Hochpräziser Bluttest könnte Brustkrebs-Früherkennung revolutionieren

Neuer Test findet Brustkrebs präziser
Ein neues Bluttest-Verfahren zur Brustkrebs-Diagnose könnte die momentanen bildgebenden Verfahren ergänzen und so die Brustkrebs-Früherkennung beschleunigen und vereinfachen © Fotolia

Eine geowissenschaftliche Messtechnik kann winzigste Veränderung von Zink-Isotopen feststellen. Auch bei Brustkrebs verändern sich Zinkmoleküle. Praxisvita erläutert, wie der Zink-Test zum Brustkrebs-Früherkennung-Tool wird, mit dem sich Brustkrebs früher und einfacher erkennen lässt.

Beschrieben wird das Verfahren in einer aktuellen Studie der Universität Oxford. Der dabei verwendete Blut-Test untersucht die genaue Zusammensetzung von Zink-Isotopen – die im Brustgewebe in hoher Konzentration natürlich vorkommen.

Unser Körper benötigt Zink für die meisten Stoffwechselprozesse – wie z.B. des Immunsystems oder der Wundheilung – und wird dazu in den Zellen an Aminosäuren gebunden verarbeitet und in seiner chemischen Struktur verändert.

 

Wieso Zink-Moleküle auf Brustkrebs hinweisen können

Da aber in Krebszellen viele Stoffwechselprozesse gestört sind, metabolisieren sie Zink anders als gesunde Zellen. Das führt dazu, dass es im Blut zu einer Ansammlung von Zink-Isotopen kommt, die – aufgrund eines Tumors – über auffällige Veränderungen in ihrer chemischen Struktur verfügen. Mithilfe des neu entwickelten Brustkrebs-Tests können diese tumorveränderten Zinkmoleküle im Blut nun erstmals aufgespürt werden.

Für die Studie wurde mit der neuen Isotopen-Analyse erstmals das Blut und Blutserum von gesunden und an Brustkrebs erkrankten Menschen untersucht. Zudem wurden auch Zinkmessungen in Brustgewebe vorgenommen.

 

Messverfahren für den Klimawandel

Ursprünglich wurde das Messverfahren von Geowissenschaftlern entwickelt, um den Einfluss von bestimmten Metall-Isotopen auf den Klimawandel zu analysieren. Die dabei verwendete – und nun für medizinische Zwecke – eingesetzte Technik kann die Isotopenzusammensetzung von Zink, hundertmal genauer bestimmen als Messverfahren, die Ärzten bisher zur Verfügung standen.

Von dieser Genauigkeit profitiert nun die Brustkrebs-Früherkennung: Da sich mit der neuen Technik tumorveränderte Zink-Isotopen auch in Kleinstmengen nachweisen lassen, könnte nach Aussagen der Forscher in Zukunft auf dieser Grundlage ein Test entwickelt werden, mit dem sich Brustkrebs schneller, einfacher und früher feststellen lässt.

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