High-Tech-Brille macht Welt bei Farbenblindheit bunt

Mann mit EnChroma-Brille
Mit der EnChroma-Brille können Menschen mit Farbsehschwäche die Welt in Farben sehen. Dieser farbenblinde Mann nimmt zum ersten Mal die Farben von Blumen und Kinderkleidung wahr © YouTube/ JukinVideo

Dank einer Spezial-Brille können Menschen mit Farbenblindheit die Welt seit Kurzem in Farben statt in Grautönen sehen. Ein Video zeigt jetzt, wie Farbenblinde reagieren, wenn sie das erste Mal "bunt" sehen.

 

Wie funktioniert die EnChroma-Brille?

Die EnChroma-Brille sieht aus wie eine ganz normale Sonnenbrille. Auf den Gläsern sind etwa 100 hauchdünne Schichten aufgebracht. Jede dieser Schichten kann nur eine ganz bestimmte Wellenlänge reflektieren. Menschen mit Rot-Grün-Schwäche haben das Problem, dass sie Rot und Grün zu ähnlich wahrnehmen. Die EnChroma-Brille täuscht das Gehirn, indem in der Brille die Farben, die auf das Gehirn der Farbenblinden störend wirken, herausgefiltert werden. Die neuartige Brille fügt also keine Farbinformationen hinzu, sondern trennt und sortiert sie. Das Farbsehen spielt sich dabei nicht auf den Brillengläsern oder im Auge ab, sondern die Brille trainiert sozusagen das Gehirn, durch die Brillengläser gefilterte Lichtsignale als Farben zu interpretieren. Das hat einen besonders positiven Trainingseffekt für Menschen mit Farbenblindheit: Anders als bei Sonnenbrillen oder Brillen, die zum Beispiel Kurzsichtigkeit ausgleichen, bleibt der Effekt bestehen – auch, wenn man die Brille absetzt.

 

Farbenblinder Mann sieht zum ersten Mal bunte Kleidung und Blumen

Video: YouTube/ JukinVideo

 

Kann man die EnCHroma-Brille in Deutschland kaufen?

Bislang kann man die EnCHroma-Brille in Deutschland noch nicht kaufen, jedoch ist sie über den Online-Shop erhältlich. Die Kosten belaufen sich auf etwa 400 US-Dollar. Die Kunden haben zudem ein 30 Tage Rückgaberecht.

Die EnCHroma-Brille stellt keine Heilung für Farbenblindheit dar, sondern ist eine Sehhilfe. Bei rund 20 Prozent der von Farbsehstörungen Betroffenen, die beispielsweise unter der selteneren Form wie Blau-Gelb-Schwäche leiden, hilft diese Brille jedoch nicht. Der Hersteller der Brille empfiehlt zudem vor dem Kauf dieser Brille auf der eigenen Homepage einen Sehtest zu machen. Betroffene sollten sich bei ihrer Krankenkasse erkundigen, ob und in welchem Umfang die Kosten für die Farbsehschwächen-korrigierende Brille übernommen werden.

Hamburg, 18. Mai 2015

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