Hornisse – Wie gefährlich ist sie wirklich?

Redaktion PraxisVITA
Eine Hornisse baut die Röhren ihrer Nester aus zerkautem Holz
Eine Hornisse baut die Röhren ihrer Nester aus zerkautem Holz © Fotolia

Sieben Stiche töten ein Pferd, drei Stiche einen Menschen: Das hört man oft über die Hornisse. Doch was ist dran an dieser Behauptung? Praxisvita macht den Mythencheck.

„Die Hornisse gehört zu den Faltenwespen und ist der größte bei uns lebende Vertreter dieser Art“, erklärt der Diplom-Biologe Dr. Mathias Zeidler aus Gießen und ergänzt: „Eine Königin kann bis zu 3,5 Zentimeter lang werden, bei den Arbeiterinnen sind es bis zu 2,5 Zentimeter. Zudem sieht der Kopf der Hornisse bedrohlich aus. So ist wohl die Legende von der Killerwespe entstanden.“

Ein Stich einer Hornisse kann schmerzhaft sein

Entgegen allen überlieferten Vorurteilen ist die Hornisse kein gefährliches Insekt. Ganz im Gegenteil: Eine Hornisse ist sehr friedfertig und nicht giftiger als andere Wespen oder auch Honigbienen – ihr Gift ist sogar vergleichbar

Ein Stich einer Hornisse wird etwas schmerzhafter als der einer Biene empfunden, da Hornissengift mehr Schmerzstoffe enthält. Der dickere und längere Stachel der Hornisse kann außerdem in empfindlichere Hautschichten eindringen – das tut dann mehr weh. Tatsächlich sind für eine Lebensgefährdung etwa 500 bis 1000 Stiche nötig. Gefährlich wird es nur – wie bei Bienen und Wespen auch – wenn eine Allergie gegen das Gift der Hornisse vorliegt oder durch einen Stich in den Rachenraum die Atemwege zuschwellen.

Hornisse
Die Hornisse steht unter Artenschutz. Nester können von Experten umgesiedelt werden © AWelshLad/iStock

An Süßem ist eine Hornisse nicht interessiert

Nur etwa ein Zehntel aller Hornissen eines Nestes stechen überhaupt, und selbst die nur dann, wenn es darum geht, ihr Nest zu verteidigen. Ansonsten lassen sie den Menschen eher in Ruhe. An Süßem von der Kaffeetafel ist eine Hornisse ohnehin nicht interessiert: Sie ernährt ihre Brut mit Insekten wie zum Beispiel Fliegen, Wespen, Heuschrecken, Raupen oder Käfern. Erwachsene Tiere saugen hauptsächlich Baum- und Pflanzensäfte, im Spätsommer machen sie sich auch gerne über Fallobst her.

Hornisse unter Schutz

Ein Hornissenvolk wächst auf 400 bis 700 Brummer heran. Im Herbst, auf dem Höhepunkt des Hornissenstaates, schlüpfen dann junge Königinnen und Männer (Drohnen). Die Herren kämpfen miteinander, um die Königinnen zu befruchten. Nur die beglückten Damen überwintern, der Rest des Volkes stirbt spätestens beim ersten Nachtfrost. Das alte Nest wird nicht wieder besiedelt.

Die Hornisse ist hierzulande eine geschützte Art. Bewohnte Nester dürfen nicht vernichtet werden. Geschulte Experten können sie aber umsiedeln.

 

Wespenstiche – das sollten Sie wissen

 
Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.