Husten mit Auswurf: Was bedeutet er?

Verena Elson Medizinredakteurin

Husten mit Auswurf ist meist Anzeichen einer harmlosen Erkältung – er kann aber auch auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen. Anhaltspunkte für die Ursache des Hustens gibt die Farbe des Auswurfs.

Eine kranke Frau sitzt im Bett und hustet
Husten mit Auswurf kann verschiedene Ursachen haben – in den meisten Fällen handelt es sich um einen viralen Infekt Foto:  iStock/PeopleImages
Inhalt
  1. Was ist Husten mit Auswurf?
  2. Gelber und grüner Auswurf – bakterielle Infektion?
  3. Blutiger Auswurf: sofort zum Arzt
  4. Brauner Auswurf: häufig bei Raucherhusten
 

Was ist Husten mit Auswurf?

Die Schleimhaut der Bronchien produziert kontinuierlich ein Sekret. Dieses hat die Aufgabe, Erreger und Schadstoffe aus den Atemwegen abzutransportieren. Bei einem Infekt wie einer Erkältung ist die Sekretproduktion erhöht – denn jetzt wird mehr Schleim benötigt, um die Erkältungsviren wieder aus dem Körper „auszuschleusen“. Dies geschieht bei einem produktiven Husten über das Abhusten: In Form von sogenanntem Sputum, wie der Auswurf von Medizinern genannt wird, landet der Schleim dann im Mund, von wo aus er ausgespuckt oder geschluckt (und von der Magensäure zersetzt) wird.

 

Gelber und grüner Auswurf – bakterielle Infektion?

Weißer, gelber oder grüner Auswurf kommt häufig bei einem viralen Infekt vor. Entgegen einer verbreiteten Meinung deutet er nicht zwangsläufig auf eine bakterielle Infektion hin. In der Regel verschwindet der Husten innerhalb weniger Wochen wieder – und das ohne Einsatz eines Antibiotikums. Nach zwei bis drei Wochen ohne Besserung oder bei Begleitsymptomen wie Fieber sollten Betroffene allerdings einen Arzt zu Rate ziehen.

Grüner Auswurf beim Husten
Übersicht Grüner Schleim beim Husten – was bedeutet das?

 

Blutiger Auswurf: sofort zum Arzt

Ist der Auswurf blutig, ist ein sofortiger Arztbesuch angeraten. Denn blutiger Auswurf kann auf eine Erkrankung wie eine Lungenentzündung, Tuberkulose oder sogar Lungenkrebs hinweisen. Eine schwere Bronchitis kann ebenfalls zu Auswurf mit leichten Blutbeimengungen führen – auch das sollte aber schnellstmöglich medizinisch abgeklärt werden. Beim sogenannten Bluthusten (Hämoptoe) handelt es sich um das Abhusten größerer Blutmengen. Es kann beispielsweise auf eine Lungenembolie oder eine akute Herzinsuffizienz hinweisen. Bluthusten ist ein Fall für den Notarzt.

 

Brauner Auswurf: häufig bei Raucherhusten

Brauner Auswurf ist ein bei Rauchern häufig auftretendes Phänomen. Das liegt daran, dass die Bronchien ständig Zigarettenrauch ausgesetzt sind. Als Reaktion darauf reagieren sie mit vermehrter Schleimbildung. Die sogenannten Flimmerhärchen, die normalerweise für den Abtransport des Sekrets verantwortlich sind, verkleben und können ihrer Aufgabe nicht mehr richtig nachkommen. So kommt es zu dem chronischen „Raucherhusten“, bei dem der Körper versucht, Schmutz und Schleim durch das Husten wieder loszuwerden.

Ist der Auswurf rostbraun, kann er Symptom einer Lungenentzündung sein – Betroffene sollten schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Generell ist brauner Auswurf aber ein Fall für den Arzt. Er sollte nicht als „normale“ Begleiterscheinung des Rauchens abgetan werden.

Quelle:
Dr. Schäffler, Arne (Hrsg.), 2008: Gesundheit heute: Krankheit – Diagnose – Therapie. München: Knaur.
Altiner, A. et al. (2009): Sputum colour for diagnosis of a bacterial infection in patients with acute cough, in: Scandinavian journal of primary health care.
Butler, C. et al. (220): Variation in antibiotic prescribing and its impact on recovery in patients with acute cough in primary care: prospective study in 13 countries, in: Bmj.

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