Immer mehr Krätze-Fälle: Diese Region ist besonders betroffen

Laura Basting-Neumann

Die Anzahl der Krätze-Fälle steigt in Deutschland seit Jahren drastisch. Besonders ein Bundesland ist laut neusten Zahlen stark betroffen. Welche Region das ist und was gegen die Hautkrankheit hilft – alle Hintergründe, hier.

Krätze macht sich in Juckreiz und schuppig-krustiger Haut bemerkbar
Krätze macht sich durch Juckreiz und schuppig-krustiger Haut bemerkbar Foto:  istock/Taking photos everywhere of nature, people, landscapes and different subjects on the way
Inhalt
  1. Deutlicher Anstieg der Krätze-Falle 
  2. Was ist Krätze?
  3. Krätze und Hygiene 
  4. Das hilft gegen Krätze 
 

Deutlicher Anstieg der Krätze-Falle 

Es juckt, die Haut schuppt – Krätze-Patienten kennen diese Symptome nur zu gut. Immer mehr Menschen stecken sich mit Krätze an. 13.400 Fälle wurden letztes Jahr allein in Schleswig-Holstein verzeichnet, wie die AOK Nordwest jetzt mitteilte. Das ist ein Anstieg von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 

“Der Anstieg wird auch bei den Medikamenten-Verordnungen deutlich”, erklärte Dr. Christoph Vauth, stellvertretender AOK-Vorstandsvorsitzender. Die Verschreibung der Medikamente zur Behandlung der Krätze, wie Salben und Tabletten, stieg bei AOK-Versicherten um knapp 10 Prozent im Vergleich zu 2018 an. Gegenüber 2016, als sich die Zahl der mit Krätze Infizierten noch auf nur 4.500 Patienten belief, stiegen die Medikamenten-Verschreibungen um fast das Vierfache. Insgesamt wurden 2019 rund 1,2 Millionen Euro für Medikamente zur Behandlung von Krätze ausgegeben. Das sind 40 Prozent mehr als im Vorjahr. 

 

Was ist Krätze?

Krätze (Skabies) wird durch Parasiten, sogenannte Krätzmilben ausgelöst. Krätze ist eine ansteckende Hautkrankheit, die sich durch Symptome, wie starken Juckreiz und schuppig-krustiger Haut zeigt. Der Juckreiz entsteht dadurch, dass die Krätzmilben in die Haut eindringen. Das Immunsystem reagiert und es kommt zu entzündlichen Prozessen mit Hautveränderungen. 

 

Krätze und Hygiene 

Eine einzige Milbe reicht schon aus, um sich mit Krätze anzustecken. Daher hat Krätze nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Für eine rasche Heilung ist sie jedoch wichtig: „Hygiene und ein gestärktes Immunsystem spielen für den Verlauf eine große Rolle“, so Dr. Vauth. Beispielsweise seien häufiges Duschen und ein guter Immunstatus vorteilhaft dafür, die Milben schnell loszuwerden.

 

Das hilft gegen Krätze 

Alle getragenen Kleidungsstücke, benutzte Bettwäsche und Handtücher sollten täglich bei 60 Grad Celsius gewaschen werden. Empfindliche Kleidung kann für mindestens zwei Stunden bei minus 25 Grad in den Gefrierschrank gelegt werden, um Milben abzutöten. Nicht waschbares Spielzeug sollte zwei Wochen lang luftdicht verpackt und Polstermöbel und Matratzen täglich abgesaugt werden. Zusätzlich dazu kommen Salben und Tabletten bei der Behandlung von Krätze zum Einsatz, die Milben, Larven und Eier abtöten. 

Quelle:

Krätze-Fälle in Schleswig-Holstein weiter gestiegen, in aok.de

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