Hirntumoren: Gefährliche Geschwülste im Gehirn

Hirntumor verursacht starke Kopfschmerzen
Männer sind von einem Hirntumor häufiger betroffen als Frauen. Die Ursachen für die Erkrankung sind bis heute nicht eindeutig geklärt © Fotolia

Jedes Jahr wird bei ca. zehn von 100 000 Bundesbürgern ein primärer Hirntumor diagnostiziert. Im Vergleich zu anderen Krebsarten handelt es sich um einen relativ seltenen Befund. Doch gerade dahinter steht ein schweres Schicksal für alle Betroffenen und Angehörigen, da die nötigen umfangreichen Untersuchungen und Therapien mit ungeheuren Strapazen verbunden sind.

Das liegt an der Lage von Hirntumoren: Das Gehirn ist von der harten Schädeldecke umgeben, es kann beim Wachsen einer Geschwulst also nicht ausweichen. Sie verdrängt und schädigt deshalb das Hirngewebe. Außerdem steigt der Druck innerhalb des Schädels an. Als Folge kann es z.B. zu Seh-, Hör-, Sprach- und Bewegungsstörungen, zu epileptischen Anfällen, Lähmungen, Schwindel, rascher Erschöpfung, Wesens- und Verhaltensänderungen kommen. Ein klassisches Frühsymptom sind Kopfschmerzen vorzugsweise morgens und nachts, verbunden mit Übelkeit und Erbrechen.

Die Symptome können je nach Ausprägung und Lage der Geschwulste sehr unterschiedlich sein. Und es können bis zum ersten Erscheinen bei gutartigen Tumoren Jahre bis Jahrzehnte vergehen, bei bös- bis sehr bösartigen nur wenige Wochen. Der Grund: Die einen wachsen langsam, die anderen rasch und unkontrolliert. Am häufigsten kommen unterschiedlich bösartige Gliome vor. Auf der Basis dieser und anderer Kriterien hat die Weltgesundheitsorganisation daher Hirntumoren in die Grade I (benigne = gutartig) bis IV (hoch maligne = sehr bösartig) eingeteilt. Zudem existieren Übergangsformen.

 

Eine Operation ist die wichtigste Behandlungsmethode bei einem Hirntumor

Obwohl es verschiedene gutartige Formen gibt, wird der Begriff gutartig dennoch mit Vorsicht benutzt. Oft lassen sie sich zwar durch Operation entfernen, aber eben nicht immer. Das Gewebe kann nicht immer komplett entfernt werden. Die Reste bilden dann den Nährboden für neues Wachstum. Das passiert, wenn Tumorgewebe in Hirnregionen hineingewachsen ist, die schwer zugänglich sind oder in denen wichtige Funktionen so eng beieinander liegen, dass der Eingriff nicht ohne Beschädigungen ausgehen würde.

Nutzen und Risiken einer Operation – der wichtigsten Behandlung bei Hirntumoren – müssen deshalb sorgsam abgewogen werden.

Das gilt vor allem für Gliome. Sie stellen an die Ärzte höchste Anforderungen und konfrontieren die Patienten mit düsteren Aussichten – trotz großer Fortschritte der Diagnostik (durch bildgebende Verfahren wie Computer-Kernspintomographie) und Therapie (z.B. Mikrochirurgie, moderne Bestrahlungstechniken). Letztere erfordert bei den operablen Tumoren generell eine Kombination aus Operation, Strahlen- und Chemotherapie.

Chemotherapie ließ sich bisher nur begrenzt sinnvoll einsetzen, da die meisten Wirkstoffe an der Blut-Hirn-Schranke scheitern – einer besonderen Barriere zum Gehirn. Neue Substanzen machen es bei fortgeschrittenen Gliomen nun aber möglich, die Lebenszeit der Schwerkranken zu verlängern und ihr Befinden zu verbessern. Das ist wichtig, denn sie sind seelisch so belastet, dass es vor allem darum gehen muss, ihnen viel Lebensqualität in der verbleibenden Zeit zu schenken.

 

Weltweite Forschung nach den Ursachen von Hirntumoren

Jeden kann es treffen, in jedem Alter, Männer etwas häufiger als Frauen. Die Diagnose ist schnell gestellt. Was die Ursachen angeht – da wird weltweit noch geforscht. Solange man die nicht kennt, werden primäre Hirntumoren als Folge einer Anhäufung von Entartungen in bestimmten Genen (Onkogene, Tumorsuppressorgene) beschrieben. Zudem wurden Chromosomenveränderungen nachgewiesen. Als Auslöser vermutet man u.a. Chemikalien, Röntgenstrahlen, Viren, Gen- oder Immun-Defekte.

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