Hühnerauge oder Warze?

Redaktion PraxisVITA

Hühnerauge oder Warze? Manchmal sehen sich Hühneraugen und Warzen zum Verwechseln ähnlich. Da die Behandlung aber völlig unterschiedlich ist, muss vor der Selbstbehandlung einwandfrei feststehen, worum es sich handelt.

 

Hühneraugen

Wie erkennen?

Es drückt und kneift, jeder Schritt ist eine Qual. Schuld daran sind kreisförmige Verhornungen an den Zehen oder unter dem Fuß.

Wie enstehen sie?

Schlecht sitzende Schuhe sind die häufigste Ursache. Durch ständigen Druck bildet sich Hornhaut, die in tiefere Hautschichten wächst. Da sich dort Nerven befinden, sorgt das Hühnerauge für Schmerzen.

Was hilft?

Auf keinen Fall versuchen, das Hühnerauge mit Messer oder Schere herauszuschneiden. Das kann zu Entzündungen oder sogar Blutvergiftungen führen. Polsternde Ringe lindern Druckschmerz. Salicylsäurehaltige Pflaster (beides Drogerie, Apotheke) weichen die verhornten Stellen auf, die können dann besser abgetragen werden. Hilft das nicht, gehen wir zum medizinischen Fußpfleger (Podologen).

Wie wir uns schützen

Auf bequeme und passende Schuhe achten. Hornhaut regelmäßig mit einem Bimsstein entfernen. Füße nach jedem Duschen eincremen – Hühneraugen lieben nämlich trockene Haut.

Hühneraugen durch enge Schuhe
Schlecht sitzende Schuhe sind die häufigste Ursache für Hühneraugen. Durch ständigen Druck bildet sich Hornhaut, die in tiefere Hautschichten wächst© Fotolia
 

Dornwarzen

Wie erkennen?

Meist sitzen sie an den Fußsohlen, bedeckt von einem Hornhautwall mit roten oder schwarzen Pünktchen in der Mitte. Sie wachsen dornartig in die Tiefe, verursachen beim Gehen stechende Schmerzen.

Wo kommen sie her?

Auslöser sind humane Papillomaviren (HPV), die uns auf Böden im Schwimmbad, Hotel oder in der Sauna auflauern. Eine Mini-Verletzung genügt und sie gelangen in unsere Haut, nisten sich dort ein.

Dornwarze
Hühnerauge oder Warze? Die Unterscheidung ist eigentlich ganz einfach. Dornwarzen erkennt man an schwarzen Punkten in der Mitte© Fotolia

Was hilft?

Lösungen, Gele und Pflaster mit Salicyl- oder Milchsäure (Apotheke) lockern die dicke Hornhaut auf. Löst sich die Warze binnen vier Wochen nicht auf, zum Hautarzt gehen. Hier können die Quälgeister mit flüssigem Stickstoff vereist oder per Laser entfernt werden.

Wie wir uns schützen

In Umkleideräumen und Bädern immer Schuhe tragen. Viren haben übrigens eine besondere Vorliebe für schlecht durchblutete Füße. Gegensteuern können wir mit täglichen Wechselbädern – sie stärken die Hautbarriere.

 

Hühnerauge oder Warze? Augen auf bei vermeintlichen Warzen

Bei älteren Personen handelt es sich bei kleinen Wucherungen der Haut nur noch selten um normale Warzen. Oft ist die Stelle ein Hühnerauge oder auch eine Stiel- oder Alterswarze, die unterschiedlich behandelt werden müssen. Selten steckt auch Hautkrebs dahinter. Bitte immer untersuchen lassen.

 

Vorbeugung

  • Die Haut immer gut pflegen und eincremen. Auf gesunder Haut haben es die Warzen auslösenden Viren nämlich schwerer, sich einzunisten.
  • Die Viren werden durch Kontaktinfektion übertragen. Wenn Familienangehörige Warzen haben, stets getrennte Handtücher benutzen. Gleiches gilt für Schuhe, wie zum Beispiel Hausschuhe für Gäste.
  • Vorbeugung gegen Hühneraugen: Schuhe dürfen nicht drücken oder zu eng sein; auch feste Nähte führen oft zu Druckstellen an den Zehen. Hohe Absätze können ebenfalls Schuld sein, wenn sich Hühneraugen bilden. Denn durch die Schräge drückt das Körpergewicht die Zehen gegen den Schuh.Medizinische Fußpflege ist ratsam bei Füßen, die zu Hornhautbildung neigen.
Hühnerauge
Hühnerauge oder Warze? Im Gegensatz zu Hühneraugen haben Warzen keine „Pupille“, also keinen gelben, durchscheinenden Kern© Imago
 

Hühnerauge oder Warze – Wann zum Arzt?

Verschwinden Warzen und Hühneraugen nach 6-8 Wochen nicht von selbst oder durch Hausmittel, sollte man zum Hautarzt. Beim Vordringen in tiefere Hautschichten entstehen unangenehme Beschwerden und Schmerzen. Grundsätzlich muss man zum Arzt, wenn die Hautveränderungen Sekret oder Eiter absondern, da eine Infektion durch andere Keime vorliegen kann. Ärztliche Behandlung ist unbedingt erforderlich bei Warzen im Intim- und Analbereich oder wenn die Stelle, die zuerst wie eine Verhornung oder Warze aussah, sich dunkel färbt und verändert. Sitzt die Warze an einer Stelle, an der sie ständiger Reibung ausgesetzt ist, so dass sie blutet, sollte sie vom Arzt entfernt werden. Denn mit dem Blut werden die Viren weiterverbreitet, und der Warzenbefall dehnt sich aus.

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