Hydromorphon - die beste Hilfe bei Schmerzen

Dr. med. Dierk Heimann

Mein 38-jähriger Patient klagt über unerträgliche Schmerzen. Nach einem Sportunfall vor fast 20 Jahren hat sich ein Gelenkverschleiß, eine Arthrose in seinem rechten Hüftgelenk entwickelt. Trotz extrem starker Schmerzen ist die Operation erst in acht Wochen möglich. Er soll ein künstliches Gelenk bekommen. Bis dahin müssen wir die Zeit überbrücken. Aber wie? Klassische Schmerzmittel reichen nicht aus.

Inhalt
  1. Schmerzen belasten den Alltag
  2. Wie sollte Hydrmorphon dosiert werden?
  3. Was sind die Nebenwirkungen von Hydromorphon?
  4. Warum das Hydromorphon?
 

Schmerzen belasten den Alltag

Ich habe wenig Verständnis, wenn Ärzte die Schmerzen ihrer Patienten nicht so gut wie möglich versorgen. Mein Patient hat Ibuprofen, Diclofenac, Metamizol und auch schon ein leichteres Opiat versucht – ohne Erfolg. Deshalb entscheide ich mich nun für eines der am stärksten wirkenden Opiate überhaupt, das Hydromorphon. Es ist für starke Schmerzen zugelassen. Ich wähle eine Einmalgabe, also nur eine Tablette pro Tag. Mir ist wichtig, dass mein Patient auch nachts schmerzfrei ist, damit er schlafen kann. Laut einer aktuellen Studie der University of California in Berkely steigert Schlafmangel das Schmerzempfinden noch zusätzlich.

Frau beim Gespräch mit Arzt
Medikamente & Wirkstoffe Torasemid bei Herzschwäche

 

Wie sollte Hydrmorphon dosiert werden?

Bis die richtige Dosis bei einem Opiat gefunden ist, kann es leider ein paar Tage dauern. Ich fange mit 4 Milligramm an – das ist nicht zu viel und nicht zu wenig. Wichtig ist, dass der Patient die Dosis nicht selbstständig erhöht. Eine Überdosierung könnte unter anderem zum Atemstillstand führen. Bitte beachten: In der Eindosierungsphase und mindestens 14 Tage danach sollte kein Auto gefahren werden!

 

Was sind die Nebenwirkungen von Hydromorphon?

Im Vergleich zu Morphin wirkt Hydromorphon etwa 7,5-mal stärker – bei weniger Nebenwirkungen. Dennoch können Opiate Übelkeit hervorrufen und eine Verstopfung auslösen. Ich gebe meinen Patienten daher immer parallel etwas gegen Übelkeit und Verstopfung. Häufig sind diese Nebenwirkungen nach einigen Wochen verschwunden.

 

Warum das Hydromorphon?

Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) empfiehlt das Hydromorphon als ihre Leitsubstanz. Zwei der Gründe: Es verträgt sich gut mit vielen anderen Medikamenten und Lebensmitteln. Zudem wirkt ein langwirksames Hydromorphon-Präparat im Körper wohl stabil. Zum Beispiel auch, wenn etwas Alkohol getrunken wird. Wir wissen, dass etwa jeder dritte Opiat-Patient während der Behandlung ab und zu Alkohol zu sich nimmt – trotz anderslautender Empfehlungen. Bei mir hier im Weinanbaugebiet am Rhein sowieso.

Dauer der Anwendung beachten!

Die Schlagzeilen aus den USA über viele Opiat-Abhängige sind leider nicht aus der Luft gegriffen. Meine Erfahrung: Sind die Schmerzen irgendwann vorbei, gelingt auch der Medikamenten-Ausstieg meist gut. Allerdings sollte er schleichend und unter Arztanleitung stattfinden!

 

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