Heilpflanzenlexikon

Holunder - die Apotheke des Mittelalters

Holunder war viele Hundert Jahre fester Bestandteil der Naturapotheke am Wegesrand. Er lindert Erkältungskrankheiten und hemmt Entzündungen.

Holunder hilft bei Grippe
Früher galt ein Holunderstrauch am Haus als Apothekenersatz. Denn seine Inhaltsstoffe bringen die Abwehrkräfte so richtig auf Trab. So hemmt etwa der Pflanzenfarbstoff der schwarzen Beeren die Vermehrung von Grippeviren. © Fotolia
 

Holunder: Anwendung und Heilwirkung

Definition Holunder

Bezeichnung: Sambucus nigra Familie: Moschuskrautgewächse Gattung: Holunder (Sambucus)

Die Blüten des Holunderstrauchs finden bei Erkältungskrankheiten Anwendung. In ihrer Monografie bestätigt die Kommission E (BGA/BfArM) dem Holunder eine schweißtreibende Wirkung und die Förderung der Sekretbildung in den Bronchien. Die Anwendung erfolgt in Form von Tee oder als Bestandteil von Fertigarzneimitteln.

Die Volksmedizin gelangten auch Rinde (abführend) und Früchte (harntreibend) zur Anwendung.

 

Im Holunder enthaltene Wirkstoffe

In de Blüten: Flavonoide, Gerbstoffe, Schleimstoffe, ätherisches Öl

 

Botanik

Heißer Holundersaft ist reich an Vitamin C
Holundersaft ist reich an Vitamin C© Fotolia

Der Schwarze Holunder ist ein Strauch oder Baum, der eine Höhe von bis zu 7 Metern erreicht. Seine Rinde ist hellbraun und rissig. Seine Zweige sind mit Mark gefüllt. Die Laubblätter der Pflanze sind gefiedert und bestehen aus fünf bis sieben einzelnen Blättern. Der Holunder blüht in den Monaten Mai und Juni gelblich-weiß. Die Blüten sind klein, verströmen einen starken Duft und sitzen in dicht besetzten, schirmförmigen Trugdolden. Die Früchte, die Holunderbeeren, reifen im September und Oktober. Die kleinen, kugelförmigen Früchte glänzen sind glänzend schwarzviolett und enthalten einen blutroten Saft.

 

Verbreitung

In Mitteleuropa ist der Schwarze Holunder einer der am häufigsten vorkommenden Straucharten. Daneben wächst er auch in Nordafrika und in manchen Regionen Asiens. Er gedeiht vor allem in Auwäldern, Gärten, Hecken und an Wegrändern.

 

Andere Namen des Holunders

Holler, Holderbusch, Alhorn, Bachholder, Deutscher Flieder, Elderbaum, Ellhorn, Husholder, Schiebekenstrauch

Wissenswertes über den Holunder

Bereits den antiken griechischen Ärzten wie z. B. Hippokrates war Holunder als Heilpflanze bekannt. Diese Tradition setzte sich weit über das Mittalalter hinaus fort. Für die einfachen Leute war Holunder viele Hundert Jahre fester Bestandteil der Naturapotheke am Wegesrand.

In der germanischen Mythologie stand der Holunder für die gelegentlich auch Holla genannte Göttin Holda. Sie galt als Beschützerin von Mensch, Pflanze und Tier. So sollten Holunderbüsche vor allerlei Unglück und Schwarzer Magie schützen.

Angeblich soll sich die Frau Holle der Gebrüder Grimm an diese Gottheit anlehnen.

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