Homöopathie für die Wechseljahre

Susanne Petersen Medizinredakteurin

Die Wechseljahre sind für Frauen eine große und natürliche hormonelle Umstellung im Leben. Diese auch als Klimakterium bezeichnete Phase vollzieht sich meist im Alter zwischen Mitte vierzig und Mitte fünfzig und dauert mehrere Jahre an. Die Eierstöcke stellen allmählich die Östrogen- und Progesteron-Produktion ein, damit gehen auch körperliche und psychische Veränderungen einher. Welche Beschwerden können auftreten, welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es und wie können homöopathische Mittel in den Wechseljahren helfen?

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Inhalt
  1. Was sind die Wechseljahre?
  2. Welche Beschwerden können im Klimakterium auftreten?
  3. Homöopathie statt Hormonbehandlungen?
  4. Wechseljahresbeschwerden homöopathisch behandeln
  5. So finden Sie Ihr homöopathisches Mittel
 

Was sind die Wechseljahre?

Das sogenannte Klimakterium bezeichnet die Zeit der hormonellen Umstellung vor und nach der letzten Menstruationsblutung. Das weibliche Sexualhormon Östrogen, das den Menstruationszyklus regelt, wird weniger oder gar nicht mehr in den Eierstöcken gebildet. Die Abstände zwischen den Regelblutungen werden länger, die Blutungen stärker oder schwächer, irgendwann bleiben sie endgültig aus (dieser Zeitpunkt wird als Menopause bezeichnet) und die fruchtbare Zeit der Frau endet.

 

Welche Beschwerden können im Klimakterium auftreten?

Das Klimakterium ist ein natürlicher Prozess, der Frauen in eine neue Lebensphase führt, die einige Jahre umfassen kann. Die Wechseljahre vollziehen sich für viele Frauen ohne belastende Beschwerden, etwa ein Drittel der Frauen jedoch hat schwere Symptome, die die Lebensqualität einschränken können. Dazu gehören:

  • Hitzewallungen
  • Schweißausbrüche (auch nachts, so schlimm, dass teilweise die Bettwäsche gewechselt werden muss)
  • Schlafstörungen
  • Herzrasen
  • Kreislaufstörungen
  • Erschöpfung
  • depressive Verstimmungen

In der Phase der Postmenopause, also ungefähr 12 Monate nach dem Ausbleiben der letzten Monatsblutung, treten durch den Östrogenabfall begünstigt möglicherweise weitere Beschwerden auf.

Postmenopause:

  • Trockenheit der Scheide
  • Gewebeschwund der genitalen Schleimhaut (Atrophie)
  • evtl. Blasenschwäche
  • Gewichtszunahme
  • Haarausfall
  • Hauterschlaffung
  • Osteoporose
  • Herz- und Kreislauferkrankungen

Selbst-Test: Bin ich in den Wechseljahren?
Service Selbst-Test: Bin ich in den Wechseljahren?

 

Homöopathie statt Hormonbehandlungen?

Bei einer Hormonersatztherapie (HRT) wird der niedrigere Hormonspiegel in den Wechseljahren künstlich durch Medikamente ausgeglichen. Dies geschieht in Form von Tabletten oder Cremes. Dabei sollen die durch den Östrogenmangel begünstigten Beschwerden und Erkrankungen der Wechseljahre gebessert werden. Im Vordergrund der Entscheidung für oder gegen die HRT stehen der persönliche Leidensdruck und die Ausprägung der Beschwerden. Diese werden gemeinsam mit dem Gynäkologen gegenüber den möglichen Risiken abgewogen. Dabei spielt das Lebensalter eine Rolle. Die Ersatzbehandlung sollte idealerweise mit dem Eintritt der Wechseljahre, aber nicht später als mit 60 Jahren erfolgen. Außerdem erhöhen bestimmte Vorerkrankungen das Risiko für Brustkrebs oder für Herz-Kreislauferkrankungen. Die Dosierung der Hormone sollte sich laut dem Berufsverband der Frauenärzte nach der geringsten Dosis richten, mit der sich die klimakterischen Beschwerden behandeln lassen. Unter einer Langzeitanwendung der Ersatztherapie (ca. drei bis fünf Jahre) kann ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs nicht ausgeschlossen werden. Der Berufsverband weist zudem auf ein gesteigertes Risiko für Krebserkrankungen der Gebärmutterschleimhaut hin. Bei Vorbelastung und höherem Lebensalter scheint es durch die HRT außerdem ein Risiko von Thrombosen (Verstopfungen der Blutgefäße durch körpereigene Substanzen) zu geben.

Neben den Risiken der medizinischen Hormonersatzgabe soll es auch vorbeugende Effekte bei jüngeren Frauen geben. Dazu gehören die mögliche Schutzwirkung gegen Dickdarmkrebs oder gegen Altersdiabetes.

