Hilfe! Ich stottere

Jungs stottern öfter als Mädchen
Jungs stottern öfter als Mädchen. Die Ursachen sind jedoch noch nicht eindeutig geklärt © Fotolia

Wenn jedes Wort zum Kraftakt wird, hilft meist nur noch eine Therapie. Und die kann Wunder wirken und das Stottern besiegen.

Nach dem Weg fragen, telefonieren, mit Freunden reden – für rund 800 000 Menschen in Deutschland ist das ein Riesenproblem. Sie stottern, haben Angst beim Sprechen. Doch vielen Betroffenen, 80 Prozent davon sind Männer, kann heute effektiv geholfen werden.

 

Stottern bedeutet Kampf mit den Wörtern

Die Forschung belegt mittlerweile, dass der gestörte Redefluss auf Funktionsstörungen im Gehirn zurückgeht. Die Betroffenen haben eine veränderte Sprechplanung und -durchführung. Aktuelle Bilder aus dem Kernspintomographen zeigen, dass Stotterer beim Sprechen andere Hirnregionen aktivieren als Normalsprecher. Aber auch genetische Faktoren, Umwelteinflüsse und starke seelische Erschütterungen (Unfall, Krankheit) können sich in Sprachstörungen äußern.

Der Anteil stotternder Kinder liegt bei etwa vier Prozent. Wenn die Kleinen sprechen lernen, sind Stottern, Poltern oder Stammeln oft auffällige Anteile der normalen Sprachentwicklung, die bald von selbst verschwinden. Besteht aber der Verdacht einer bleibenden Störung, sollte möglichst früh die Diagnose gestellt und die geeignete Behandlung eingeleitet werden.

 

Nach dem Stottern neu sprechen lernen

Auch wenn Stottern meist nicht vollkommen heilbar ist, gibt es viele Behandlungen, um den Redefluss zu verbessern und vor allem die Angst vorm Sprechen zu nehmen. Gute Langzeiterfolge zeigt z. B. die "Kasseler Stottertherapie". In einem mehrwöchigen Intensivkurs (Kassen zahlen) trainieren die Betroffenen flüssiges Sprechen: zunächst computergestützt, später in Rollenspielen und in Alltagssituationen (Telefonieren, Einkaufen, Vorträge halten) erlernen sie ein neues Sprechmuster. Erfolgreich ist auch die "Van-Riper-Therapie". Sie hilft, Sprachblockaden zu lösen.

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