Homöopathie kinder- und säuglingsgerecht einsetzen

Dr. Martin Lang
„Für die Homöopathie-Kinder-Eigenmedikation sind nur die tiefen Potenzen wie D6, D12 oder C6 und C12 ratsam.“ © privat

Darf ich meinem Baby Globuli geben? In welchen Potenzen ist Homöopathie für Kinder geeignet? Wieviele Globuli sollte ich Kindern in welchem Alter verabreichen? Erfahren Sie hier, bei welchen Beschwerden Homöopathie Kindern hilft.

 

Das sagt der Kinderarzt Dr. Martin Lang

Ich weiß, dass viele Eltern der Homöopathie sehr zugeneigt sind – es sind natürliche Produkte mit (vermeintlich) wenig oder gar keinen Nebenwirkungen und sie sind frei in Apotheken käuflich. Doch kann man mit Homöopathie Kinder oder gar Babys bedenkenlos behandeln?

Ich verstehe den Ansatz und denke, dass man bei den allermeisten Infekten erstmal schauen sollte, ob man sie auch sanft behandeln kann. Es gibt viele Situationen, in denen man ohne die Schulmedizin nicht auskommt, doch darum soll es heute nicht gehen.

Homöpathie Kinder Globuli verabreichen
Kleinkinder bekommen in der Regel drei mal täglich drei Globuli. Sie können die Globuli unter die Zunge legen, damit sie langsam zergehen. Schulkinder erhalten drei Mal am Tag fünf Globuli© Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG – Karlsruhe

Es geht um kleinere Krankheitsfälle, die einen nicht zum Arzt führen würden, in denen man aber dennoch ein bisschen die Heilung unterstützen möchte und wo Homöopathie Kindern helfen kann.

 

Welche Potenzen und wie viele Globuli für Babys und Kinder?

Zu den Potenzen, die verwendet werden, ist zu sagen, dass für die Homöopathie-Kinder-Eigenmedikation nur die tiefen Potenzen wie D6, D12 oder C6 und C12 ratsam sind. Säuglinge erhalten in der Regel drei Mal täglich ein Globuli, aufgelöst in Wasser oder Tee (keine Milch!) auf einem Löffel, Kleinkinder drei mal drei Globuli. Entweder auch aufgelöst oder Sie legen die Globuli unter die Zunge, damit sie langsam zergehen. Schulkinder erhalten drei Mal am Tag fünf Globuli.

 

Bei diesen Krankheiten kann Homöopathie Kindern helfen

Bei fieberhaften Infekten kann man zunächst versuchen, mit Belladonna das Fieber zu senken oder zumindest nicht weiter steigen zu lassen. So können Sie unterstützend etwas tun, ohne dem Körper seine eigenen Bewältigungsmechanismen (Fieber ist ja eigentlich hilfreich!) zu nehmen. Bei Ohrenschmerzen können Sie zusätzlich zu einem Schmerzmittel mit Calcium phosphoricum oder Chamomilla therapieren – zumindest die Nacht übersteht man so.

Bei Beschwerden durch Zahnen können Sie Chamomilla oder ein Malvenextrakt (zum Beispiel Dentilin, mama natura®, Apotheke) verwenden, manchmal können auch mit Aconitum napellus Erfolge erzielt werden. Um bei Erbrechen zu helfen, können Sie Colchicum verwenden, bei Bauchweh auch Camphora. Ein Klassiker bei kleineren Verletzungen wie Prellungen mit kleineren Blutergüssen oder Verstauchungen ist Arnika.

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