Für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren ist eine Hormonersatztherapie eine Möglichkeit, Wechseljahresbeschwerden zu lindern. Im Vordergrund der Entscheidung für oder gegen die HRT stehen der persönliche Leidensdruck und die Ausprägung der Beschwerden. Diese werden gemeinsam mit dem Gynäkologen gegenüber den möglichen Risiken abgewogen.

 

Wechseljahresbeschwerden homöopathisch behandeln

Im Gegensatz zur HRT, die den Körper einem Hormonspiegel aussetzt, der für diese Lebensphase eigentlich nicht vorgesehen ist, bietet die Homöopathie einen natürlichen Weg an, Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder depressive Verstimmungen zu lindern. Homöopathische Mittel sollen die Selbstheilungskräfte des Organismus anregen und haben so gut wie keine Nebenwirkungen.

Beispiele für homöopathische Mittel und ihre Wirkung

  • Lachesis muta D6 oder D12: Bei intensiver Hitze, gerötetem Gesicht, trockenem Mund und Herzklopfen. Gereiztheit. Erwachen in der Nacht.
  • Sepia D6 oder D12: Hitzestrom vom Bauch Richtung Kopf, gefolgt von Frösteln. Kopfschmerzen. Leichtes Schwitzen. Erschöpfung. Depression. Wachheit nachts, Müdigkeit tagsüber.
  • Sulfur D6 oder D12: Nächtliche Hitzewallungen. Hautjucken und -brennen. Schweißgeruch. Reizbarkeit.
  • Cimicifuga D6 oder D12: Hitzewallungen, Kreislaufstörungen, nervöse Herzbeschwerden.
  • Calcium carbonicum D6 oder D12: Heißhunger und Gewichtszunahme, Schweiß am Kopf, Bluthochdruck.

Für alle genannten Mittel gilt die Dosierungsempfehlung auf dem Beipackzettel.

Foto: iStock
Globuli Sepia: mit Homöopathie gegen Frauenleiden

Eine weitere Alternative sind sogenannte Komplexmittel, die mehrere homöopathische Einzelmittel enthalten. Durch eine wissenschaftliche Beobachtungsstudie erwiesen ist der positive Effekt der Wirkstoff-Kombination aus Cimicifuga (Traubensilberkerze), Ignatia (St.-Ignaz-Bohne), Sanguinaria (Kanadische Blutwurzel) und Sepia (Tintenfisch) – (Prüfpräparat Klimaktoplant, rezeptfrei in der Apotheke erhältlich). Innerhalb von zwölf Wochen besserten sich bei fast 96 Prozent der an der Studie teilnehmenden Patientinnen die Hitzewallungen und die Schlafstörungen. Nervosität, Reizbarkeit und depressive Verstimmungen gingen bei über 90 Prozent der Studien-Teilnehmerinnen zurück. Die meisten Krankenkassen bezuschussen die Therapie.

 

So finden Sie Ihr homöopathisches Mittel

Es gibt zahlreiche homöopathische Einzelmittel wie Sepia oder Lachesis, aber welches ist wirklich geeignet, Hitzewallungen oder Reizbarkeit zu lindern? Wechseljahresbeschwerden sind bei jeder Frau unterschiedlich ausgeprägt. Während die eine zum Beispiel mehr unter intensiven trockenen Hitzewallungen leidet, ist die andere bei kleinstem Anlass nass geschwitzt. Manche Frauen im Klimakterium sind gleich beim Aufwachen reizbar, andere eher abends. Achten Sie darauf, wann und wie das Symptom auftritt, aber auch, was es bessert oder verschlimmert und welche Begleitsymptome auftreten. (Beispiel: Bei Frauen, denen Sulfur hilft, treten Hitzewallungen oft gepaart mit Hautjucken auf). Eine passende Selbstmedikation zu finden, ist für Einsteiger oft eine Herausforderung. Verschiedene Mittel auszuprobieren sowie die Lektüre von homöopathischen Ratgebern können helfen, ein wirksames homöopathisches Mittel für die eigenen Beschwerden zu finden. Wählen Sie das Arzneimittel, in dessen Beschreibung Sie sich am ehesten wiedererkennen. Oder wählen Sie ein Komplexmittel, das mehrere homöopathische Wirkstoffe enthält – etwa das oben beschriebene. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass eines dieser Mittel die Beschwerden lindert. Grundsätzlich ist es sinnvoll, bei der Wahl des homöopathischen Mittels gegen Wechseljahre einen fachlichen Rat bei einem Arzt mit homöopathischer Zusatzausbildung einzuholen.

Hinweis: Die spezifische Wirksamkeit von Homöopathie wird in der Wissenschaft diskutiert. Dennoch ist Homöopathie als sanfte Heilmethode sehr beliebt.

Quellen:

Hormonersatztherapie - Hormone in den Wechseljahren, in: frauenaerzte-im-netz.de

Wechseljahre (Klimakterium), in: gynecology-guide.com

Wechseljahre: "Weg von Fremdbestimmung - hin zu Selbstbestimmung", in: homoeopathie-online.info

Majer-Julian, Evelyne, Homöopathie für die Wechseljahre (2012), Narayana Verlag, Kandern

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