Immer müde? Die 5 häufigsten Gründe

Verena Elson Medizinredakteurin
Eine Frau gähnt
Wer trotz ausreichender Schlafdauer ständig müde ist, sollte mögliche medizinische Ursachen abklären lassen © Fotolia

Sie gehen schon immer etwas früher ins Bett oder stehen später auf und sind trotzdem immer müde? Dahinter könnte ein gesundheitliches Problem stecken. Hier erfahren Sie, welche Erkrankungen häufige Müdigkeits-Verursacher sind.

 

Blutarmut

Was ist eine Anämie?

Bei einer sogenannten Anämie enthält das Blut zu wenige rote Blutkörperchen oder zu wenig roten Blutfarbstoff. Dieser Mangel führt dazu, dass der Körper weniger gut mit Sauerstoff versorgt wird

Wie erkenne ich eine Anämie?

 Müdigkeit, Blässe und Konzentrationsstörungen sind typische Anzeichen einer Anämie. Auch ein Schwächegefühl, Schwindel, Kopfschmerzen und Kurzatmigkeit können auf eine Anämie hinweisen. Als Ursache einer Blutarmut kommen neben einem starken Blutverlust beispielsweise bei einem Unfall verschiedene Mangelzustände und Erkrankungen in Frage.

Was kann ich gegen Anämie tun?

Der Eisengehalt des Körpers sollte ärztlich abgeklärt werden. Sollte eine Unterversorgung vorliegen, hilft ein Eisenpräparat. Auch ein Mangel von Vitamin-B12 oder Folsäure kann für eine Anämie verantwortlich sein und sollte daher überprüft werden. 

 

Schilddrüsenunterfunktion

Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?

Aufgabe der Schilddrüse ist es, Hormone zu produzieren, die den Kreislauf auf Trab halten: Sie erhöhen Blutdruck und Herzfrequenz, beschleunigen den Zucker- und Fettstoffwechsel, erhöhen die Körpertemperatur und die Aktivität der Verdauungsorgane. Produziert die Schilddrüse nicht genügend dieser Hormone, wirkt das auf den Körper wie eine innere Bremse – selbst alltägliche Aktivitäten können dann zur Erschöpfung führen.

Wie erkenne ich eine Schilddrüsenunterfunktion?

Typische Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion sind Konzentrationsschwäche, Gewichtszunahme und ständiges Frieren.

Was kann ich bei Schilddrüsenunterfunktion tun?

Eine Schilddrüsenfehlfunktion lässt sich im Blut nachweisen und wird vom Arzt mit entsprechenden Medikamenten behandelt. Betroffene können die Funktion der Schilddrüse außerdem durch eine bewusste Lebens- und Ernährungsweise unterstützen.

 

Diabetes

Was ist Diabetes?

Zucker ist ein lebensnotwendiger Brennstoff für den Körper – die Zellen brauchen ihn, um Energie zum Denken, Laufen und Atmen zu gewinnen. Den aus der Nahrung gewonnenen Zucker aus der Blutbahn zu den Zellen zu transportieren, ist Aufgabe des Hormons Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse hergestellt wird. Bei Menschen mit Diabetes kann das Insulin diese Aufgabe nicht erfüllen – je nach Form der Erkrankung aus verschiedenen Gründen. Die Folge: Der Zucker verbleibt in der Blutbahn und der Blutzuckerspiegel ist dauerhaft erhöht. Die Zellen werden so nicht ausreichend mit „Brennstoff“ versorgt.

Wie erkenne ich Diabetes?

Zu den ersten Warnzeichen einer Diabetes gehören Müdigkeit und Erschöpfung. Außerdem können übermäßiger Durst, häufiger Harndrang, extremer Hunger, Gewichtsabnahme und eine verschwommene Sicht auf Diabetes hindeuten.

Was kann ich bei Diabetes tun?

Die Diabetes-Diagnose erfolgt per Bluttest. Bei unklaren Ergebnissen wird zusätzlich ein oraler Glukosetoleranztest durchgeführt – dabei werden die Blutzuckerwerte vor und nach der Einnahme einer Glukoselösung gemessen. Diabetes-Patienten sollten weitgehend auf Industriezucker verzichten. Auch regelmäßiger Sport hilft.

 

Depressionen

Was ist eine Depression?

Hinter chronischer Müdigkeit kann auch eine depressive Verstimmung stecken. Betroffene fühlen sich ständig überfordert, haben Schwierigkeiten, sich aufzuraffen und ziehen sich oft zurück.

Wie erkenne ich eine Depression?

Typische Symptome einer Depression sind häufige Gefühle der Antriebslosigkeit, Schlaflosigkeit oder ein vermehrtes Schlafbedürfnis, ein Schwächegefühl und Schwindel. Weitere mögliche Symptome einer depressiven Verstimmung sind Konzentrationsstörungen, sozialer Rückzug, verlangsamte Reaktionen, Angst und Gefühle von Sinn- und Hoffnungslosigkeit.

Was kann ich bei Depression tun?

Die Diagnose erfolgt im Gespräch mit einem Psychologen, der auch die Behandlung übernimmt. Außerdem wird regelmäßige Bewegung empfohlen, um den eigenen Antrieb zu steigern. Dazu eignen sich bereits einfache Gartenarbeiten.

 

Schlaf-Apnoe

Was ist eine Schlaf-Apnoe?

Wer nach acht oder mehr Stunden Schlaf wie gerädert aufwacht, sollte überprüfen, ob eine Schlafapnoe die chronische Müdigkeit verursacht. Darunter verstehen Mediziner eine Atmungsstörung, die bei starkem Schnarchen auftreten kann. Dabei kommt es im Schlaf vermehrt zu Atemaussetzern. Das ist gefährlich, weil das Gehirn und andere wichtige Organe in dieser Zeit nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Das Gehirn reagiert auf diese Gefahrensituation, indem es in den Wachzustand wechselt – dadurch wird der Tiefschlaf mehrfach unterbrochen, was zu chronischer Müdigkeit und Erschöpfung führen kann.

Wie erkenne ich eine Schlaf-Apnoe?

Neben ständiger Müdigkeit leiden Betroffene oft unter Vergesslichkeit und Konzentrationsschwäche. Auch Kopfschmerzen und verringerte sexuelle Lust können ein Symptom sein.

Was kann ich bei einer Schlaf-Apnoe tun?

Eine Schlaf-Apnoe kann gefährliche Folgen haben, darum ist die Diagnose durch einen Arzt wichtig – sie erfolgt im Schlaflabor, wo die Atmung des Patienten im Schlaf überwacht wird.

Weitere mögliche Ursachen einer chronischen Müdigkeit finden Sie hier.

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