Ich bin 38, mein Körper 28

Altern
Das biologische Alter kann stark vom tatsächlichen abweichen, zeigt eine aktuelle US-Studie © Fotolia

Rund 1.000 Menschen wurden in einer aktuellen US-Studie untersucht. Alle waren 38 Jahre alt, und doch variierte ihr biologisches Alter enorm: Es reichte von Ende 20 bis über 60 Jahre. Praxisvita stellt die Studienergebnisse vor und verrät, wie Sie Ihr biologisches Alter beeinflussen können.

Anders als unser tatsächliches Alter, das durch das Geburtsdatum festgelegt wird, sagt unser biologisches Alter etwas über den Zustand unseres Körpers aus – darüber, wie weit der Alterungsprozess in Organen, Gehirn, Haut und Gelenken bereits fortgeschritten ist.

Wissenschaftler der Duke University im US-amerikanischen Durham untersuchten in einer Langzeitstudie, wie stark das biologische Alter von Gleichaltrigen variieren kann. Dazu begleiteten sie 954 38-jährige Bewohner der neuseeländischen Stadt Dunedin von ihrer Geburt bis zu ihrem vollendeten 38. Lebensjahr.

 

Biologisches Alter variiert stark

Am Ende des Studienzeitraums ermittelten die Forscher das biologische Alter der Probanden mittels einer speziell entwickelten Methode: Unter anderem überprüften sie Cholesterin-, Leber-, Lungen- und Nierenwerte, die Leistungskraft des Herzens, den Zustand der Zähne und die Länge der sogenannten Telomere – das sind die Enden der Chromosomen, die im Alter immer kürzer werden. Zudem wurden IQ und motorische Fähigkeiten der Probanden gemessen.

Das Ergebnis: Das biologische Alter der Studienteilnehmer reichte von 28 bis 61 Jahren. Um festzustellen, wie es bei den einzelnen Individuen voranschreitet, verglichen die Wissenschaftler diese Ergebnisse mit sechs und zwölf Jahre zuvor ermittelten Werten. Bei den meisten Probanden stieg mit jedem Lebensjahr auch das biologische Alter um ein Jahr. Doch einige, vor allem die Studienteilnehmer mit schlechterem Allgemeinzustand, alterten um bis zu drei biologische Jahre pro Lebensjahr. Andere wiederum schienen gar nicht zu altern. Wer biologisch deutlich älter war als sein tatsächliches Alter, hatte im Schnitt eine schlechtere körperliche Fitness, etwa beim Treppensteigen. Außerdem gingen motorische Fähigkeiten (z.B. bei Gleichgewichtsübungen) und IQ dieser Probanden schneller zurück – ein Anzeichen für ein erhöhtes Demenz-Risiko. Zudem wurden sie von Außenstehenden als älter eingeschätzt als sie tatsächlich waren.

Hier geht es zu einem Selbst-Test, mit dem Sie Ihr biologisches Alter berechnen können.

 

7 Formeln für einen jungen Körper

Zwar hängt das biologische Alter auch von genetischen Faktoren ab, jedoch nur zu rund 20 Prozent – der Rest ist beeinflussbar. Mit diesen sieben Formeln können Sie selbst die Altersuhr ein wenig zurückdrehen.

Die Schlaf-Wasser-Formel

Im Schlaf werden Zellen neu gebildet und alte repariert. Zu wenig Schlaf raubt uns die Jugend. Die Anti-Aging-Formel lautet daher: 7 x 7,5 Stunden Schlaf + 7 x 1 Glas Wasser nach dem Aufwachen. Warum Wasser? Im Schlaf verliert die Haut bis zu 20 Prozent ihres Wassergehalts – und dieses Defizit muss schnell ausgeglichen werden. Diese Maßnahme sorgt auch für ein junges Aussehen: Denn nur eine kontinuierliche Wasserversorgung hält das Bindegewebe der Haut elastisch. Schon eine kurze Unterversorgung hinterlässt Spuren.

