Hirschlausfliege: Welche Folgen ein Biss haben kann

Sie wird oft mit der Zecke verglichen – ist aber mobiler: Die Hirschlausfliege wird auch als „fliegende Zecke“ bezeichnet. Wie gefährlich ist dieser Parasit für Mensch und Tier?

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Mit der Hirschlausfliege – umgangssprachlich „fliegende Zecke“ – breitet sich bei uns ein potenziell gefährlicher Parasit aus. Ein Überblick über die wichtigsten Fakten.

Was ist die Hirschlaus eigentlich?

Die Hirschlausfliege, auch Hirschlaus, gehört zur Familie der Lausfliegen: Das sind blutsaugende Insekten. Äußerlich erkennt man sie an diesen Merkmalen:

  • Sie kann fünf bis sieben Millimeter groß werden. 
  • Ihr Körper ist kompakt.
  • Die kräftigen Beine haben Krallen. 

Heimat der Hirschlausfliege sind Wälder und Waldrandgebiete – hier ist sie vor allem zwischen Juli und Oktober unterwegs.

Hirschlausfliege breitet sich in Deutschland aus

Die warmen Temperaturen der vergangenen Winter haben anscheinend zu einem Wachstum der Hirschlaus-Population in Deutschland geführt – normalerweise überleben die Larven im kalten Winter nicht. Genau wie die Zecke sucht sich die Hirschlaus einen Wirt, auf dem sie überleben und sich fortpflanzen kann. Doch anders als die Zecke kann sie fliegen, was die Suche nach einem Wirt einfacher macht. 

Hirschlausfliege ernährt sich über einen Biss

Hat sie das perfekte Opfer einmal gefunden, fallen die Flügel ab. Die Hirschlausfliege sucht sich dann blitzschnell einen geeigneten Platz in den Haaren oder im Fell, hakt sich fest und lebt als blutsaugender Parasit bis zum Lebensende: Das kann bis zu 13 Monate dauern. 

Pro Stich saugt die Hirschlaus bis zu 20 Milligramm Blut auf, weshalb ihr Hinterkörper anschwillt – auch das kennen wir von der Zecke. Ist es satt, sucht sich das Weibchen ein Männchen zur Paarung. Die Larve, die sie zur Welt bringt, fällt auf den Waldboden und verpuppt sich, bevor auch sie zu einer Hirschlausfliege wird.

Die Hirschlausfliege befällt Pferde, Hunde – und Menschen

Weil sie sich bevorzugt in Waldgebieten aufhält, sucht sich die Hirschlausfliege meist Wildtiere aus, daher der Name. Doch sie befällt auch Haustiere wie Pferde, Hunde oder Kühe. Wir Menschen sind auch nicht vor ihr gefeit: Bei einem Waldspaziergang starten die Fliegen, häufig in Schwärmen, regelrechte Attacken. Allerdings beherrschen sie das Fliegen nicht besonders gut und können auch keine weiten Strecken zurücklegen. Doch mit Glück schaffen sie es, auf ihrem Opfer zu landen.

Der Biss der Hirschlausfliege kann zu Ausschlag führen

Der Biss des Plagegeistes ist für Tiere schmerzhaft und kann zu eitrigen Entzündungen führen. Dass es einen Hund oder ein Pferd erwischt hat, können die Tierbesitzer daran erkennen, dass die Tiere nervös oder sogar panisch reagieren und sich auffällig oft an einer Stelle kratzen.

Menschen hingegen merken einen Biss einer Hirschlausfliege meist gar nicht. Auch die Einstichstelle – bevorzugt im Nacken oder am Kopf – sieht man kaum. Allerdings kann sich innerhalb weniger Tage ein juckender Ausschlag bilden, „Hirschlaus-Dermatitis“ genannt. Auch eine Entzündung ist möglich, Auslöser ist wahrscheinlich das Bakterium „Bartonella schoenbuchensis“.

Wie gefährlich dieser Prozess für den Menschen ist und ob das Bakterium überhaupt übertragen wird, weiß man noch nicht – die Datenlage ist bisher dünn. In jedem Fall hat man damit länger zu tun.

Welche Mittel helfen gegen die Hirschlausfliege?

Vorbeugend gibt es noch keine wirksamen Stoffe. Im Handel finden sich Insektenschutzmittel mit ätherischen Ölen. Einige Ärzte empfehlen für Tiere Antiparasitenmittel. Doch hundertprozentigen Schutz bieten diese Mittel nicht.

Umso wichtiger ist daher die Nachsorge: Sowohl beim Tier als auch bei sich selbst sollte man noch während des Spaziergangs die Haut absuchen, vor allem, wenn man einem Insektenschwarm begegnet ist. Optimalerweise findet man die Hirschlausfliege noch, bevor sie die Flügel abgeworfen und sich festgekrallt hat. Ansonsten können folgende Maßnahmen helfen:

  • Fell bzw. Haare mit einem Floh- bzw. Läusekamm auskämmen.
  • Insekten mit einem Klebeband sichern und entfernen.
  • Danach verbrennen oder zerquetschen, um eine Vermehrung zu unterbinden. 
  • Einstichstellen desinfizieren.

Wund- und Heilsalben können gegen Juckreiz und Rötungen helfen. Eventuell sollte man auch einen (Tier-)Arzt aufsuchen, wenn die Beschwerden nach dem Biss einer Hirschlausfliege anhalten.