Immunsystem aufbauen mit Heilpflanzen

Redaktion PraxisVITA
Schluesselblumen bei Nasennebenhöhlenentzündungen
Schlüsselblume: Nasennebenhöhlen-Beschwerden lindern © Corbis Germany

Viele Heilkräuter sind in Vergessenheit geraten – doch in den unscheinbaren Pflanzen am Wegesrand steckt ein enormes Heilpotenzial mit denen Sie Ihr Immunsystem aufbauen können.

 

Alant stoppt hartnäckigen Husten

Vor Kurzem wurde die alte Bauernpflanze wiederentdeckt. Bereits im Mittelalter haben Kräuterkundige Inula helenium bei Beschwerden der oberen Luftwege und des Verdauungstraktes eingesetzt. 

Alant kann Husten lindern
Alant kann Husten lindern© Fotolia

Heute verstehen Forscher: Alant enthält das ätherische Öl Helenin, den entzündungshemmenden Stoff Alantolacton sowie Bitterstoffe, die schleim- und krampflösend wirken. 

Anwendung: Rezept für einen Husten- oder Magentee: 1/2 TL der geschnittenen getrockneten Wurzel (Apotheke) mit 1 Tasse heißem Wasser aufgießen. 2-3 Tassen am Tag schluckweise ungesüßt trinken. Wichtig: Eine Überdosis kann Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe oder Durchfall auslösen.

 

Engelwurz stärkt die Abwehr

Engelwurz stärkt die Abwehrkräfte
Engelwurz stärkt die Abwehrkräfte© Fotolia

Der "Engel in Pflanzengestalt" wurde in der mittelalterlichen Klostermedizin vor allem gegen die Pest eingesetzt. Heute bestätigen Untersuchungen von Pflanzenforschern: Die Inhaltsstoffe von Angelica sinensis wirken antientzündlich, schmerzlindernd, antiseptisch, entkrampfend und abwehrstärkend. Anwendung: 1 TL klein geschnittene Wurzeln mit 1 Tasse Kochwasser überbrühen, 10 Min. bei geschlossenem Deckel ziehen lassen. 3 Tassen täglich 1/2 Stunde vor den Mahlzeiten trinken. Effekt: Stimuliert das Immunsystem und schützt vor Erkältungen. Wichtig: Engelwurz erhöht die Lichtempfindlichkeit – während der Einnahme Sonnenbäder und direkte UV-Strahlung nach Möglichkeit vermeiden.

 

Kapuzinerkresse besiegt Blasenentzündungen

Kapuzinerkresse gegen Blasenentzündung
Gegen Blasenentzündungen kann Kapuziner-Kresse helfen© Fotolia

Bereits die Klostermedizin setzte die Kapuzinerkresse erfolgreich bei Infekten der Atem- und Harnwege ein. Bei vielen Ärzten gilt Tropaeolum majus heute als Antibiotika-Ersatz mit Breitbandwirkung. Denn ihre Senföl glykoside töten Bakterien, Viren und Pilze ab. Anwendung: Bereits 10 g Kapuzinerkresseblätter, z. B. als Salatzutat, hemmen Bakterien im Wachstum. In einer Studie entfaltete die Wirkstoffkombination aus Meerrettich und Kapuzinerkresse (Apotheken-Präparat) bei Blasenentzündung dieselbe entzündungshemmende Wirkung wie ein Antibiotikum. Gut zu wissen: Zubereitungen aus der Kapuzinerkresse nicht länger als vier bis sechs Wochen anwenden, da sie die Schleimhäute reizen.

 

Karde kann Borreliose heilen

Karde kann Borreliose-Beschwerden lindern
Karde kann Borreliose-Beschwerden lindern© Fotolia

Sie wird seit über 1000 Jahren in Europa angebaut – doch als Heilpflanze ist die Karde hierzulande noch unbekannt. Aber das distelartige Gewächs gewinnt zunehmend an Bedeutung, da es gegen Borreliose (durch Zecken übertragene Infektion) helfen kann. Seine Scabioside und Iridoide wirken entzündungshemmend und antibakteriell. Erste praktische Anwendungen zeigen, dass Dipsacus fullonum tatsächlich wirkt – und das in Fällen, in denen Antibiotika machtlos waren. Anwendung: Die Karden-Tinktur gibt's in der Apotheke, oder man stellt sie selbst her: Frische Wurzel zerkleinern, in ein Schraubglas füllen und mit 40-prozentigem Alkohol (z. B. Korn) übergießen. Nach 3 Wochen wird die Tinktur gefiltert. Kurmäßig 3-mal täglich 10 Tropfen einnehmen. Gut zu wissen: Da die Karde reinigend auf alle Körpersysteme wirkt, kann es zur Anregung der Verdauung und stärkerem Schwitzen kommen.

 

Schlüsselblume befreit die Nasennebenhöhlen

Schlüsselblume
© iStock

Wenn auf den Wiesen die Schlüsselblumen blühen, ist der Frühling verkündet. Doch Primula veris kann noch mehr: In ihren Wurzeln verbergen sich Riesenmengen an Saponinen – das sind Seifenstoffe, die festsitzenden Schleim in den Nasennebenhöhlen und Bronchien lösen und verflüssigen. Die Wurzeln wirken zusätzlich entzündungshemmend, antiviral gegen Grippeviren (Influenza A) und schmerzlindernd. Anwendung: 1/4 TL (0,5 g) fein geschnittene Wurzel (Apo.) mit 2 Tassen kaltem Wasser ansetzen, zum Sieden erhitzen, 5 Min. ziehen lassen, abgießen. Bei Nebenhöhlenentzündungen alle 2-3 Stunden 1 Tasse mit Honig gesüßt trinken. Gut zu wissen: Für Kinder lieber die Schlüsselblumenblüten verwenden – sie schmecken besser und sind bekömmlicher für den Magen.

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