Impfstoff erhalten. Für die kommende Woche sollen sie rund 11 Millionen Impfdosen bekommen: 3 Millionen von Biontech und rund 8 Millionen von Moderna.

Jens Spahn betonte unterdessen, dass im Gesamtsystem genug Impfstoff da sei. Wegen Umstellungen zum stärkeren Hochfahren der Impfungen in der Logistik vom Großhandel über Apotheken in die Praxen können es jedoch zu Verzögerungen beim Verteilen in der Fläche kommen. Demnach sollte der aktuelle Impfstoff-Mangel hoffentlich in absehbarer Zeit behoben sein.