Hilft Mönchspfeffer bei Zysten an den Eierstöcken?

Carolin Banser
Mönchspfeffer hilfreich in der Frauenheilkunde
Grund für eine verminderte Fruchtbarkeit kann das polyzystische Ovarialsyndrom – kurz PCOS – sein. Mönchspfeffer wirkt sich positiv auf den Hormonhaushalt aus © Fotolia

Mönchspfeffer ist ein wirksames Mittel bei PMS, Wechseljahresbeschwerden und zur Zyklusregulierung. Forscher haben jetzt untersucht, ob die Heilpflanze auch Eierstockzysten bekämpft. Hier mehr lesen.

 

Mönchspfeffer in der Frauenheilkunde

Mönchspfeffer spielt eine wichtige Rolle in der Frauenheilkunde. Mehrere Studien belegen, dass Mönchspfeffer Spannungsgefühle und Schmerzen in den Brüsten mindert, unregelmäßige Blutungen stabilisiert und ausgleichend auf den Hormonspiegel wirkt. Ergänzend dazu wurde nun in einer aktuellen Studie der Einfluss von Mönchspfeffer und fünf weiteren pflanzlichen Präparaten auf das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) – bei denen Zysten die Eierstöcke angreifen – wissenschaftlich untersucht.

Was ist PCOS?

Das PCO-Syndrom ist eine der häufigsten weiblichen Hormonstörungen. Weltweit sind fünf bis zehn Prozent aller Frauen betroffen. Bei Frauen mit PCO-Syndrom sind die Eierstöcke meist vergrößert und weisen mindestens zehn kleine Zysten mit einem Durchmesser bis maximal zehn Millimeter auf. Weitere Merkmale sind Übergewicht, Zyklusunregelmässigkeiten, Insulinresistenz und Unfruchtbarkeit. Betroffene Frauen suchen den Arzt häufig aufgrund eines unerfüllten Kinderwunsches auf.

 

Pflanzentherapie beim PCOS

Da die Beschwerden beim PCOS verschieden sein können, erfolgt die Behandlung anhand der vorliegenden Symptome. Einer Umfrage zufolge zeigen PCOS-Patientinnen eine große Affinität für die Pflanzenheilkunde. Eine australische Studie analysierte die Wirkungen verschiedener pflanzlicher Präparate auf endokrine – also das Hormonsystem bezogene – Stoffwechselprozesse. Sechs pflanzliche Zubereitungen könnten bei PCOS geeignet zu sein. Anhand vorklinischer und klinischer Daten aus 33 Studien von unterschiedlicher methodischer Qualität (762 Teilnehmerinnen gesamt) wurde der Einfluss auf Eisprung, hormonellen Stoffwechsel und Fruchtbarkeit analysiert. Diese pflanzlichen Kandidaten zeigten Effekte: Mönchspfeffer, Traubensilberkerze, Süßholzwurzel sowie Cassiazimt, Erdsternchen und Chinesische Pfingstrose. Auf Grund der insgesamt dürftigen Datenlage ist eine Bestätigung der Ergebnisse durch weitere Studien zwingend erforderlich.

 

Tipps zur Dosierung von Mönchspfeffer

Die richtige Dosierung ist von der persönlichen Verfassung der Patientin und ihren individuellen Beschwerden abhängig. Gegebenenfalls kann bereits eine Dosierung von 4-8 mg Mönchspfeffer pro Tag zu einer Linderung der Beschwerden beitragen. Im Falle von PMS und entsprechenden Beschwerden sollte die Dosierung von Mönchspfeffer 30-40 mg pro Tag nicht übersteigen. In Einzelfällen kann es jedoch eine Dosierung von bis zu 240 mg Mönchspfeffer pro Tag bedürfen, um Symptome und Beschwerden in den Griff zu bekommen. Aus diesem Grund sollten Sie die richtige Dosierung unbedingt mit einem Arzt besprechen. Mönchspfeffer-Präparate sind in der Apotheke erhältlich. Der positive Effekt tritt nicht sofort ein. Ähnlich wie bei anderen pflanzlichen Arzneimitteln kann es einige Wochen dauern, bis sich die Wirkung entfaltet.

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