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Hilfe, mein Kind hat zu viel Süßes genascht!

Kinder lieben Süßigkeiten
Kekse, Schokolade, Gummibären – welches Kind kann da schon widerstehen? Mit unseren Tipps finden Sie gemeinsam mit den Kleinen bei Süßigkeiten das richtige Maß © Fotolia

Naschkatzen können in den nächsten Tagen vielerorts Süßigkeiten einsammeln: Dank den Karnevalstagen landen jede Menge Bonbons und Schokoriegel in ihren Händen. Doch was ist, wenn die Kleinen über die Stränge schlagen und sich mit Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen quälen? Wie finden Eltern das richtige Maß? Wir haben die Antworten.

 

Warum naschen wir eigentlich so gerne?

Wir wissen es. Natürlich wissen wir es: Süßigkeiten sind ungesund. Das ist die eine Wahrheit. Die andere lautet: Kinder lieben sie trotzdem. Und daran werden wir niemals etwas ändern, denn „süß“ ist die erste Geschmacksrichtung, die sie überhaupt kennenlernen – durch das Fruchtwasser im Mutterleib.

 

Zu viel Süßes gegessen – und nun?

Karneval, Geburtstage, Besuche bei den Großeltern, Weihnachten und Ostern – das sind nur einige Anlässe, an denen verführerische Süßigkeiten locken. Eltern wollen nicht als Spielverderber gelten – sowohl beim eigenen Kind als auch beim Gastgeber. Und dann darf es eben ein Keks oder ein Stück Torte mehr sein. Eine häufige Folge: Schon sehr bald meldet sich der Magen mit Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Viele Eltern fragen sich dann besorgt, wie sie richtig reagieren, damit es den Kleinen schnell wieder besser geht. Dabei ist die Behandlung – ähnlich wie bei einer leichten Darminfektion – einfach. Geben Sie dem Kind keinesfalls weitere Nahrung! Schicken Sie es ins Bett. Wenn Kinder sich unwohl fühlen, gehen sie meist von ganz allein. Eine Wärmflasche lindert die Schmerzen auf sanfte Weise. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind am ersten Tag danach ausreichend Kamillen- oder Fencheltee trinkt (1-2 gestrichene Teelöffel mit Traubenzucker pro 100 ml Tee). Geben Sie Ihrem Kind auf keinen Fall Pfefferminztee oder Säfte aller Art – diese reizen den Magen zusätzlich.

 

Viel Flüssigkeit ist wichtig

Während das Erbrechen in der Regel rasch von selbst aufhört, hält der Durchfall oft noch ein bis zwei Tage länger an. Geben Sie den Kleinen am zweiten Tag einen geriebenen Apfel und eine Banane zu essen. Auch von Zwieback, Kartoffel mit Möhren und Haferschleim können sie sich problemlos ernähren. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind am zweiten Tag weiterhin ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt.

 

Wann Sie einen Arzt zu Rate ziehen müssen

Wenn die Beschwerden sich allerdings verschlimmern und weitere Symptome hinzukommen, sollten Sie unbedingt einen Arzt konsultieren. Das können sein: Fieber, eine harte Bauchdecke, starkes Erbrechen, starker Durchfall, starke Schmerzen, auffallender Geruch (süß-saurer Aceton-Geruch) oder auffallende Farbe von Stuhl oder Erbrochenem.

 

Tipps für das richtige Naschen

Naschen sollte immer etwas Besonderes bleiben, damit Kinder es in vollem Maße genießen können. Dazu gehört auch, dass Süßes nicht nebenher gegessen wird – z.B. beim Spielen und schon gar nicht vor der eigentlichen Mahlzeit. Vielmehr sollte die Verteilung von Gummibärchen und Schokostücken zu einem schönen Ereignis werden. Wenn die Kleinen trotzdem nicht genug davon bekommen können, bieten Sie eine Alternative an – das sensibilisiert die Geschmackssinne für weniger zuckerhaltige Nahrungsmittel. Fruchtzucker ist in Obst oder Joghurts enthalten. Viele Kinder haben großen Spaß daran, ihren eigenen Fruchtjoghurt zuzubereiten, indem sie die mundgerecht geschnittenen Fruchtstücke untermischen und den Joghurt mit Müsliflocken garnieren. Tipp: Kaufen Sie statt auf Vorrat lieber öfter mal kleinere Mengen ein. Denn auf etwas, was nicht im Haus ist, bekommen Kinder auch seltener Appetit.

Wasser füllt den Magen. Wenn Sie die Kleinen auf Feiern viel Wasser oder ungesüßte Tees trinken lassen, wird der Heißhunger auf Süßigkeiten gestoppt. Auch Obst nimmt den Heißhunger. Bieten Sie Ihrem Kind alternativ zu etwas Süßem öfter einmal Obst an. Und was ist mit den Leckereien, die sich nach Karneval, Ostern, Nikolaus oder dem Geburtstag nur so stapeln? Ernährungsberater empfehlen: Die süßen Schätze in einer Schachtel oder Dose sammeln und dann gemeinsam mit dem Nachwuchs Tagesrationen für eine Woche aussuchen.

 

Wie viel Süßigkeiten dürfen Kinder am Tag essen?

Unsere Tabelle des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) informiert Sie darüber, wie viel Energie Kinder in Form von Süßigkeiten pro Tag zu sich nehmen dürfen:

Empfohlene Tagesmenge an Kalorien[1]: 

Zum Vergleich:

100 Kalorien sind enthalten in:

  • 1 Kugel Eis
  • 4 Butterkekse
  • 20g Schokolade
  • 30g Gummibärchen
  • 200ml Limonade.

Ein fünfjähriges Kind sollte demnach nicht mehr als 140 Kalorien (zehn Prozent der empfohlenen 1400 Kalorien am Tag) in Form von Süßigkeiten zu sich nehmen. Das entspricht in etwa einer Kugel Eis und zwei Keksen. 

 

[1] Quelle: Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) 2008

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