Husten mit Auswurf: Ursachen, Farbe und was man tun kann

Nicole Lücke Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Husten mit Auswurf hat in den meisten Fällen eine harmlose Ursache. Unter anderem die genaue Beschaffenheit des Schleims gibt Auskunft darüber, ob ein Gang zum Arzt nötig ist. Worauf zum Beispiel grüner, gelber, brauner oder sogar blutiger Auswurf hindeuten kann.

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Husten mit Auswurf (Sputum) ist eine normale Reaktion des Körpers auf eine Belastung der Schleimhäute. Werden sie stark gereizt oder von Bakterien oder Viren attackiert, reagiert der Organismus mit einer verstärkten Schleimproduktion. Dieser wird abgehustet, um die Atemwege zu reinigen. Deswegen sprechen Fachleute auch von einem sogenannten produktiven Husten – im Gegensatz zum Reizhusten. Ist Auswurf beim Husten also gut? Die Frage lässt sich mit einem klaren „Ja“ beantworten.

Frau hustet.
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Was bedeutet weißer, grüner, gelber, brauner oder blutiger Auswurf beim Husten?

Beim Husten mit Auswurf können Farbe und Beschaffenheit des Sekrets unterschiedlich sein und sich gegebenenfalls im Verlauf der Erkrankung sogar verändern. Das gibt Hinweise auf die Ursache – und beantwortet zum Beispiel die Frage, welche Farbe der Auswurf bei Bronchitis hat::

 

1. Klarer oder weißer Auswurf beim Husten

Eine helle Farbe ist typisch für eine akute virale Infektion (Bronchitis), kann aber auch bei einer chronischen Bronchitis auftreten oder bei Asthma. Vorsicht ist geboten, wenn der Schleim schaumig aussieht – in der Lunge könnte sich Wasser gestaut haben (Lungenödem).

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2. Gelber oder eitriger Auswurf beim Husten

Er kommt häufig bei Erkältungen vor, an denen Bakterien beteiligt sind. In der Regel sind Entzündungen mit Eiterbildung der Grund, wenn beim Husten gelber Auswurf auftritt.

 

3. Grüner Auswurf beim Husten

Diese Färbung des Schleims kann auf eine bakterielle Infektion hinweisen. Das ist nicht automatisch problematisch, da der Körper Bakterien durchaus selbst bekämpfen kann. Wenn Betroffene Husten mit grünem Auswurf, aber kein Fieber haben, können sie sich zunächst mit Hausmitteln wie Hustentees und Inhalationen behelfen. Bedenklich ist grüner Auswurf, wenn er mit Fieber oder Brustschmerzen einhergeht und sich nach ein bis zwei Wochen nicht langsam bessert. Am Ende einer Infektion wechselt beim Husten mit Schleim die Farbe auch häufig von gelb zu gelb-grünlich, was durch abgestorbene weiße Blutkörperchen verursacht wird und kein Grund zur Besorgnis ist.

 

4. Blutiger Auswurf beim Husten

Befindet sich Blut im Schleim, kann eine starke akute Bronchitis der Grund sein. Eventuell steckt aber auch eine ernste Erkrankung wie eine Lungenentzündung oder ein Tumor dahinter. Blutiger Auswurf beim Husten sollte daher immer von einem Arzt untersucht werden.

 

5. Brauner Auswurf beim Husten

Es handelt sich um eine typische Begleiterscheinung des sogenannten Raucherhustens. Die braune Farbe weist auf eine anhaltende Verschmutzung der Flimmerhärchen in der Lunge hin. Hält die Nikotinbelastung an, kann daraus die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) entstehen, die langfristig die Funktionsfähigkeit der Lunge zerstört. Bei braunem Schleim sollten Betroffene daher den Arzt aufsuchen. Sieht der Auswurf rostbraun aus, handelt es sich womöglich um blutigen Auswurf.

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Was hilft gegen Husten mit Auswurf?

Die Therapie hängt von der Ursache ab und sollte mit dem Arzt besprochen werden. Bei einer akuten Bronchitis, also einer Infektion durch Bakterien oder Viren, ist der Gang zum Arzt hingegen nicht unbedingt nötig, aber ratsam. Sie beginnt in der Regel mit einem Reizhusten, der in einen produktiven Husten mit Schleimbildung übergeht und teilweise von weiteren Beschwerden wie Heiserkeit, Schnupfen oder Kopfschmerzen begleitet wird. Die Heilung kann unterstützt werden durch:

Verzicht auf Nikotin
• Schonung, Bettruhe bei Fieber
• Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme von mindestens zwei Litern pro Tag (auffallend fester Auswurf beim Husten kann auch durch Flüssigkeitsmangel entstehen)
Hausmittel (zum Beispiel Hustentee, Inhalation, Dampfbäder)
Hustenlöser (Sekretolytika oder Mukolytika)
Antibiotika, falls eine bakterielle Beteiligung vorliegt und sich die Beschwerden nicht nach einigen Tagen bessern (müssen vom Arzt verschrieben werden)

Hustenblocker (Antitussiva) werden bei Husten mit Auswurf hingegen in der Regel nicht eingesetzt, da sich der Schleim stauen könnte. Sie sind für Reizhusten geeignet.

 

Wie lange dauert ein Husten mit Auswurf?

Wenn es sich um eine akute Bronchitis handelt, sollte sie nach ein bis zwei Wochen langsam abklingen. Sie dauert maximal vier Wochen. Wenn der Husten mit Auswurf jedoch nicht weggeht und sich womöglich zusätzlich die Farbe des Sekrets verändert – von Gelb auf Grün oder mit Blutbeimischung – dann sollten Betroffene unbedingt einen Arzt um Rat fragen. Das gilt grundsätzlich, wenn Husten mit Auswurf über einen längeren Zeitraum anhält.

 

Quellen:

Wann sollte ich bei Husten zum Arzt gehen?, in: lungenaerzte-im-netz.de
Chronischer Husten, in: Deutsche Patientenliga Atemwegserkrankungen
Akute Bronchitis, in: Deutscher Allergie- und Asthmabund
COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) und Lungenemphysem, in: uniklinikum-jena.de
Bronchitis, chronisch-obstruktive – Krankheitsbild, in: lungenaerzte-im-netz.de
Sputum-Diagnostik, in: lungenaerzte-im-netz.de
Therapie der akuten Bronchitis, in: lungenaerzte-im-netz.de

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