Hyperhidrose: Wie viel Schwitzen ist normal?

Schweißflecke unter den Armen sind nicht nur unangenehm. Sie können auch Folge einer Krankheit sein. Was Sie über die sogenannte Hyperhidrose wissen sollten.

Des einen Freud ist des anderen Leid: Viele Menschen leiden unter übermäßig starkem Schwitzen und sehen dem Sommer daher mit gemischten Gefühlen entgegen. Frauen in und nach den Wechseljahren sind besonders häufig betroffen. In den meisten Fällen ist Schwitzen aber eine völlig natürliche Reaktion des Körpers auf Überhitzung. Übermäßiges Schwitzen deutet jedoch auf eine Störung im Organismus hin. Aus Scham gehen Betroffene häufig nicht zum Arzt. Dabei bietet die moderne Medizin wirksame Hilfe.

Hyperhidrose: Krankhaftes Schwitzen

Selbst für Experten ist es nicht immer leicht, das normale vom krankhaften Schwitzen, der sogenannten Hyperhidrose, zu unterscheiden. Manche Menschen schwitzen von Natur aus mehr als andere. Und der eine empfindet schon normales Transpirieren als extrem störend. Andere können mit der Situation besser umgehen. Grundsätzlich wird Schwitzen dann als übermäßig angesehen, wenn der Schweiß unabhängig von Temperatur oder körperlicher Anstrengung auftritt.

Junge Frau kauft Klamotten
Wer unter einer Hyperhidrose leidet, sollte auf lockere Schnitte, leichte Stoffe und helle Farben achten. Naturmaterialien wie Baumwolle, Viskose, Leinen und Wolle sind bei Hitze besser als Synthetik© Fotolia

Hyperhidrose als Folge von Stoffwechselstörungen

Zuerst sollte man abklären, ob das vermehrte Schwitzen durch eine Grunderkrankung verursacht wird. Diese sogenannte sekundäre Hyperhidrose tritt zum Beispiel als Folge von Stoffwechselstörungen wie Diabetes oder einer Überfunktion der Schilddrüse auf. Aber auch Übergewicht, Infektionen oder Krebs können eine vermehrte Schweißbildung auslösen. Bei den meisten Betroffenen gibt es aber keine solche Grunderkrankung. Die Therapie zielt dann auf die überaktiven Schweißdrüsen ab. Dafür stehen viele verschiedene Behandlungsmethoden zur Verfügung. Welche zum Einsatz kommt, ist von Patient zu Patient unterschiedlich und hängt auch von der Schwere der Hyperhidrose ab. Denn die Krankheit kann z. B. nur einzelne Regionen wie Achseln, Hände oder Füße, aber auch den ganzen Körper betreffen.

Sport und Saunagänge gegen die Hyperhidrose

Die Betroffenen können auch selbst einiges tun, um sich vor der Hyperhidrose und seinen Folgen zu schützen. Um unangenehme Gerüche zu vermeiden, ist es am besten, die Haare unter den Achseln zu rasieren. Sie sind eine Brutstätte für geruchsbildende Bakterien. Eventuell eingewachsene Haare lassen sich mit Hilfe von ein paar Tricks leicht behandeln. Gegen Schweißfüße helfen Fußbäder mit Eichenrindentee. Sport, Sauna und Wechselduschen sind ebenfalls hilfreich. So könne man die Wärmeregulation des Körpers trainieren. Wichtig ist, dass Betroffene auf ihren Mineralstoffwechsel achten. Eine Hyperhidrose kann einen erhöhten Kalium- und Magnesiumbedarf verursachen. Der lässt sich mit Ergänzungsmitteln aus der Apotheke ausgleichen.

Mit Langzeit-Therapie gegen die Hyperhidrose

Tritt die Hyperhidrose am gesamten Körper auf oder leiden Betroffene unter besonders starkem Schwitzen, hat sich die medikamentöse Therapie mit sogenannten Anticholinergika bewährt. Verschreibungspflichtige Medikamente, etwa mit dem Wirkstoff Methantheliniumbromid, können die Schweißproduktion senken. Die Tabletten sind vor allem für die Langzeit-Therapie geeignet. So kann man der Hyperhidrose langfristig begegnen.

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