Hirninfarkt – wenn jede Minute zählt

Einen Hirninfarkt zu erkennen, ist für Laien gar nicht so einfach
Einen Hirninfarkt zu erkennen, ist für Laien gar nicht so einfach. Rufen Sie im Zweifelsfall immer einen Notarzt © IStock

Alle neun Minuten stirbt jemand an den Folgen eines Hirninfarkts. Der Grund: Oft kommt Hilfe zu spät. So beugen Sie vor.

Zeit ist Hirn – mit dieser Aussage bringen Neurologen es auf den Punkt: Je früher Hirninfarkt-Patienten behandelt werden, desto mehr Hirnzellen können gerettet werden. Am besten stehen die Chancen innerhalb der ersten Stunde. Nach vier Stunden kann es bereits zu spät sein. Dann bleiben Behinderungen zurück, z.B. Lähmungen oder Sprachstörungen, wie bei etwa der Hälfte der Patienten. Doch woran erkennt man eigentlich einen Hirninfarkt? Und kann man ihn vorhersehen?

 

Warnungen ernstnehmen

Experten schätzen, dass sich etwa jeder dritte Hirninfarkt vorher ankündigt. Versteckte Hinweise sind Schwindelanfälle, Taubheitsgefühle in Armen oder Beinen und Probleme beim Sprechen. Da die Frühsymptome schnell wieder verschwinden, werden sie jedoch häufig nicht ernst genommen. Dabei sollte schon beim kleinsten Verdacht ein Arzt aufgesucht werden: Er kann mit blutverdünnenden Medikamenten einen drohenden Hirninfarkt noch verhindern.

Brustschmerzen können Anzeichen für Hirninfarkt sein
Brustschmerzen können ein Anzeichen für einen Hirninfarkt sein© IStock
 

Akute Fälle richtig deuten

Einen Hirninfarkt zu erkennen, ist für Laien gar nicht so einfach. Denn die Symptome reichen von halbseitigen Lähmungen bis hin zu Übelkeit, Erbrechen oder Brustschmerzen. Häufig können die Patienten nicht mehr richtig sprechen oder haben Sehstörungen. Bei Unsicherheit empfehlen Mediziner einen einfachen Diagnose-Test: Der Betroffene soll versuchen, die Arme zu heben, zu lächeln und zu sprechen. Kann er das nicht, ist ein Schlaganfall sehr wahrscheinlich.

 

So gut wie möglich versorgen

Die häufigste Ursache für einen Hirninfarkt ist ein verstopftes Blutgefäß. Der Auslöser sind sogenannte Blutpropfe, die sich überall im Körper bilden können. Besonders gefährdet sind Gefäße, die durch Kalk- und Fettablagerungen verengt sind. Ein solcher Blutpropf, kann über die Blutbahn ins Gehirn gelangen und dort eins der feinen Gefäße verstopfen. Die Folge: Die Nervenzellen werden nicht ausreichend versorgt und drohen abzusterben. In der Klinik sehen die Ärzte auf einer Computertomographie, wo die Durchblutung blockiert ist. Sie verabreichen spezielle Medikamente über Infusionen, die den Blutpropf gezielt auflösen (Lyse). So früh wie möglich beginnt dann eine Frührehabilitation mit Physiotherapeuten, Logopäden und Ergotherapeuten. So wird das Risiko von Folgeschäden erheblich verringert.

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