Homöopathie bei Halsschmerzen: Was hilft?

Nicole Lücke Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

In der Homöopathie werden verschiedene Mittel gegen Halsschmerzen eingesetzt. Die Wahl des Präparats richtet sich vor allem nach den individuellen Beschwerden des Patienten.

Mann sprüht sich Medikament in den Hals
Verschiedene homöopathische Mittel haben sich bei Halsschmerzen bewährt Foto:  istock_RgStudio
Inhalt
  1. Homöopathie bei Halsschmerzen: Was hilft?
  2. Welche Mittel gibt es in der Homöopathie gegen Halsschmerzen?
  3. Wann reicht Homöopathie bei Halsschmerzen nicht aus?

Homöopathie findet natürlich auch bei Halsschmerzen Anwendung. Die Wahl des geeigneten Mittels richtet sich vor allem nach den genauen Symptomen des Patienten. Welche homöopathischen Wirkstoffe sich bei der Behandlung von Halsschmerzen eignen? Hier eine Übersicht.

 

Homöopathie bei Halsschmerzen: Was hilft?

Homöopathie kann bei Halsschmerzen problemlos als Behandlung ausprobiert werden. Die Wahl der Wirkstoffe hängt von den Symptomen ab. Brennend, stechend, pochend: Halsschmerzen können sich ganz unterschiedlich anfühlen und mit diversen weiteren Beschwerden einhergehen. In der Homöopathie sind diese Angaben besonders wichtig. Denn es gilt das Ähnlichkeitsprinzip: Ein Symptom wird mit einem Mittel behandelt, das bei einem gesunden Menschen ähnliche Symptome hervorrufen würde. Dafür wird das Mittel stark verdünnt (potenziert).

Eupatorium perfoliatum
Homöopathie Eupatorium perfoliatum: Homöopathie bei Erkältung

Um den richtigen homöopathischen Wirkstoff gegen Halsschmerzen auszuwählen, wird der Heilpraktiker daher unter anderem wissen wollen,

  • wie der Patient die Schmerzen empfindet
  • wie der Rachen aussieht
  • wann sich die Schmerzen bessern/verschlechtern
  • wie das psychische Befinden ist
 

Welche Mittel gibt es in der Homöopathie gegen Halsschmerzen?

Welche Naturheilmittel der Homöopath gegen Halsschmerzen empfiehlt, ist somit von den persönlichen Symptomen des Patienten abhängig:

  • Apis: Apis kommt in der Homöopathie bei Halsschmerzen mit stechenden Schluckbeschwerden infrage. Die Rachenschleimhaut ist entzündet und blassrot. Die Mandeln sind geschwollen.
  • Argentum nitricum: Der Patient hat viel Schleim im Hals. Er ist heiser und muss sich oft räuspern. Der Schmerz wird ähnlich wie bei einem Splitter empfunden.
  • Belladonna: Nach der Lehre der Homöopathie sollten die Halsschmerzen pochend sein, wenn Belladonna in Erwägung gezogen wird. Der Hals ist stark gerötet, oft hat der Patient hohes Fieber und ist reizbar.
  • Hepar sulfuris: Die Lymphknoten am Hals sind geschwollen. Wärme ist wohltuend, etwa als warmes Getränk. Meist ist der Nasen-Rachen-Raum eitrig entzündet. Der Schmerz fühlt sich splitterartig an.
  • Lachesis: Der Patient spürt den Schmerz vor allem auf der linken Seite und nach dem Aufwachen. Der Rachen ist dunkelrot. Warme Getränke und enge Kleidung am Hals sind unangenehm. Der Patient kann feste Nahrung leichter schlucken als Getränke.

Lycopodium
Homöopathie Lycopodium: Ein wichtiges Mittel in der Homöopathie

  • Lac caninum: Lac caninum (Hundemilch) ist in der Homöopathie üblich, wenn die Halsschmerzen oft die Seite wechseln. Die entzündeten Regionen sind rot oder weiß gefärbt und glänzen.
  • Lycopodium: Die Halsschmerzen bestehen (anfangs) auf der rechten Seite. Nachmittags und abends sind sie stärker. Getränke verschlimmern die Beschwerden. Häufig treten weitere Symptome auf, zum Beispiel Bauchschmerzen oder eine verstopfte Nase.
  • Mercurius solubilis: Der Patient greift wegen starker Halsschmerzen auf die Homöopathie zurück. Außerdem hat er Mundgeruch und einen schlechten Geschmack im Mund. Er fühlt sich sehr krank und hat meist Fieber. Die Halslymphknoten und die Mandeln können geschwollen sein.
  • Phytolacca: Heiße Flüssigkeit verstärkt den Schmerz. Die rechte Mandel ist geschwollen und dunkelrot. Der brennende Schmerz kann in Ohr, Nacken und Schulter ausstrahlen.

Für die Selbstmedikation eignen sich laut der Lehre der Homöopathie bei Halsschmerzen beispielsweise Globuli in der Potenz D6 (etwa bei Belladonna) oder D12 (bei Mercurius solubilis), die mehrmals täglich eingenommen werden.

Globuli auf einem Holzlöffel, daneben Heilpflanzen
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Wann reicht Homöopathie bei Halsschmerzen nicht aus?

Die Wirkung homöopathischer Mittel ist durch Studien nicht belegt. Daher sollte man sich nicht auf die Homöopathie bei Halsschmerzen verlassen und lieber einen Arzt aufsuchen, wenn:

  • die Halsschmerzen trotz Homöopathie sehr stark sind
  • die Beschwerden zunehmen und/oder sich nicht nach wenigen Tagen bessern
  • die Mandeln belegt oder stark geschwollen sind
  • die Lymphknoten am Hals schmerzhaft geschwollen sind
  • starke Beschwerden hinzutreten, zum Beispiel hohes Fieber, starke Schluckstörungen, Atemnot

Auch in diesen Fällen kann die Homöopathie bei Halsschmerzen eine schulmedizinische Behandlung gegebenenfalls ergänzen.

Hinweis: Die spezifische Wirksamkeit von Homöopathie wird in der Wissenschaft diskutiert. Dennoch ist Homöopathie als sanfte Heilmethode sehr beliebt.

Quellen:

Halsschmerzen, Halsentzündung, in: Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte

Homöopathie-Fallbeispiele aus der Praxis. Teil 7: Wiederkehrende Halsschmerzen, in: ptaheute.de

Welche Potenzen für welche Krankheitssituation? , in: Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte

Elies, M., Wiesenauer, M. (2013): Praxis der Homöopathie: Eine praxisbezogene Arzneimittellehre. Haug, Stuttgart.

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