HNO-Arzt setzt auf Homöopathie: "Sanfte Unterstützung statt Antibiotika

Bis zum Eintreffen der Laborbefunde überbrückte HNO-Arzt Dr. Joachim Mayer-Brix die Behandlung hömopathisch. Auf Antibiotika konnte er anschließend verzichten.

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Als die junge Frau in meine Praxis kam, konnte sie nur schwer sprechen. Essen? Unmöglich, sagte sie. Und selbst das Trinken fiel ihr schwer. Ich untersuchte die 26-Jährige und stellte schnell fest, dass die Gaumenmandeln stark geschwollen und mit Eiter belegt waren. Die Lymphknoten im Kieferwinkel waren ebenfalls schmerzhaft geschwollen.

HNO-Arzt Dr. Joachim Mayer-Brix
HNO-Arzt Dr. Joachim Mayer-Brix setzt auf Homöopathie

Homöopathie als Übergang bis zur sicheren Diagnose

Für mich als Arzt galt es nun herauszufinden: Handelte es sich um eine eiterige bakterielle Angina oder um die Symptome eines Pfeifferschen Drüsenfiebers, also einer Virusinfektion? Während die eine häufig mit Antibiotika behandelt werden muss, können diese beim Drüsenfieber sogar schädlich sein. Nämlich dann, wenn der Patient allergisch auf Penicillin reagiert. Um die Erkrankungen unterscheiden zu können, nahm ich der Patientin Blut ab und beschloss, sie bis zum Vorliegen des Ergebnisses am nächsten Tag homöopathisch zu behandeln.

Nun kam es also darauf an, das richtige Medikament für die Patientin zu finden. Dafür sind in der Homöopathie die Befragung des Patienten und die Beobachtung der Symptome entscheidend: Tritt Fieber etwa plötzlich auf? Oder entwickelt es sich langsam im Laufe des Tages? Bessern sich Beschwerden bei Kälte oder bei Wärme? Je nach Antwort des Patienten ergeben sich zum Teil ganz unterschiedliche Krankheitsbilder.

Meine Patientin berichtete auf Nachfrage zum Beispiel, dass sie abwechselnd friere und schwitze sowie einen unangenehmen Geschmack im Mund habe und die Lymphknoten „drücken“.

Dr. Mayer-Brix Behandlung: Globoli in Kombination mit Schmerzmitteln

Ich wertete all dieses Angaben aus und stieß auf das typische Bild der Arznei Mercurius solubilis – Quecksilber. Ich verschrieb der Patientin Globuli in der Potenz C 200 und wies sie an, mehrmals täglich fünf Globuli pur auf der Zunge zergehen zu lassen und diese Gabe je nach Beschwerden zu wiederholen. Zusätzlich verordnete ich zur Hemmung der Entzündung und Schmerzlinderung Ibuprofen 600-Tabletten und Lysin 1000 mit Vitamin C.

Die Überraschung Homöopathische Unterstützung statt Antibiotikum

Die Laborwerte am nächsten Tag ergaben einen Hinweis auf eine hochgradige bakterielle Entzündung, also kein Drüsenfieber. Doch als ich die Patientin untersuchte, stellte ich fest, dass eine antibiotische Behandlung gar nicht mehr nötig war, denn es ging ihr schon viel besser: Die Schluckbeschwerden hatten sich stark gebessert, und am folgenden Tag zeigte sich, dass auch die Eiterbeläge auf den Mandeln drastisch zurückgegangen waren. Offenbar war es dem Immunsystem der Patientin mithilfe der sanften homöopathischen Unterstützung gelungen, die Infektion aus eigener Kraft zu bewältigen.

„Was natürlich ist, ist gut.“
Dr. Joachim Mayer-Brix

Es war allerdings sehr wichtig, dass die Patientin in die Sprechstunde gekommen war, denn eine Angina gehört immer in die Hände eines erfahrenen Behandlers. Dieser muss in jedem Fall sorgfältig überprüfen, welches das richtige Mittel ist, und bei ungünstigem Verlauf notfalls auch Antibiotika verordnen. Allerdings können homöopathische Mittel auch dann den Heilprozess zusätzlich günstig beeinflussen. Denn was natürlich ist, ist gut.

Text aus: Tina 28/22