Idealgewicht: Wie viel darf ich wiegen?

Verena Elson Medizinredakteurin

Lange Zeit galt der BMI als Maßstab für das Idealgewicht. Doch Mediziner setzen heute auf eine ganz andere Formel, um das ideale Körpergewicht zu ermitteln. 

Eine Frau misst ihren Taillenumfang
Mithilfe des Taille-Hüft-Verhältnisses lässt sich das Idealgewicht ermitteln Foto:  iStock/GlobalStock

Wer Übergewicht hat – und das ist laut Statistik mehr als jeder zweite Erwachsene in Deutschland – hat auch ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen wie Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall. Es ist also aus gesundheitlicher Sicht sinnvoll, Gewicht zu reduzieren und das persönliche Idealgewicht anzustreben. Doch die Antwort darauf, wie dieses zu errechnen ist, hat sich in den vergangenen Jahren mehrfach geändert.

 

Wie viel sollte ich wiegen? BMI nicht aussagekräftig

Lange Zeit wurde das Idealgewicht mithilfe des Body-Mass-Index (BMI) errechnet. Dabei wird das Körpergewicht (in Kilogramm) durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat geteilt. Als übergewichtig gilt, wer als Mann einen Wert von über 25 oder als Frau einen Wert von über 24 hat.

Doch Mediziner hatten Zweifel an der Aussagefähigkeit des BMI: Er berücksichtigt beispielsweise nicht, dass Sportler etwa mehr Kilos auf die Waage bringen dürfen als Nichtsportler, weil ihre Muskelmasse mehr wiegt. Darum eignet er sich nicht dafür, das individuelle Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko zu ermitteln.

 

Neue Formel für Idealgewicht: Taille-Hüft-Verhältnis

Deutlich hilfreicher bei der Ermittlung des Idealgewichts ist dagegen das Taille-Hüft-Verhältnis (THV). Die Taille wird dafür in Höhe des Bauchnabels, die Hüfte an der dicksten Stelle gemessen. Anschließend wird der Taillenumfang durch den Hüftumfang geteilt. Als Idealgewicht gilt bei Männern ein Wert bis 1, bei Frauen ein Wert bis 0,85.

Bei deutlich höheren Werten drohen gesundheitliche Folgen – denn diese deuten darauf hin, dass das Fett vor allem in der freien Bauchhöhle gespeichert wird. Dieses sogenannte viszerale Fett ist an der Produktion von entzündungsfördernden Signalstoffen beteiligt und fördert so die Entstehung von Krankheiten.

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