Hypnose gegen Niesen

Tipps gegen allergische Reaktionen
Tipp gegen allergische Reaktionen:„Mit etwas Übung bewirkt z. B. die Vorstellung von Eis auf der Schleimhaut, dass die Nase nicht mehr läuft," sagt Dr. Wolfgang Blohm © Fotolia

Heuschnupfen und Niesreiz ist lästig. Was also tun? Ausgerechnet wenn die Natur erwacht, geht das Elend los: Jeder dritte Deutsche leidet unter Nies-Attacken, Augenjucken oder Abgeschlagenheit, weil die fehlgeleitete Abwehr auf harmlose Pollen reagiert. Jetzt bestätigen neue Studien: Klinische Hypnose kann helfen.

 

Ohne die eigene Mitarbeit geht nichts

Wer nun denkt, eine Sitzung mit ein paar Zaubersätzen würde alles erledigen, irrt. „Wir wenden keine Gehirnwäsche an, sondern ein Therapieverfahren. Dazu braucht es die volle Mitarbeit der Patienten", sagt Dr. Wolfgang Blohm, Leiter der Fachklinik für Hypnotherapie in Breklum bei Husum. 15 bis 20 Sitzungen sind nötig. Darin wird der Patient durch Worte in einen Trancezustand gebracht. „So bekommen wir Zugang zum Unterbewusstsein, können innere Bilder nutzen", sagt der Fachmann. „Damit es keine Missverständnisse gibt: Trance ist ein Zustand der tiefen Entspannung. Man ist weder bewusst- noch willenlos."

 

Innere Bilder stoppen das Naselaufen

Klinische Hypnose wirkt auf mehreren Ebenen. Es wird davon ausgegangen, dass es neben der genetischen Allergie-Veranlagung auch ein seelisches Spannungsfeld gibt. „Oft fühlen sich Allergiker z. B. fremdbestimmt. So etwas spüren wir auf und erarbeiten Verhaltensänderungen", so Dr. Blohm. „Weiter vermitteln wir Techniken zur Selbsthypnose." Damit lernen Betroffene, durch innere Bilder Einfluss auf gewisse Körperfunktionen zu nehmen. „Mit etwas Übung bewirkt z. B. die Vorstellung von Eis auf der Schleimhaut, dass die Nase nicht mehr läuft." Und schließlich kann über die Vorstellungskraft auch das Immunsystem stabilisiert werden. Das wird geübt.

 

Die Umstellung dauert einige Monate

Erste Erfolge – z. B. einen Apfel essen können, ohne dass es im Rachen kribbelt – treten schnell ein. Stabil sind die Effekte aber erst nach etwa einem halben Jahr. „Unsere Erfolgsquote liegt bei 80 Prozent. Fällt ein Patient aber in alte Muster zurück, kehren die Symptome wieder. Dann sind Auffrischungssitzungen nötig", sagt Dr. Blohm. Eine Sitzung kostet ca. 100 Euro (private Kassen zahlen, bei gesetzlichen kann man es per Antrag versuchen)

Infos: www.hypnose-klinik.com

 

So behandelt die Schulmedizin

Diese herkömmlichen Therapien lassen sich mit Hypnose kombinieren

Spezifische Immuntherapie:

In der pollenfreien Zeit werden allergieauslösende Stoffe in schrittweise erhöhter Dosis gespritzt. So lernt das Immunsystem, sie zu tolerieren. Dauer: 3 Jahre. Bei optimaler Allergen-Zusammensetzung liegt die Erfolgsquote bei über 90 Prozent.

Gräsertablette:

Für einige Allergene gibt es auch andere Anwendungen als Spritzen. Tropfenlösungen, die unter die Zunge geträufelt werden, oder Schmelztabletten bei Gräserpollen-Allergie. Dauer: je 3-5 Jahre.

Antihistaminika:

Diese freiverkäuflichen Mittel bekämpfen nicht die Ursache, sondern dämpfen akut die Symptome. Sie bremsen die Wirkung des Entzündungsbotenstoffs Histamin, wirken schnell.

Quelle: Laura, 11/2012

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