Die Ernährungs-Formel

Es gibt zwei Nahrungsbestandteile, die das biologische Alter besonders senken: Gemüse und Eiweiß. Gemüse enthält sogenannte Antioxidantien, die die Zellen vor Schädigungen schützen. Optimal sind insgesamt 150 g Karotten, Tomaten, Paprika pro Tag. Muskeln und Haut bestehen zur Hälfte aus Eiweiß. Da der Körper aber nur 50 Prozent seines Bedarfs selbst deckt, muss ihm das fehlende Eiweiß zugeführt werden – täglich 1 Ei, 1 Glas Milch, 1 Joghurt.

Die Haut-Schutz-Formel

Wer über 8 g Salz pro Tag isst, hat auf Dauer deutlich mehr Falten als Menschen, die sich salzarm ernähren. Forschungen ergaben: 1 g Kochsalz bindet 100 ml Wasser. Bei einem Übermaß an Salz kann der Körper so viel Flüssigkeit zurückhalten, dass sich das Wasser mit Giftstoffen im Gewebe konzentriert. Folge: stärkere Alterungserscheinungen. Die Anti-Aging-Formel: täglich möglichst nur 5 - 6 g (= 1 TL) Salz aufnehmen.

Die Bewegungs-Formel

Nichts fördert das Jungbleiben so sehr wie Sport – er schützt vor Krebs, Diabetes, Knochenschwund, und versorgt die Haut mit Sauerstoff. Eine Studie belegt: Die Gefahr, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln, verringert sich durch Bewegung um bis zu 88 Prozent. Als ideal hat sich die Formel 3 x 40 + 7 x 15 erwiesen: 3 x pro Woche 40 Minuten Rad fahren, joggen oder walken plus täglich mindestens 15 Minuten zügig spazierengehen.

Die Gehirn-Formel

B-Vitamine ermöglichen den schnellen Informationsfluss zwischen Gehirn- und Nervenzellen: Es sind B-Vitamine, die uns schlagfertig antworten lassen und die Konzentration erhöhen. Und es sind B-Vitamine, die dem alternden Gehirn fehlen. Gedächtnisschwäche und Müdigkeit können deshalb Anzeichen eines Vitamin-B-Mangels sein. Um dem vorzubeugen und die Leistungsfähigkeit des Gehirns auf jungem Niveau zu halten, empfehlen Anti-Aging-Forscher Vitamin-B-reiche Lebensmittel: Getreide, Hülsenfrüchte, grünes Gemüse. Die Lebensformel: täglich 1 Müsli und 50 Gramm Nüsse. Der Anti-Aging-Effekt fürs Gehirn: Die Konzentrations- und Gedächtnisleistung nimmt um bis zu 60 Prozent wieder zu.

Die Fasten-Formel

Mit leerem Magen wird der Insulinspiegel im Blut um entscheidende zehn Prozentpunkte gesenkt. Effekt dieser Absenkung: Sie führt zu einer Verminderung der Körpertemperatur um bis zu 0,5 Grad Celsius und damit zu einer Verlangsamung aller Körperfunktionen. Gleichzeitig wird die Produktion von Wachstumshormonen angeregt, die dafür sorgen, dass der Körper Fettgewebe ab- und Muskelmasse (und damit auch eine straffere Haut) aufbaut. Dieses Schonprogramm im Schlaf wirkt nachweislich als Altersbremse. Die gute Nachricht: Für diesen Anti-Aging-Effekt muss keiner tagelang aufs Essen verzichten. Die Fastenformel lautet: 6 x 1 + 1 x 0 - 6x pro Woche ist das Abendessen erlaubt, an einem Abend wird ausgesetzt.

Die Hormon-Formel

Für eine Studie sollten Beobachter das Alter von 100 Frauen schätzen. Die meisten hielten diejenigen für jünger, die einen hohen Östrogen-Spiegel aufwiesen. War der Wert des weiblichen Geschlechtshormons niedrig, wirkten die Frauen bis zu zehn Jahre älter, als sie wirklich waren. Man muss aber keine Hormone schlucken, um jünger auszusehen. Einen ähnlichen Effekt hat Soja. Die Bohne enthält hormonähnliche Stoffe, die Alterungsprozesse hemmen. Die Hormon-Formel: Pro Tag 2 Gläser Sojamilch sowie 1 Becher Sojajoghurt.

Hamburg, 7. Juli 2015

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