Homöopathie bei Husten: Was hilft?

Nicole Lücke Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Für die Anwendung der Homöopathie bei Husten sind zwei Fragen wichtig: Welche Ursachen haben die Beschwerden und mit welchen Begleiterscheinungen sind sie verbunden?

Für die Homöopathie ist es wichtig, dass Husten sehr unterschiedlich beschaffen sein kann. Er kann zum Beispiel mit oder ohne Auswurf einhergehen oder sich bei Wärme verbessern, beziehungsweise verschlechtern. Auch kann er mit unterschiedlichen Begleitsymptomen verbunden sein.

Diese genauen Angaben sind wichtig, wenn es darum geht, nach der Lehre der Homöopathie bei Husten das richtige Mittel auszuwählen. Denn ein Wirkstoff ist dann geeignet, wenn er bei einem gesunden Menschen ähnliche Symptome hervorrufen würde, wie diejenigen, die geheilt werden sollen. Dafür wird er stark verdünnt (potenziert) eingenommen.

 

Welche Wirkstoffe der Homöopathie helfen gegen Husten?

In der Homöopathie gibt es gegen Husten viele unterschiedliche Mittel. Der Homöopath wählt sie nach dem individuellen Beschwerdebild seines Patienten aus. Die wichtigsten Wirkstoffe sind:

Brygonia

In der Homöopathie gilt dieser Wirkstoff als geeignet, wenn der Husten trocken ist. Hustenstöße, tiefe Atemzüge und Bewegungen führen zu stechenden Schmerzen im Brustkorb oder Kopf. Viele Patienten haben Schmerzen im Rücken und in den Muskeln. Oft haben sie großen Durst. Frische Luft lindert die Symptome.

Homöopathische Mittel
Globuli Homöopathie: Anwendung und Wirksamkeit

Drosera

Trockener Husten tritt anfallsartig auf. Er kann zu stechenden Schmerzen, Würgereiz und Nasenbluten führen. Nachts sind die Beschwerden oft besser, beim Trinken, Essen und Sprechen schlimmer.

Phosphorus

Der trockene, kitzelnde Reizhusten ist abends schlimmer. Der Kehlkopf schmerzt und der Patient ist heiser.

Rumex

In der Homöopathie wird Rumex eingesetzt, wenn der Husten im Rahmen einer Erkältung auftritt. Der Patient spürt einen kitzelnden Hustenreiz. Beim Sprechen oder tiefen Einatmen kommt es zu trockenem, schmerzendem Husten. Bei Temperaturwechsel (von Wärme zu Kälte) und nachts wird er stärker.

Spongia

Typisch sind bellende (kruppartige), trockene Hustenattacken und Heiserkeit. Der Kehlkopf kann entzündet sein. Beim Atmen ist ein pfeifendes Geräusch zu hören. Nachts sind die Beschwerden schlimmer.

Hepar sulfuris

Ein wichtiger Indikator dafür, dass die Homöopathie bei Husten diesen Wirkstoff empfiehlt, ist eine sehr hohe Empfindsamkeit der Betroffenen. Kälte, unbedeckte Körperteile, Luftzug oder Berührung verschlimmern den Husten. Wärme bessert die Beschwerden. In den Atemwegen kann sich schwer löslicher Schleim bilden, der kaum abgehustet werden kann.

Homöopathie bei Sonnenallergie
Naturmedizin Sonnenallergie: Homöopathie für den Sommer

Ipecacuanha

In den Atemwegen bildet sich zäher Schleim. Der Atem wirkt rasselnd. Kalte Getränke helfen, Bewegung verschlechtert die Beschwerden.

Für die Selbstmedikation der Homöopathie bei Husten eignen sich meist Globuli in der Potenz D6, die mehrmals täglich eingenommen werden.

 

Wann reicht Homöopathie bei Husten nicht aus?

Aus schulmedizinischer Sicht ist ein Arztbesuch vor allem wichtig bei:

  • blutigem Auswurf
  • Atemnot oder Schmerzen im Brustkorb
  • hohem Fieber
  • Husten der trotz Homöopathie länger als drei Wochen anhält
  • Betroffenen mit einem schwachen Immunsystem, etwa durch eine chronische Erkrankung
  • Patienten, die starke Raucher sind

Nach Rücksprache mit dem Arzt kann die Homöopathie bei Husten unter Umständen schulmedizinische Therapien unterstützen.

Hinweis: Die spezifische Wirksamkeit von Homöopathie wird in der Wissenschaft diskutiert. Dennoch ist Homöopathie als sanfte Heilmethode sehr beliebt.

Quellen:

Husten, in: homoeopathie-online.info
Akute Bronchitis, in: gesundheitsinformation.de
Homöopathie bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit – Teil 2, in: homoeopathie-online.de
Köhler, G. (2009): Lehrbuch der Homöopathie: Band 2: Praktische Hinweise zur Arzneiwahl. Stuttgart: Hippokrates.

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