Hypermenorrhoe – wenn die Monatsblutung zu stark ausfällt

Redaktion PraxisVITA

Mediziner sprechen von einer Hypermenorrhoe, wenn die Blutung verstärkt ist. Doch was heißt das eigentlich? Ab wann gilt eine Blutung als zu stark? Und ist es nicht so, dass jede Frau ihre Blutung subjektiv anders einschätzt? Erfahren Sie hier, was hinter einer verstärkten Periode stecken kann und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Bei einer Hypermenorrhoe ist die Blutung zu stark
Häufiges wechseln von Tampons und Binden: Der starke Blutverlust bei einer Hypermenorrhoe kann die Lebensqualität einschränken© iStock
 

Ab wann hat eine Frau Hypermenorrhoe?

Laut gynäkologischen Richtlinien leidet eine Frau unter einer Hypermenorrhoe, wenn sie mehr als 150 Milliliter Blut am Tag verliert. Die Menge entspricht ungefähr 20 Esslöffeln. Etwas anschaulicher sind folgende Orientierungswerte: Demnach hat eine Frau Hypermenorrhoe, wenn sie täglich mehr als fünf Binden verbraucht oder ihr Tampon in weniger als zwei Stunden vollgesogen ist. Ein weiterer Hinweis sind größere sogenannte „Blutkoagula“ (Klümpchen) im Blut. Eine starke Blutung ist für viele Betroffene nicht nur nervig, sondern auch schmerzhaft: Durch die übermäßige Blutungsstärke werden vermehr Blutgerinnsel (Blutpropfen) gebildet, die bei der Ausscheidung durch die Gebärmutter, Krämpfe verursachen können.

Besonders für Mädchen ist es unangenehm mit ihren Müttern oder auch Frauenärzten über Zyklusstörungen zu sprechen. Für sie könnten folgende Anhaltspunkte hilfreich sein, um festzustellen, ob sie an einer Hypermenorrhoe erkrankt sind:

  • Muss ich nachts aufstehen, um die Binde bzw. den Tampon zu wechseln?
  • Beeinträchtigt die starke Blutung meine Lebensqualität?
  • Traue ich mich nicht Sport zu machen, spontan Freunde zu treffen etc. aus Angst, meine Blutung könnte zu stark ausfallen und für Außenstehende sichtbar werden?
  • Fühle ich mich müde und antriebslos?

Sofern solche Fragen mit einem „Ja“ beantwortet werden, deutet das auf eine Hypermenorrhoe hin. Wichtiger als die genannten Orientierungspunkte, ist aber die persönliche Einschätzung: Glaubt eine Frau, zu viel Blut zu verlieren, sollte sie zum Gynäkologen gehen. Mit ihm kann sie mögliche Ursachen abklären.

 

Hypermenorrhoe: Ultraschalluntersuchung offenbart organische Ursachen

Der Frauenarzt wird die Patientin zunächst zu ihrer Menstruation befragen. Interessant ist beispielsweise, ob der Blutverlust an allen Tagen der Periode gleich stark ist oder nur an den ersten beiden. Anschließend wird der Gynäkologe die Frau mit einer Blut- bzw. Ultraschalluntersuchung auf Auffälligkeiten untersuchen – in rund 80 Prozent der Fälle steckt nämlich eine Funktionsstörung der Organe hinter der Erkrankung. Zu diesen gehören u.a.:

  • Myome (gutartige Tumoren in der Muskelschicht der Gebärmutter)
  • Polypen (Gewebeablagerungen in der Gebärmutter)
  • Endometriose (gutartige Wucherungen im Gewebe der Gebärmutterschleimhaut)
  • Gestagenmangel
  • Entzündung des Eileiters
  • Entzündung der Gebärmutter
  • Gebärmutterkrebs
 

Behandlung einer Hypermenorrhoe

Organische Ursachen werden mittels einer Ultraschalluntersuchung in den überwiegenden Fällen schnell ausfindig gemacht. Abhängig vom organischen Befund wird anschließend eine individuell zugeschnittene Behandlungsform vereinbart. Welches Verfahren eingesetzt wird, richtet sich u.a. nach der Größe und Lage des Störkörpers sowie nach dem Alter der Patientin und ob diese den Wunsch hat, Kinder zu bekommen. Liegen beispielsweise Myome oder Polypen vor, werden diese operativ entfernt. In anderen Fällen wird unter Vollnarkose die Gebärmutter ausgeschält. Als weitere Verfahren kommen eine Gebärmutterspiegelung infrage oder deren Entfernung.

Neben den organischen Ursachen können auch sogenannten „extragenitale“ Ursachen vorliegen, beispielsweise wenn die Patientin blutverdünnende Medikamente einnimmt oder bei ihr Blutgerinnungsanomalien vorliegen. Sollte das der Fall sein, wird der Arzt die Patientin über medikamentöse Alternativen aufklären.

Geklärt werden sollte überdies, ob die Patientin psychische Erkrankungen hat. Stress oder negative Gefühle wie Angst und übersteigerter Leistungsdruck, können sich negativ auf Vorgänge im Gehirn auswirken, die wiederum direkt mit der Funktion der Eierstöcke zusammenhängen. In einigen Fällen wird der Gynäkologe daher zu einer Psychotherapie raten.

 

Vorbeugung einer Hypermenorrhoe

Vorbeugung ist kaum möglich, da in den überwiegenden Fällen organische Ursachen hinter dem Leiden stecken.

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