Husten ohne Erkältung: 6 häufige Ursachen!

Verena Elson Medizinredakteurin

Husten im Rahmen einer Erkältung ist in der Regel ungefährlich. Doch tritt der Husten ohne Erkältung auf, kann er beunruhigend sein – tatsächlich können dann ernsthafte Erkrankungen dahinterstecken.

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Husten ohne Erkältung kann auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein – einen ersten Hinweis geben die Art des Hustens (trocken oder mit Auswurf) sowie die Begleitsymptome. Häufig steckt einer von sechs Auslösern hinter dem Husten ohne Infekt:

 

1. Asthma: Nächtliches Husten ohne Erkältung

Bei Asthma bronchiale sind die unteren Atemwege chronisch entzündet. Die Bronchien reagieren überempfindlich auf eigentlich harmlose Reize und verengen sich anfallsartig, was zu den typischen Asthmaanfällen mit Atemnot und heftigen Hustenanfällen führt.

Zusätzlich leiden Asthmatiker:innen häufig unter chronischen Beschwerden jenseits der quälenden Asthmaanfälle. Dazu zählen:

 

2. Chronische Bronchitis: Husten mit Schleim ohne Erkältung

Unter einer chronischen Bronchitis versteht man die chronische Entzündung der Bronchialschleimhaut. Sind die Bronchien zusätzlich verengt, sprechen Mediziner von einer chronisch-obstruktiven Bronchitis, umgangssprachlich Raucherhusten genannt. Dieser kann sich weiterentwickeln zur sogenannten chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD).

Typisches Symptom der chronischen Bronchitis ist Husten mit zähem, weißlichem Auswurf, der verstärkt morgens auftritt.

Der häufigste Auslöser der chronischen Bronchitis ist Rauchen – darum ist ein Rauchstopp die effektivste Maßnahme, um den Dauerhusten zu lindern.

 

3. Trockener Reizhusten seit Wochen: Reflux als Auslöser?

Ein trockener Reizhusten, der nicht mit einer Erkältung in Verbindung steht, kann auf die sogenannte Refluxkrankheit zurückzuführen sein. Die Ursache ist in der Regel eine eingeschränkte Funktion des Speiseröhren-Schließmuskels.

Bei der Erkrankung kommt es zu einem Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre. Fließt die Magensäure dabei bis in den Rachen, kann das Hustenreiz auslösen. Das bekannteste Reflux-Symptom, das Sodbrennen, muss dabei nicht zwangsläufig auftreten. Typisch sind außerdem folgende Begleitbeschwerden:

  • Halsschmerzen
  • Kloßgefühl im Hals
  • Husten nach dem Essen
  • Heiserkeit
  • Räusperzwang
  • Vermehrte Schleimbildung

Da die Refluxkrankheit langfristige Schäden in der Speiseröhre anrichten kann, sollte sie immer medizinisch behandelt werden.

Eine Schüssel Haferbrei mit Bananen
Hausmittel Soforthilfe bei Reflux

 

4. Reizhusten ohne Erkältung durch Post-nasal-drip-Syndrom

Das sogenannte Post-nasal-drip-Syndrom (PND) kann sich sowohl als trockener Reizhusten als auch als Husten mit Auswurf äußern. Die Ursache ist häufig eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung oder ein allergischer Schnupfen: Die Nase ist verstopft und das Sekret kann nicht mehr ablaufen. So sucht es einen Ausweg durch die Luftröhre und gelangt in die unteren Atemwege. Der Körper reagiert darauf mit einem Hustenreiz, um das Sekret herauszubefördern. Neben dem Hustenreiz sind folgende Symptome typisch für das PND:

  • Heiserkeit
  • Kloßgefühl im Hals
  • Räusperzwang
  • Schleimfluss im Rachen, vor allem im Liegen

Auch bei diesen Symptomen ist der Besuch bei einer Ärztin immer angeraten, da ein unbehandeltes PND beispielsweise chronische Bronchitis oder Asthma fördern kann.

 

5. Trockener Husten ohne Erkältung als Nebenwirkung

Tritt ein Dauerhusten im Zusammenhang mit einer Medikamenteneinnahme auf, könnte es sich um eine Nebenwirkung handeln. Einige Arzneien wie beispielsweise die sogenannten ACE-Hemmer (gegen Herzinsuffizienz und Bluthochdruck) können einen trockenen Reizhusten auslösen. In diesem Fall sollten Patient:innen aber niemals selbstständig Medikamente absetzen, sondern das Thema immer zunächst mit ihrer Ärzt:in besprechen.

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6. Husten ohne Erkältung: Das Herz als Auslöser?

Hinter dem sogenannten Herzhusten steckt eine Schwäche der linken Herzseite (Linksherzinsuffizienz). Die linke Herzkammer hat die Aufgabe, das frische, sauerstoffreiche Blut, das aus der Lunge kommt, in den Organismus zu pumpen. „Schwächelt“ sie, schafft sie es nicht mehr, das Blut vollständig in den Körper zu pumpen – stattdessen gibt es einen Rückstau in der Lunge; das heißt, das Blut staut sich in den zarten Blutgefäßen, die die sogenannten Lungenbläschen (Alveolen) umgeben.

Als Folge tritt Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in die Lungenbläschen und es kommt zu einem sogenannten Lungenödem, das schließlich den Husten auslöst. Dieser geht mitunter mit einem weißlichen, hellroten oder schaumigen Auswurf einher.

Gleichzeitig wird der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, was zu weiteren Symptomen führen kann:  

  • Leistungsabnahme
  • Beschleunigte Atemfrequenz  
  • Kurzatmigkeit/Atemnot
  • Blässe
  • Ein rasselndes Geräusch beim Atmen
 

Ab wann gilt Husten als chronisch?

Als chronischer Husten gilt ein länger als acht Wochen anhaltender Husten. Dieser Zeitraum wurde zur Definition gewählt, weil Atemwegsinfekte, die einen akuten Husten auslösen, nach dieser Zeit üblicherweise abgeheilt sind.

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Hartnäckiger Husten ohne Erkältung: Immer ein Fall für den Arzt

Es gibt viele weitere mögliche Ursachen für einen langanhaltenden Husten, darunter auch schwerwiegende Erkrankungen wie Lungenentzündungen oder Lungenkrebs. Deshalb ist ein Arztbesuch bei Husten ohne Erkältung immer dringend angeraten.

Quellen:

Was ist chronischer Husten?, in: lungenaerzte-im-netz.de

Lungenödem, in: msdmanuals.com

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