Immer mehr Intensivbetten belegt – kommt die Warnstufe?

Gaby Scheib

Die Lage auf den Intensivstationen spitzt sich zu: Da die Zahl der Corona-Patienten steigt, sind immer mehr Intensivbetten belegt, es droht der Kollaps. Ein Bundesland steht nun kurz davor, die Corona-Warnstufe 1 zu verkünden und wieder einschränkende Maßnahmen zu verhängen. 

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Laut aktuellen Meldungen des Statistikportals statista.de sind derzeit 21.061 Intensivbetten in Deutschland belegt – nur 3.648 sind noch frei. Zunehmend werden auch wieder behandlungsbedürftige Corona-Patienten eingeliefert. Immer mehr Kliniken schlagen Alarm, weil ihre Intensivbetten voll sind. In Baden-Württemberg droht wegen der hohen Inzidenzen die Corona-Warnstufe 1.

 

Immer weniger freie Intensivbetten 

Von den rund 21.000 Betten in Deutschland sind 2.136 mit Corona-Kranken belegt. Und die Zahl steigt, je mehr Menschen sich mit dem Coronavirus infizieren. Insbesondere Ungeimpfte und Ältere erkranken so schwer an COVID-19, dass sie intensivmedizinisch behandelt werden müssen. 

Wieder stehen wir vor einem Kollaps des Gesundheitssystems. Vor allem das Personal ist überlastet und nach den vielen Monaten der Pandemie ausgelaugt. Immer mehr Beschäftigte kündigen. So kommt es, dass nicht eigentlich die Anzahl der Betten selbst, sondern die Anzahl der Betten, die versorgt werden können, sehr begrenzt ist.

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Schwellenwert in Niedersachsen überschritten

In Niedersachsen ist der kritische Punkt der Corona-Lage in den Kliniken erreicht: Hier sind nun 5,1 Prozent der zur Verfügung stehenden Intensivbetten mit COVID-19-Kranken belegt. Der Schwellenwert liegt bei 5 Prozent, danach soll die Warnstufe 1 ausgerufen werden. Allerdings richtet sich diese jetzt nach der Hospitalisierungs-Inzidenz – und die liegt in Niedersachsen mit 3,9 derzeit noch unter dem ausschlaggebenden Wert von 6.

 

Was besagt die Hospitalisierungsrate?

Die Hospitalisierungsrate bildet die Aufnahme von Corona-Patienten in Krankenhäusern pro 100.000 Einwohnern innerhalb von 7 Tagen ab. Die Warnstufe 1 ist erreicht, wenn der Wert an fünf aufeinanderfolgenden Tagen über 6 liegt, während der Intensivbetten-Wert mehr als 5 oder die Sieben-Tage-Inzidenz mehr als 35 beträgt. Die Behörden können dann Maßnahmen zur Einschränkung des öffentlichen Lebens verhängen.

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Die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen liegt derzeit bei etwa 80. Es hängt also nur noch an der – ebenfalls steigenden – Hospitalisierungsrate, ob die Warnstufe 1 erreicht wird. Dann würde zum Beispiel in geschlossenen Räumen die 3G- bzw. 2G-Regel gelten.

 

In Baden-Württemberg droht ab Mittwoch Warnstufe 1

In diesem Bundesland wird die Warnstufe 1 ausgerufen, wenn die Zahl der intensivmedizinisch betreuten Corona-Patienten an zwei aufeinanderfolgenden Werktagen über 250 liegt. Aktuell liegen in Baden-Württemberg 277 Menschen wegen Corona auf der Intensivstation. Meldet auch das Landesgesundheitsamt um 16 Uhr einen Wert über 250, wird ab Mittwoch die Warnstufe 1 greifen. Dann treten hier strengere Corona-Regeln in Kraft, die vor allem das Leben von ungeimpften Menschen beeinträchtigen.

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Neben den oben genannten 3G- und 2G-Regeln dürfte sich zum Beispiel nur noch ein Haushalt mit fünf weiteren Menschen treffen – Geimpfte, Genesene sowie Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ausgenommen. Da bundesweit immer mehr Intensivbetten belegt sind, wird es vielleicht schon bald auch in anderen Bundesländern zur Warnstufe 1 und schärferen Regeln kommen.

Quellen:
Verfügbare und belegte intensivmedizinische Betten in Deutschland (Stand: 1. November 2021) in: statista.de
Corona: Intensivbetten-Belegung überschreitet Schwellenwert in: ndr.de
Die aktuelle Lage auf den Intensivstationen in: swr.de
Strengere Regeln für Ungeimpfte: Corona-Warnstufe ab Mittwoch wird immer wahrscheinlicher in: swr.de
Zahl der Intensivpatienten steigt – Warnstufe droht in: stuttgarter-zeitung.de

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