Im Pflegeheim beinahe vergiftet: “Ich hatte Angst um meine Mutter“

Redaktion PraxisVITA
Angehörige zuhause pflegen
Jetzt muss Uta keine Angst mehr um ihre Mutter haben. Weil die alte Frau im Pflegeheim stark vernachlässigt wurde und schließlich in akuter Gefahr schwebte, holte Uta sie nach Hause und pflegt sie nun selbst © Fotolia

Mangelnde Hygiene, wundgelegene Stellen und Angstzustände: Weil Kosten gespart wurden, ging es mit der Qualität der Pflege im Altenheim bergab. Als die Bewohner deshalb in Gefahr waren, holte Uta (57) ihre Mutter (93) nach Hause.

Wenn die Kassette mit ihren Lieblingsliedern läuft, singt die 93-jährige Hildegard Brehm gern mit und schaut aus dem Fenster in den Park. Obwohl ihre Worte schwer verständlich sind, strahlt die alte Dame eine tiefe Zufriedenheit aus. „Kaum vorstellbar, wie schlecht ihr Zustand noch vor drei Jahren war", erinnert sich die Tochter Uta Milbert, 57, die ihre Mutter jetzt zu Hause pflegt.

 

Durch falsche Lagerung wundgelegen

Vor drei Jahren lebte Hildegard Brehm noch in einem Seniorenheim. Sie war durch einen Schlaganfall und fortschreitende Alterungsprozesse auf Rundumversorgung angewiesen. „Sie fühlte sich erst gut aufgehoben", erzählt die Tochter, die selbst Altenpflegerin ist. „Bis die Leitung des Pflegeheims aus Kostengründen das Stammpersonal abbaute und immer mehr Leihkräfte einstellte." Seitdem gab es jeden Tag wechselnde Gesichter, kaum Absprachen. Die Situation verschlechterte sich rapide. „Ich fand meine Mutter immer öfter eingenässt, seit Stunden nicht gewaschen", berichtet Uta. Mal lag das Essen auf dem Boden, mal stand es unabgedeckt da, während daneben der Windeleimer geleert wurde – total unhygienisch. Von falscher Lagerung bekam Hildegard wunde Stellen. „Ab und zu hörte ich sie vom Gang aus rufen, weil sie sich fürchtete, wenn die Zimmertür zu war. Egal wie oft ich die Pflegerinnen bat, sie offen zu lassen: Es half nicht."

                                                                                                                                             

 

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Beinahe falsches Medikament verabreicht

Die Seniorin verweigerte Essen und Trinken, war seelisch am Ende. „Natürlich habe ich Pflegekräfte und Heimleitung oft auf die Missstände hingewiesen, schrieb Briefe, bat Angehörige mit ähnlichen Erfahrungen um Unterstützung", so Uta. „Doch entweder wurde ich als Querulantin dargestellt, oder man versprach, dass alles besser würde – was nie geschah." Rechtliche Schritte gegen die Heimleitung hätten Zeugenaussagen oder sogar Beweisfotos erfordert. Ein Weg, den die Tochter scheute.

Aber dann sah sie eines Tages etwas, was alles veränderte: Eine Aushilfskraft hätte der Mutter beinahe ein falsches, zu starkes Medikament gegeben. „Ich fürchtete nun wirklich um ihr Leben", sagt Uta. Sie beschloss: „Ich hole Mutter zu mir nach Hause."

 

„Laien würde ich von der Pflege daheim abraten“

Keine leichte Entscheidung: „Natürlich richtet sich mein Leben nun stark nach ihr. Ich arbeite weiter halbtags und werde bei der Pflege von meiner Schwester und einer befreundeten Krankenschwester unterstützt", erzählt Uta. „Nicht jeder hat wie ich die Ausbildung, Zeit und Kraft, um jemanden daheim zu betreuen. Laien würde ich davon abraten."

Uta hat ihre Entscheidung nie bereut: „Meine Mutter ist zutiefst dankbar und gibt mir sehr viel zurück." Für Hildegard Brehm hat sich seitdem alles zum Guten gewendet. Nun isst und trinkt sie wieder gern. Sie wirkt an manchen Tagen geistig klar und genießt es, wenn Freunde oder Nachbarn vorbeikommen.

 

Sie engagiert sich immer noch im Pflegeheim

Zum Pflegeheim hält Uta trotz dieser Erfahrungen weiterhin Kontakt. Sie engagiert sich als Fürsprecherin der Bewohner und Angehörigen, um bessere Bedingungen zu erstreiten. Mit Erfolg! Es gibt nun ein größeres Angebot an Beschäftigungstherapien. Auch werden weniger Leihkräfte eingesetzt, die Leitung setzt wieder verstärkt auf Stammpersonal. „Ich kann sicher nicht die Welt verändern", sagt Uta. „Aber für meine Mutter und auch die anderen Heimbewohner will ich alles tun, was in meiner Macht steht."

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