Hornissenstich: So behandeln Sie ihn richtig

Carolin Banser Medizinredakteurin

Hornissenstiche sind sehr schmerzhaft, weil sie in tiefere Hautschichten eindringen. Aber sind sie auch gefährlich? Und wie kann man einen Hornissenstich behandeln?

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Ist ein Hornissenstich gefährlich?

Sie ist im Vergleich zu einer Wespe oder einer Biene größer, aber ist die Hornisse deswegen auch gefährlicher? Ist ein Hornissenstich sogar tödlich? Dieser Mythos hält sich hartnäckig. Sieben Stiche töten ein Pferd, drei einen Menschen – so heißt es im Volksmund. Doch es kann Entwarnung gegeben werden: Ein Hornissenstich ist nicht gefährlicher als andere Insektenstiche. Er ist lediglich schmerzhafter, da einerseits das Hornissengift mehr Schmerzstoffe enthält und andererseits der dickere und längere Stachel in empfindlichere Hautschichten eindringen kann.

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Hornissen stechen nur, wenn sie extrem in die Enge getrieben werden, etwa wenn ihr Nest zerstört wird. Nur etwa ein Zehntel aller Hornissen eines Nests stechen überhaupt. Ansonsten werden sie den Menschen selten lästig. An Süßem sind Hornissen nur wenig interessiert: Sie ernähren ihre Brut mit Insekten wie z. B. Fliegen, Wespen, Heuschrecken, Raupen oder Käfern.

 

Wann können Hornissenstiche tödlich werden?

Haben Sie eine Allergie gegen das Insektengift, kann bereits ein Stich Atembeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und sogar einen Herz-Kreislauf-Kollaps auslösen. Allergiker sollten daher nach einem Hornissenstich umgehend einen Arzt aufsuchen. Auch wenn die Hornisse in den Mund-Rachen-Bereich gelangt und dort zusticht, kann ein Stich lebensbedrohlich werden, da die Atemwege zuschwellen und Ersticken droht.

 

Welche Symptome zeigen sich bei einem Hornissenstich?

Rein äußerlich lässt sich ein Hornissenstich kaum von anderen Stichen, wie etwa einem Wespenstich, unterscheiden.

Ein Hornissenstich geht mit folgenden Symptomen einher:

  • Schmerzen
  • Juckreiz
  • Schwellung
  • Rötung mit bis zu zehn Zentimeter Radius um den Stich

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Hornissenstich – was tun? So behandeln Sie den Stich richtig!

Um einen Hornissenstich richtig zu behandeln, ist es entscheidend, an welcher Stelle des Körpers er aufgetreten ist. 

Ein Hornissenstich im Mund- oder Rachenraum ist immer ein Fall für den Notarzt. Bis zum Eintreffen des Arztes kann das Lutschen eines Eiswürfels die Schwellung eindämmen. Ein Hornissenstich an anderen Stellen des Körpers können Sie gefahrlos selbst behandeln.

1. Hornissenstachel entfernen

Hinterlässt die Hornisse einen Stich auf der Haut, sollten Sie sichergehen, dass der Stachel nicht mehr in der Wunde steckt. Falls doch, muss er sofort vorsichtig entfernt werden. Andernfalls kann sich der Hornissenstich entzünden oder sogar eine Blutvergiftung verursachen. Für die Entfernung des Stachels eignen sich harte, flache Gegenstände wie z.B. eine Kreditkarte oder ein Lineal, mit denen Sie den Stachel zunächst seitlich wegziehen können. Auch mit dem Fingernagel können Sie den Stachel von innen nach außen streifen.

Achten Sie beim Herausziehen des Stachels darauf, ihn nicht zusammenzudrücken, da sich sonst das Gift in der Wunde weiter verteilen kann. Aus diesem Grund raten Ärzte von einer Pinzette zum Herausziehen des Stachels ab.

