Hip Hop oder Ballett – was ist besser?

Carolin Banser Medizinredakteurin
Mädchen tanzt Hip Hop
Forscher fanden jetzt heraus, dass Hip Hop ein besseres Workout für Kinder bietet als Ballett © Fotolia

Immer mehr Kinder interessieren sich für Hip Hop, das klassische Ballett wird zunehmend „uncool“. Doch ist Hip Hop wirklich die bessere Wahl? Praxisvita sagt Ihnen, welcher Tanz Ihre Kinder wirklich fit macht.

 

Kinder lieben es, sich zu bewegen

Kinder tanzen gern. Und sie lieben Musik. Haben sie einmal das Stehen gelernt, fangen sie an zu wippen, sobald Musik ertönt. Später kann sich dieses positive Gefühl zu einer echten Leidenschaft entwickeln und die Kleinen wollen endlich „richtig“ tanzen. Eltern müssen sich dann die Frage stellen: Welche Tanzart ist die beste für mein Kind? Liefert der freie und schwungvolle Hip-Hop-Tanz ein besseres Workout als der strenge Ballett-Unterricht?

Haben Sie sich für das Ballett entschieden, können Sie davon ausgehen, dass Ihr Kind beweglicher wird, ein gutes Körpergefühl entwickelt und Haltungsschwächen lindert. Auf dem ersten Platz der effektivsten Tanzarten steht der Ballett-Unterricht allerdings nicht.

 

Studie zur Intensität der körperlichen Aktivität beim Tanz

Die Autoren der Studie rund um James Sallis von der University of California maßen die Intensität der körperlichen Aktivität verschiedener Tanzarten mit Hilfe eines Beschleunigungsmessers. Die Ergebnisse zeigen, dass Ballett den zweitletzten Platz auf der Intensitätsskala belegte. Auch viele weitere Tanzstile konnten nicht mithalten.

Von den insgesamt 66 Tanzstilen, die in der Altersgruppe fünf bis zehn getestet wurden – darunter Ballett, Jazz, Hip-Hop, Flamenco, Salsa, Stepptanz, Swing und Gesellschaftstanz – erreichte Hip-Hop den höchsten Platz auf der Intensitätssklala. Die Kinder waren 57 Prozent der 55-minütigen-Unterrichtsstunde körperlich stark aktiv. An zweiter Position folgte der Jazz-Dance, dann Salsa, und schließlich Ballett – wo nur 30 Prozent des Unterrichts effektives Workout ausmachte. Flamenco belegte den letzten Platz, mit nur 14 Prozent.

 

Kinder lernen Tanzschritte, anstatt zu tanzen

Die niedrigen Aktivitätsniveaus kommen nach Sallis aufgrund der Tatsache zustande, dass die meisten Kinder ihre Zeit damit verbringen, die Tanzschritte zu lernen, ohne wirklich zu tanzen. Kommt mehr Routine in die Übungen, steigt auch das Intensitätsniveau. Kein Grund also, die Spitzenschuhe Ihrer Kinder in die Ecke zu werfen. „Tanzen ist gesund. Es fördert die Bewegungsfreude und das Körpergefühl, steigert Ausdauer, Koordination und Balance“, betont der Autor der Studie, James Sallis.

Hamburg, 20. Mai 2015

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