Husten? Das kann auch an Reflux liegen

Bei Reflux gedünstetes Gemüse
Vermeiden Sie Essen, das schwer im Magen liegt. Gedünstetes Gemüse ist als Beilage ideal © shutterstock

Bei bestimmten Symptomen denken wir an eine Erkältung, doch oft steckt der Magen dahinter. Praxisvita verrät, wie wir die Anzeichen richtig deuten und wie üppige Ernährung Ihrem Körper schaden kann.

 

Reflux oder Erkältung?

Müssen Sie nachts ständig husten? Brennt es morgens im Hals? Leiden Sie häufig unter Schluckbeschwerden oder Heiserkeit? Dann liegt der Verdacht auf eine Erkältung nahe. Doch oft steckt etwas ganz anderes dahinter – nämlich Reflux. Jeder dritte Deutsche leidet daran. Als Ursache von Reflux in der Regel durch eine üppige, schwere und fettreiche Ernährung, oft in Verbindung mit (viel) Alkohol.

Gänsebraten, Wein und Co. steigern in unserem Magen die Säureproduktion, und das sorgt besonders nachts für Probleme. Wenn wir liegen, kann die Magensäure leichter in unsere Speiseröhre zurückfließen – dort reizt sie die Schleimhaut und die Stimmbänder und löst dadurch in vielen Fällen Hustenanfälle aus. Am Morgen bemerken wir das starke Brennen im Hals. Viele denken dann an eine Halsentzündung – in gewisser Weise stimmt das auch. Allerdings stecken keine Viren dahinter, sondern die stark ätzende Magensäure. Sie verletzt die Oberfläche unserer Speiseröhre – und das brennt!

Bleibt das Problem über längere Zeit bestehen, kann es richtig gefährlich werden: Beschädigte Stimmbänder führen zum Beispiel zu chronischer Heiserkeit, im Magen und in der Speiseröhre entstehen mit der Zeit Blutungen oder Geschwüre.

 

Der prominente Fall: Bill Clinton

Bill Clinton leidet unter Reflux
Der Grund für die ständige Heiserkeit des früheren US-Präsidenten ist die Refluxkrankheit© Imago

Die Ärzte vermuteten Allergien, Asthma und Überlastung. Doch der wahre Grund für die Heiserkeit des früheren US-Präsidenten lautet: Reflux. Dieses Leiden begleitete Bill Clinton seine gesamte Amtszeit über bis heute.

 

Übergewicht ist einer der größten Risikofaktoren für Reflux

Ist das Sodbrennen bereits chronisch, spricht der Arzt von Refluxkrankheit. Dabei ist der obere Schließmuskel des Magens dauerhaft erschlafft oder die Produktion der Magensäure krankhaft erhöht. Die Refluxkrankheit ist schwieriger zu behandeln als das Sodbrennen, das sich mit der richtigen Ernährung stoppen lässt. Dann sind Medikamente nötig, die überschüssige Magensäure binden und deren Produktion reduzieren. Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol und Übergewicht müssen zudem möglichst vermindert werden. Hilft das alles nicht, gibt es noch die Möglichkeit einer Operation. Dabei wird eine Manschette um den Mageneingang gelegt, die den Rückfluss verhindert.

 

Die richtige Ernährung, um Reflux vorzubeugen

  • Frischer Ingwer und Ingwertee stärken bei leichtem Sodbrennen den Schließmuskel des Magens. Auch Bananen tun gut: Sie schützen die Magenschleimhaut vor dem Kontakt mit der Magensäure.
  • Ein Glas lauwarmes Wasser ohne Kohlensäure, in kleinen Schlucken getrunken, hilft. Es neutralisiert die Magensäure.
  • 1 El Naturjoghurt vor und nach dem Essen bekämpft Sodbrennen.
  • Ein Esslöffel mittelscharfer Senf kann dank seiner Öle überschüssige Magensäure binden.
 

Das sollten Sie bei Reflux besser meiden

  • Pfefferminztee entspannt binnen weniger Minuten die Schließmuskulatur des Magens und fördert dadurch den Säurerückfluss.
  • Kaffee und Alkohol regen die Produktion von Magensäure an.
  • Kohlensäurehaltige Getränke ebenfalls meiden.
  • Nikotin kann zur Erschlaffung des Magenschließmuskels führen.
  • Fettige Speisen wie Gans oder Pommes fördern die Ansammlung von Magensäften. Ein Schnaps nach dem Essen schadet ebenfalls: Er lähmt die Magen-Muskulatur.
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