Hilft Mundspülung gegen Corona: Experten raten zum Gurgeln!

Katharina Flick

Mundspülung gegen Corona, kann das helfen? Gesundheitsminister Jens Spahn rät dazu. Und auch erste Labortests deuten an, dass man die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus wirklich verringern kann. Warum und wie genau soll eine Mundspülung gegen das Virus helfen? Alle Infos!

Inhalt
  1. Kann Mundspülung gegen Corona helfen?
  2. Labor-Tests: Mundspülungen reduzieren Coronaviren im Mund
  3. Welche Wirkung hat Mundspray?
 

Kann Mundspülung gegen Corona helfen?

Klaus-Dieter Zastrow, Honorarprofessor für Hygiene in Berlin, gab in einem Fernsehinterview einen ganz einfachen Tipp: Mundspülung soll gegen Corona helfen. Man solle den Mund regelmäßig mit schleimhautdesinfizierendem Mittel spülen. Durch diese Maßnahme würden Viren abgetötet und damit die Menge der Viren im Mund reduziert, so der Professor.

Einen Tipp, den nun auch Gesundheitsminister Jens Spahn weitergab. "Die Idee dahinter ist, dass Gurgeln mit Mundspülungen aus in Alkohol gelösten ätherischen Ölen oder sogar Kochsalz die Viruslast im Mund-Rachen-Raum senken soll", so Spahn gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Schaden tut es sicher nicht", so Spahn. Vermutlich nicht. Ist er mit dieser These nicht alleine. 

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Unterstützt wird die These von Wissenschaftlern mehrerer deutscher Universitäten, die gemeinschaftlich einen Artikel im britischen "The Journal of Infectious Diseases" veröffentlicht hatten. Darin bestätigen die Virologen, dass im Labor durch die 30-sekündige Anwen­dung kommerziell erhältlicher Mundspüllösungen das Coronavirus SARS-CoV-2 inaktiviert werden konnte. Welchen Effekt die Mundspülung gegen das Coronavirus bei Menschen hat, muss jedoch erst noch in weiteren klinischen Studien erforscht werden, wie die Wissenschaftler erklärten.

Professor Zastrow ist jedoch von der Methode überzeugt: "Wir machen das im Krankenhaus schon seit April", erklärte er in der Fernsehsendung.

 

Labor-Tests: Mundspülungen reduzieren Coronaviren im Mund

Auch die Forscherin Toni Luise Meister von der Abteilung für Molekulare und Medizinische Viro­lo­gie der Ruhr-Universität Bochum und ihre Kollegen testeten im Labor acht kommerziell erhältliche Mundspülungen. Von den acht Mundspülungen reduzierten drei die Effektivität der Viren um ein Dreifaches – und waren damit auf einem nicht länger feststellbaren Level. Von den drei Mundspülungen ist eine mit Dequaliniumchlorid und Benzalkonium­chlo­rid versetzt, eine mit Polyvidon-Jod und eine mit Ethanol und essenziellen Ölen. Aber auch die Mundspülungen mit anderen Wirkstoffen erzielten eine erhebliche Reduktion der Viren.

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Welche Wirkung hat Mundspray?

Der Rachen und die Speicheldrüsen gelten besonders im Frühstadium als der Ort im Körper, an dem sich das Coronavirus am schnellsten und leichtesten vermehren kann. Durch das Gurgeln mit Mundspülung werden große Teile der Viren abgetötet. Damit können weniger Viren durch Aerosole verbreitet werden und der Erkrankte sollte deutlich weniger ansteckend sein, vermuten die Virologen. 

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Nun muss diese These noch weiter am lebenden Patienten getestet werden. Die ersten Studien zur Reduktion der Viruslast bei Corona durch Mund­spülungen sind bereits angemeldet.

Quelle:

Virucidal Efficacy of Different Oral Rinses Against Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2, inThe Journal of Infectious Diseases

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