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2. Einstichstelle säubern 

Desinfizieren Sie die Einstichstelle am besten mit einem Desinfektionsspray für Hautanwendungen. Auch kaltes (nicht eiskaltes), klares Wasser eignet sich, um die Wunder sauber zu spülen. Lassen Sie dazu drei Minuten lang Leitungswasser über die Einstichstelle laufen. Das verringert die Schwellung und hilft gut gegen die Schmerzen. Reiner Alkohol (96 Prozent) kann ein Brennen auf der Haut verursachen, aber ebenfalls zur Desinfektion angewendet werden. Träufeln Sie ein paar Tropfen auf die Einstichstelle. Der Alkohol zerstört die im Insektengift enthaltenen Eiweißmoleküle und lindert so Schwellungen und Rötungen.

3. Wunde kühlen

Kühlen Sie anschließend die Wunde. Kälte bewirkt, dass sich die Blut- und Lymphgefäße zusammenziehen. Das verhindert, dass der Stich anschwillt. Dafür eignen sich Eiswürfel, Eis-Akkus oder im Notfall ein in kaltes Wasser getauchter Waschlappen. Wichtig: Wickeln Sie die Eiswürfel oder Akkus in ein Tuch ein, um Erfrierungen zu vermeiden und legen Sie dieses anschließend für mindestens zehn Minuten auf die Einstichstelle. Auch kühlende Gels oder Stifte aus der Apotheke verschaffen Linderung.

 

Hornissenstich mit Hausmitteln behandeln

Ist die Einstichstelle gesäubert und gekühlt, können Sie anschließend Hausmittel anwenden, um die Beschwerden zu lindern und den Heilungsprozess zu beschleunigen.

 

Essig verhindert Hornissenstich-Entzündung

Kalte Umschläge mit Essigwasser (Verhältnis ein Teil Essig auf zwei Teile Wasser) wirken bei einem Hornissenstich entzündungshemmend und lindern den Juckreiz. Umwickeln Sie die betroffene Stelle mit der Essig-Bandage und wechseln Sie diese jede Stunde. Alternativ können Sie auch einen Wattebausch oder ein Papiertuch in Essig tauchen und die Einstichstelle damit einreiben.

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Quarkwickel kühlen und lindern den Schmerz

Quarkwickel wirken abschwellend, entzündungshemmend, kühlend und schmerzlindernd. Tragen Sie dazu den Quark etwa einen halben Zentimeter dick auf ein Tuch aus Baumwolle oder Leinen auf. Schlagen Sie nun das Tuch ein, sodass sich der Quark im Inneren befindet. Die Quarkkompresse kann nun für etwa 15 Minuten auf die Einstichstelle gelegt werden. Wiederholen Sie den Vorgang mehrmals am Tag.

 

Hornissenstich mit Zwiebeln behandeln

Sehr wirksam ist auch dieses alte Hausmittel: Schneiden Sie eine Zwiebel auf und drücken Sie sie diese für fünf Minuten mit der Schnittfläche auf den Hornissenstich. Alternativ können Sie auch ein bisschen Zwiebelsaft auf die Einstichstelle geben. Halbieren Sie dafür eine Zwiebel, schneiden Sie die Schnittstelle gitterförmig ein und drücken Sie den Saft heraus. Der Zwiebelsaft hat entzündungshemmende und desinfizierende Eigenschaften und ist daher genau wie Essig ein wirksames Hausmittel gegen eine Hornissenstich-Entzündung.

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Gewürznelkenöl als Hausmittel gegen Hornissenstiche

Gewürznelkenöl hat eine abschwellende, juckreizlindernde und betäubende Wirkung und eignet sich bei einem Hornissenstich als Akuthilfe. Das Nelkenöl wird pur auf die betroffene Hautstelle aufgeträufelt und leicht einmassiert. Wiederholen Sie diese Prozedur mehrmals am Tag.

 

Hornissenstich: Hilfe aus der Homöopathie

Wer homöopathische Mittel nutzen möchte, sollte bei einem Hornissenstich zu "Apis D6" greifen. Die Globuli möglichst gleich nach dem Stich auf der Zunge zergehen lassen, anfangs alle 15 Minuten eine Gabe (= 5 Kügelchen). Wenn Schmerzen und Schwellungen des Hornissenstichs zurückgehen, können Sie die Abstände vergrößern.

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