Hypercholesterinämie - Veranlagung für Herzinfarkt

Familiäre Hypercholesterinämie bei Kindern
Gibt es in der Familie Fälle von Herzkrankheiten vor dem 55. Lebensjahr, sollte der Cholesterinspiegel des Kindes gemessen werden, um eine familiäre Hypercholesterinämie auszuschließen © Fotolia

Die erbliche Stoffwechselstörung Hypercholesterinämie verursacht schon bei Kindern einen hohen Cholesterinspiegel. Die Krankheit erhöht das Risiko eines Herzinfarkts in jungen Jahren. Wie Eltern ihre Kinder davor schützen können, erfahren Sie hier.

Ob erhöhte Cholesterinwerte oder Bluthochdruck – bei wichtigen Herz-Kreislauf-Risikofaktoren spielen nicht nur Ernährung und Lebensweise, sondern auch Veranlagung eine große Rolle. So ist bei einem von 500 Menschen der Cholesterin-Stoffwechsel von Kindheit an durch einen Gendefekt gestört; Ärzte sprechen von einer „familiären Hypercholesterinämie“. Den Betroffenen wurde von Vater oder Mutter ein bestimmtes defektes Gen vererbt, sodass ihr Körper zu viel Cholesterin herstellt. Der Überschuss steigert erheblich das Arterioskleroserisiko. Unbehandelt erkranken mehr als 50 Prozent der betroffenen Männer und 30 Prozent der Frauen bis 60 Jahre an den Herzkranzgefäßen – mit der Gefahr eines tödlichen Infarkts.

 

Xanthome - Hinweis auf Hypercholesterinämie

Das defekte Gen kann auch von beiden Elternteilen zugleich auf das Kind vererbt werden, was jedoch selten vorkommt. Betroffene sterben zumeist vor dem 30. Lebensjahr an einem akuten Herzinfarkt. Typisch für eine familiäre Hypercholesterinämie sind Xanthome. Diese gutartigen, zentimetergroßen Hautgeschwülste, in denen Fett abgelagert wird, treten meistens im zweiten Lebensjahrzehnt auf. Von Klang und Aussehen her ähnlich sind auch die sogenannten Xanthelasmen. Das sind Cholesterinansammlungen unter der Haut am Augenlid. Sie können schon im Kindesalter auf einen erhöhten Cholesterinspiegel hinweisen.

 

Hypercholesterinämie: Vorsorge ist wichtig

Jeder, in dessen Familie bereits frühzeitig erhöhte Blutfettspiegel aufgetreten sind, sollte unbedingt seine eigenen Werte kontrollieren lassen. Das trifft insbesondere auf Kinder zu. Gibt oder gab es bei Verwandten schon vor dem 55. Lebensjahr Herz-Kreislauf-Leiden, sollte der Blutfettspiegel der Kinder überprüft werden. Bei ihnen sollte der Gesamtcholesterinwert maximal 175 mg/dl betragen. Liegt tatsächlich eine familiäre Hypercholesterinämie vor, kann man sie mit Medikamenten sowie Diäten behandeln, um schlimmen Herz-Kreislauf-Folgen vorzubeugen.

Mit dem Gendefekt lässt sich allerdings nicht begründen, dass fast 50 Prozent der Erwachsenen in Deutschland Blutfettwerte oberhalb der Risikomarke von 200 mg/dl haben! Hier ist die Ursache vor allem falsche, zu fettreiche Ernährung. Da hilft nur die konsequente Umstellung auf cholesterinarme Kost.

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